EU-Forderung

14. Dezember 2016 16:56; Akt: 15.12.2016 12:18 Print

Bekommen Grenzgänger bald Geld von der ADEM?

LUXEMBURG – Grenzgänger, die ihren Job verlieren, bekommen keine Leistungen aus Luxemburg. Die EU-Kommission will das ändern – ein Plan, der für Luxemburg teuer werden könnte.

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Schon heute können sich Arbeitslose aus der Großregion bei der Adem nach Jobs umsehen. (Bild: Editpress)

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Die Europäische Kommission will die Bedingungen für die Arbeitnehmer in der EU verbessern. Das Arbeitsprogramm, das Arbeitskommissarin Marianne Thyssen am Dienstag veröffentlichte enthält echten Zündstoff – insbesondere für das Großherzogtum. In dem Papier fordert die Belgierin, dass Grenzgänger von dem Staat Arbeitlosengeld beziehen, in dem sie zuvor zwölf Monate lang gearbeitet haben. Diese Regelung könnte viele der fast 170.000 Grenzgänger betreffen, die derzeit jeden Tag nach Luxemburg pendeln – aber in ihren Heimatländern wohnen.

«Wenn ein Grenzgänger heute seine Arbeit verliert, bekommt er das Arbeitslosengeld von der entsprechenden Behörde in seinem Heimatland bezahlt», erklärt Nico Fehlen vom luxemburgischen Arbeitsministerium gegenüber L'essentiel. Das ist in der Regel wesentlich weniger, als der Luxemburger Staat einem gebietsansässigen Arbeitslosen bezahlt. Im Prinzip endet die Verantwortung für Luxemburg hier und die Kosten für die Arbeitslosigkeit tragen die Heimatländer – obwohl der Grenzgänger zuvor im Großherzogtum Sozialbeiträge und Steuern bezahlt hat.

Ausgleichszahlung an Deutschland, Belgien und Frankreich

Immerhin: Für die ersten drei Monate der Arbeitslosigkeit überweist der Luxemburger Staat den Arbeitsbehörden in Deutschland, Belgien und Frankreich schon heute einen Teil des dort fälligen Arbeitslosengeldes. Das verursacht derzeit Kosten in Höhe von 38 Millionen Euro pro Jahr. Zweifellos wird dieser Betrag nach einer Neuregelung, durch die arbeitslose Grenzgänger den vollen Luxemburger Leistungsumfang beanspruchen dürfen, wesentlich größer sein. Wie hoch die Summe genau ist, ist jedoch nicht klar. «Die Kommission spricht von 57 Millionen Euro», erklärt Nico Fehlen. «Aber das hängt natürlich davon ab, wie schnell die jeweiligen Personen arbeit finden. Es ist sehr hypothetisch.»

Dem Haus von Arbeitsminister Nicolas Schmit (LSAP) gefällt der Vorschlag der EU-Kommission offenbar ganz und gar nicht. «Es gibt viele praktische Probleme», sagt Fehlen. «Das Arbeitslosengeld ist keine Sozialleistung wie jede andere, sondern beruht auf Gegenleistungen der Arbeitslosen.» Die müssten sich aktiv nach Arbeit umsehen und an Maßnahmen teilnehmen – Aktivitäten, die für die Adem im Ausland nur schwer überprüfbar seien. «Da stellt sich auch die Frage nach der Gleichberechtigung», sagt Fehlen.

(Tobias Senzig/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pierre am 15.12.2016 14:40 Report Diesen Beitrag melden

    Wéivill Jonk a manner Jonk Lëtzeboier sin gezwongen iwwer d'Grenz wunnen ze goen well d'Präiser vun den Immobilien fir vill onbezuelbar gi sin. Wann déi Leit muar hier Arbëscht verléieren dann wier echo gudd wann een als Lëtzeboier den e lieve lang zu Lëtzebuerg geschafft huet och Chomagegeld aus Lëtzebuerg kritt, oder grain ech dat falsch?

