Gleichberechtigung

15. Januar 2020 17:25; Akt: 15.01.2020 17:33 Print

97 Maßnahmen zur Inklusion in Luxemburg

LUXEMBURG – «Inklusion geht überall». So heißt der nationale Aktionsplan für Menschen mit einer Behinderung, der am Mittwoch vorgestellt wurde.

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«Wir fordern eine Inklusion auf allen Ebenen. Dieser Aktionsplan legt die Aufgaben dazu fest», erklärte Corinne Cahen. (Bild: Editpress/Tania Feller)

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55 gesetzte Ziele und 97 eingeleitete Maßnahmen: Daraus besteht der nationale Aktionsplan für 2019-2024, der am Mittwoch von Corinne Cahen (DP) vorgestellt wurde. «Menschen mit einer Behinderung haben die gleichen Rechte wie jeder anderer auch. Wäre die Inklusion ein Erfolg, so wäre kein Aktionsplan erforderlich. Leider funktioniert in unserer Gesellschaft die Inklusion nicht zu hundert Prozent», bedauerte die Ministerin für Familie und Integration. Der Aktionsplan zielt darauf ab, die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) zu beachten. Dieses Übereinkommen wurde von insgesamt 162 Ländern unterzeichnet – darunter auch Luxemburg.

Im Luxemburger Aktionsplan wurden insgesamt 29 Prioritäten festgelegt. Diese reichen von der Inklusion in der Politik bis hin zur Inklusion in der Schule. «Wir fordern eine Inklusion auf allen Ebenen. Dieser Aktionsplan gibt uns die Mittel dazu und legt die Aufgaben dazu fest», erklärt Cahen. Die Prioritäten betreffen Bereiche wie «die Zugänglichkeit, der Zugang zur Information – beispielsweise über Betreuung und Pflege». Cahen gab dafür folgendes Beispiel: «Wenn eine Person mit einer geistigen Behinderung in der Notaufnahme ankommt, kann es für sie schwierig sein, zu verstehen, was vor sich geht und welche Tests mit ihr durchgeführt werden».

«Ein Fahrplan»

Die berufliche Beschäftigung gehört ebenfalls zu den Prioritäten. Laut der Ministerin herrsche Bedarf, die Inklusion auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Und zwar gehe es nicht nur darum, Menschen mit einer Behinderung am Arbeitsplatz zu integrieren, sondern auch darum, deren Arbeitskollegen über die gegebene Behinderung zu informieren und Wege zu einer besseren Zusammenarbeit zu finden.

Ein «Kommunikationszentrum für alle», behindertengerechte Wohnungen und die Gleichbehandlung behinderter Schüler stehen übrigens auch auf der Liste der Prioritäten. Während sich jedes Ministerium mit Maßnahmen befasst, die mit seinem Aufgabenbereich zusammenhängen, so hat das Ministerium für Familie und Integration nicht nur die Aufgaben aufgeteilt, sondern wird seinen Teil dazu beitragen.

Mehrere Gesetzentwürfe stehen kurz vor der Verabschiedung oder wurden bereits verabschiedet – darunter der Gesetzentwurf über die Schaffung einer Assistenz zur Inklusion am Arbeitsplatz, der Gesetzentwurf über die Zugänglichkeit und der Gesetzentwurf über die Anerkennung der deutschen Gebärdensprache in Luxemburg. Jede Instanz habe ihre eigene Aufgaben. Der Aktionsplan diene als Fahrplan.

(Jérôme Wiss/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Aender am 15.01.2020 18:20 Report Diesen Beitrag melden

    Hochtrabende Worte. Macht den ÖT mal zugänglich für behinderte Menschen. Es ist eine Schande, dass diese Menschen weder in einen Bus noch in den Zug einsteigen können. Neue Bahnhöfe werden geschaffen, neue Busse angeschafft, ändert allerdings überhaupt nicht an der verk...ten Situation.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Aender am 15.01.2020 18:20 Report Diesen Beitrag melden

    Hochtrabende Worte. Macht den ÖT mal zugänglich für behinderte Menschen. Es ist eine Schande, dass diese Menschen weder in einen Bus noch in den Zug einsteigen können. Neue Bahnhöfe werden geschaffen, neue Busse angeschafft, ändert allerdings überhaupt nicht an der verk...ten Situation.