Migrationspolitik

11. Juli 2018 16:15; Akt: 11.07.2018 16:23 Print

Bettel mahnt zu mehr Solidarität in der EU

LUXEMBURG – Premierminister Xavier Bettel wünscht sich mehr Zusammenarbeit in der Flüchtlingsfrage. Rechtspopulisten sollten nicht den Diskurs bestimmen, findet Bettel.

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Premierminister Bettel will die Flüchtlingsfrage in Zusammenarbeit mit anderen EU-Staaten lösen. (Bild: DPA/Olivier Matthys)

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Der luxemburgische Regierungschef Xavier Bettel hat in der Flüchtlingsfrage mehr Solidarität innerhalb der EU gefordert. «Mich stört, dass manche Leute gerne eine flexible Solidarität haben möchten», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. «Ich sehe diese Solidarität im Moment nicht genügend in verschiedenen Ländern», sagte der Regierungschef. «Bei der Flüchtlingsfrage kann man ja doch nicht sagen: "Wir nehmen keine Flüchtlinge auf".»

In der EU weigern sich Ungarn und eine Reihe anderer Staaten, Flüchtlinge aufzunehmen. «Die Länder sollten nicht vergessen, dass sie auch einmal Flüchtlingsländer waren», mahnte Bettel. «Mein Land war ein armes Land. Wir haben Wirtschaftsflüchtlinge gehabt, die vor 150 Jahren nach Amerika gegangen sind, um ein besseres Leben zu suchen.» Bettel räumte ein, dass die Verteilung von Flüchtlingen nach den sogenannten Dublin-Regeln im grenzkontrollfreien Schengen-Raum nicht funktioniere.

«Wenn wir Schengen weiter behalten wollen, brauchen wir funktionierende Außengrenzen. Sonst werden die Leute sagen, dass wir wieder Binnengrenzen brauchen.» Bettel fügte hinzu: «Wir dürfen nicht von den Rechtspopulisten diktiert bekommen, was wir zu tun haben.» Es gebe in der EU keine Migrationskrise, sondern «eine politische Krise, weil verschiedene Leute mit einfachen Lösungen versuchen, uns auseinanderzutreiben».

(L'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dimitrij am 11.07.2018 18:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    An wéi ass et mat der Solidaritéit vun den "Flüchtlingen" respektiv mam Wëllen sech unzepassen vun vis à vis vun eis? Komescherweis verléiert do ni een en Wuert driwwer. Ech kann déi Länner déi keng wëllen gut verstoen.Déi hunn nach eenegermoossen hir Rou , währenddeems an den aneren Länner Kriminalitéit explodéiert ass. Firwat gëtt do net mol driwwer geschwat an virun allem eppes ënnerholl?Et kann dach net sinn ,dass een fäerten muss matten am Dag Iwwerfall ze ginn oder nach schlëmmeres.Dat schéint an der ganzen EU mat en puer Ausnamen keen ze interesséieren. Wéi sot Merkel eng Kéier -- aber wir müssen akzeptieren, dass die Zahl der Straftaten bei jugendlichen Immigranten besonders hoch ist.  Ass dat Botschaft un Bierger ??An dann ganz verwonnert sinn,wann ëmmer méi Leit eppes géint Flüchtlingen hunn. Kuckt emol dat an den Grëff ze kréien an dann kann een ëmmer nach iwwer Solidaritéit schwätzen.

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  • Claude am 11.07.2018 17:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herr Bettel, dann erzielt d’Geschicht awer och bis zum Enn : d’Lëtzebuerger sinn an e westlecht Land geflücht, d’Ungarn an aner osteuropäesch Völker sinn och a westlech Länner geflücht, dat waren alles Fluchten innerhalb vum selweschte Kulturraum. Bäi der aktueller Krise hu mer Migranten aus engem frieme Kulturkreess mat komplett verschiddenen Werter an Traditiounen, an déi sprengt lues awer secher eis Integratiounskapazitéit, a vill Europäer akzeptéieren dat och net méi, dann huet een dat och ze respektéieren!

  • remo raffaelli am 12.07.2018 07:39 Report Diesen Beitrag melden

    Soll ech nett ADR wielen ?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Hinkebein Vergleich am 12.07.2018 11:43 Report Diesen Beitrag melden

    Na na na, und wie sahen die amerikanischen Bewohner dies, also die Indianer? Hoffe nur dass die Neuzugänge mit der lokalen Bevölkerung nicht dasselbe anstellen wie dies damals in den USA war, wenn der Premier schon diesen Vergleich an den Haaren herbeizieht in totaler Unkenntnis der Geschichte.

  • Hallef Wourecht am 12.07.2018 11:39 Report Diesen Beitrag melden

    An weivill vun den Lëtzebuerger Flüchtlingen sinn nom Krich erem komm fir d'Land opzebauen?

  • Veritas am 12.07.2018 08:43 Report Diesen Beitrag melden

    Och bei eis waren et haaptsächlech kriminell Lëtzebuerger déi deemools an d'USA geflücht sinn !!! Dat zielt hien net .... Gutt das elo aner an der EU d'Soen hunn an net méi esou Leit wéi de Bettel.

  • Saupreis am 12.07.2018 08:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vlt. sollte der Herr Bettel auch mal erzählen, warum die alle kommen. Fakt ist doch, das in den letzten Jahrzehnten gerade die europäischen Politiker immer wieder stillschweigend zugeschaut haben, wie diesen Menschen ihre Rechte und Würde genommen wurde, und wie deren Länder regelrecht ausgebeutet wurden. Und anstatt sie etwas dagegen unternommen haben, haben sie es vorgezogen, lieber Waffen in diese Länder zu verkaufen, da es weitaus lukrativer ist, als dafür zu sorgen, das diese Menschen zu essen, zu trinken oder Medizin bekommen.

  • GUGU am 12.07.2018 08:19 Report Diesen Beitrag melden

    Solidaritäit Här Minister, alles schéin an gutt, awer zu welchem Preis, wéivill Leit kann Land sech leeschten ass Fro. Leider gett et dozou keng Zuelen an Null Transparenz. Komescherweis gesäit Vollek awer nii Rechnung vun desen Ausgaben, wat huet den Staat ze verstoppen. Waat kascht Land 1 Flüchtling pro Dag, Ënnerdaach, Iessen mueres, mëttes an owes, alles vun Firmen geliwert, Iwerwachung vun deenen Gebäier wat vun Sécherheetsfirmen erfëllt gëtt, Justiz, Gesondheet, Begleedung, Transport, Integration usw. Sin des Ausgaben am Budget net begrenzt, an um Enn alles op Puff.