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  • Mir sin wierklech deppen fier alleguerch am 14.12.2016 22:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mir mussen et wierklech labber setzen hun, studie geld fier d Grenzgänger, an lo daat doten och nach, ma wann se d geld fun hei wellen, dann sollen se och ganz hei an eist Land kommen, mir mussen eis zopp och hei kachen, an d eu Kommission zwengt eis dann nach dozou trotzdem dofier op ze kommen, an dann heescht et hanno rem just fier d letz. Bierger, dir musst rem mei berappen fier dass et hannen an fier duergeht pffff

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  • trellert am 16.12.2016 11:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    also mir hätten gaeren frontalien, well soss de buttek hei zu letz zoubleiwt, an och keng heiser mei gebaut gin, an ech am restaurant mein iessen selwer kaachen muss. dei frontalien dei die arbeschten maan, bezuelen schein brav hier steieren an sozial chargen hei am land, an wann sie dat an usproch huelen mussen, heescht et: ah nee du wunns um falschen fleck hei get et neischt vir dech. den egoismus vun mengen leiwen compatrioten ass wirklech net ze iwertreffen

Die neusten Leser-Kommentare

  • bana am 29.12.2016 07:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Also wann dir seu dogeint didd fannen ech dass frontalien hier steieren och an hierem land sollen bezuelen wann se hei kee chômage kreien.... an wat verleiert den staat do vun geld well dei keng steieren mei hei bezuelen??!!

  • trellert am 16.12.2016 11:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    also mir hätten gaeren frontalien, well soss de buttek hei zu letz zoubleiwt, an och keng heiser mei gebaut gin, an ech am restaurant mein iessen selwer kaachen muss. dei frontalien dei die arbeschten maan, bezuelen schein brav hier steieren an sozial chargen hei am land, an wann sie dat an usproch huelen mussen, heescht et: ah nee du wunns um falschen fleck hei get et neischt vir dech. den egoismus vun mengen leiwen compatrioten ass wirklech net ze iwertreffen

  • Pierre am 15.12.2016 14:40 Report Diesen Beitrag melden

    Wéivill Jonk a manner Jonk Lëtzeboier sin gezwongen iwwer d'Grenz wunnen ze goen well d'Präiser vun den Immobilien fir vill onbezuelbar gi sin. Wann déi Leit muar hier Arbëscht verléieren dann wier echo gudd wann een als Lëtzeboier den e lieve lang zu Lëtzebuerg geschafft huet och Chomagegeld aus Lëtzebuerg kritt, oder grain ech dat falsch?

    • Numinska am 15.12.2016 16:15 Report Diesen Beitrag melden

      Genau so!

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  • Lilly am 15.12.2016 13:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fannen et och allerhand.

  • Mir sin wierklech deppen fier alleguerch am 14.12.2016 22:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mir mussen et wierklech labber setzen hun, studie geld fier d Grenzgänger, an lo daat doten och nach, ma wann se d geld fun hei wellen, dann sollen se och ganz hei an eist Land kommen, mir mussen eis zopp och hei kachen, an d eu Kommission zwengt eis dann nach dozou trotzdem dofier op ze kommen, an dann heescht et hanno rem just fier d letz. Bierger, dir musst rem mei berappen fier dass et hannen an fier duergeht pffff

    • PatKa am 15.12.2016 14:16 Report Diesen Beitrag melden

      Weil ja auch alle Luxemburger nur in Luxemburg wohnen und keiner in Deutschland wo die Häuser billiger sind. Schon klar. Sozialleistungen darf man hier bezahlen aber abgesichert ist man dadurch trotzdem nicht. Lustige Einstellung.

    • Pascal am 15.12.2016 15:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Wieso auch in Ausland sind die Häuser und das Leben ja billiger und Arbeitslosen Geld bekommt mann hier auch nur 1 Jahr dann fangen ja die Probleme erst richtig an .Und wer nicht zufrieden ist in unserem schönen Land die können ja das Geld in dem Land verdienen wo sie leben also bitte meckert nicht immer . Wir müssen au h sehen dass wir mit den kleinen Geldbeutel hier klar kommen

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