Lichtverschmutzung

07. März 2017 16:08; Akt: 07.03.2017 17:22 Print

Die Nächte in Luxemburg werden immer heller

LUXEMBURG - Zu viel künstliches Licht bringt die innere Uhr von Mensch und Tier durcheinander. Luxemburg will jetzt handeln - und die Lichtverschmutzung reduzieren.

storybild

Nicht nur vom Kirchberg aus leuchtet es in Luxemburg in den Nachthimmel: Das wird zunehmend zum Problem. (Bild: Frank Goebel)

  • Artikel per Mail weiterempfehlen
Zum Thema

Sternenklare Nächte gibt es in vielen Teilen Luxemburgs nur noch selten. Wie in anderen europäischen Ländern hat auch hierzulande die Lichtverschmutzung in den vergangenen Jahren zugenommen. Das geht aus einer Studie des Schweizer Experten Lukas Schuler hervor, die am Dienstag im Ministerium für nachhaltige Entwicklung und Infrastrukturen vorgestellt wurde.

Schuler analysierte anhand von Satellitenbildern die Lichtverschmutzung in den 105 Luxemburger Gemeinden. Ergebnis: Etwa ein Fünftel der Kommunen schimmert heller als erwünscht. Hotspots in Luxemburg sind die Ballungsräume, weil dort mehr Straßen, Bürohäuser, Parkplätze oder Denkmäler beleuchtet werden. Ein besonderer Brennpunkt ist die Hauptstadt: Dort strahlt der Nachthimmel bereits fünf bis zehn Mal heller als gewöhnlich. Negativ fielen dem Experten aber auch die Autobahnraststätten und Industriezonen in Luxemburg auf. «Zahlreiche Lichtquellen werden nicht zielgerichtet eingesetzt und beleuchten mehr Fläche als notwendig», so ein Fazit der Studie.

Die negativen Folgen von Kunstlicht

Durch die übermäßige Beleuchtung in der Nacht wird die innere Uhr von Tieren und Menschen durcheinandergewirbelt. Nachtfalter werden von immer mehr Lichtquellen angezogen - und holen sich den Verbrennungstod. Vögeln fehlt es dadurch an Nahrung, auch Frösche und Fledermäuse fühlen sich durch das künstliche Licht gestört. Zudem führen Lichtemissionen zu einem höheren Energiekonsum und verschärfen somit Negativfolgen für die Umwelt.

Experte Schuler lieferte entsprechende Empfehlungen, um der Nacht zumindest einen Teil ihrer Dunkelheit zurückzugeben – zum Beispiel eine Reduktion der Lichtstreuung von Laternen oder die Installation von Stadionfluchtlichtern, die ausschließlich das Spielfeld (und nicht das gesamte Umfeld) erhellen. «Am billigsten ist aber immer noch, das Licht abzuschalten», sagt Schuler.

Umweltstaatssekretär Camille Gira (Déi Gréng) nimmt die Daten der Analyse zum Anlass, um einen Leitfaden auszuarbeiten. Gemeinden und öffentliche Einrichtungen wie die Straßenbauverwaltung oder «Sites et Monuments» sollen darin Tipps für eine nachhaltige Außenbeleuchtung finden können. Es gibt auch schon konkrete Projekte für «besseres Licht» im öffentlichen Raum: Die Stadt Luxemburg arbeitet an einer neuen Beleuchtung für die Festung und den Bockfelsen. Das beeindruckende nächtliche Panoramabild der Touristenattraktion soll dadurch aber keinen Nachteil erleiden.

(Jörg Tschürtz/L'essentiel)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dan am 07.03.2017 18:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und die Tage immer grauer

  • Sammy am 07.03.2017 18:35 Report Diesen Beitrag melden

    Ein grosses Problem ist der viele Regen. Die Vögel werden nass. Die Fledermäuse finden keine Mücken, weil die nicht fliegen wollen.

  • Pierre am 07.03.2017 18:00 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn man keine Probleme hat, muss man sich welche suchen. Und wenn man sie mit den Haaren herbeiziehen muss.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sammy am 07.03.2017 18:35 Report Diesen Beitrag melden

    Ein grosses Problem ist der viele Regen. Die Vögel werden nass. Die Fledermäuse finden keine Mücken, weil die nicht fliegen wollen.

  • Dan am 07.03.2017 18:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und die Tage immer grauer

  • Pierre am 07.03.2017 18:00 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn man keine Probleme hat, muss man sich welche suchen. Und wenn man sie mit den Haaren herbeiziehen muss.

    • Diabolo-nero am 07.03.2017 20:05 Report Diesen Beitrag melden

      Wenn das Licht eingedämmt wird, dann kommen wieder einige Politiker auf die Idee, mann müsse zur sicherheit der Frauen welche noch spät unterwegs sind, die Strassen und Parkplätze usw. mehr beleuchten. Man haben wir schwierige Probleme im Land.

    einklappen einklappen