In Luxemburg

03. Mai 2018 08:15; Akt: 03.05.2018 09:02 Print

Die meisten Frauen entbinden unter Narkose

LUXEMBURG – Nur etwa 22 Prozent aller Frauen verzichten bei der Geburt ihres Kindes auf Schmerzmittel. Das geschieht nicht ohne Grund.

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Die meisten Geburten erfolgen im Großherzogtum unter Narkose. (Bild: DPA)

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«Sobald ich die Rückenmarksnarkose bekomen hatte, wurde ich wieder ich selbst, ich bekam die Kontrolle zurück. Das erlaubte mir, die Geburt zu genießen und mitzuerleben.» Wie Ana, die im Jahr 2015 ihr erstes Kind zur Welt brachte, verwenden viele Frauen dieses Lokalanästhetikum, um die Schmerzen am Tag der Entbindung zu lindern. Laut einem Bericht der CNS hatten 2015 nur 22 Prozent der Frauen keine Narkosebehandlung (PDA oder andere Narkose).

Heute entscheiden sich etwa 70 Prozent der Frauen, die auf natürlichem Weg gebären, zu einer PDA. «Vor 40 Jahren waren es zwischen 30 und 40 Prozent», erklärt Robert Lemmer, Präsident der Société luxembourgeoise de gynécologie et d'obstétrique (SLGO). Ende der 1970er Jahre sei die PDA nicht üblich gewesen, «die Anästhesisten waren nicht interessiert, die Ärzte zögerten, selbst ich dachte, der Schmerz sei Teil der Geburt, und dann änderte ich meine Meinung, als ich die Vorteile der Anästhesie sah: Befreit von den Schmerzen waren die Frauen entspannter und konnten ihr Baby unter besseren Bedingungen gebären», sagt Lemmer. «Es ist nicht nur eine Frage des Komforts, es ist auch eine Frage der Sicherheit für Mutter und Kind.»

Nur ein Viertel der Kaiserschnitte sind geplant

Ähnlich verhält es sich bei Kaiserschnitten. Mit rund 31 Prouent im Jahr 2011 ist der Anteil in den letzten Jahren gesunken, dank einer echten Reflexion um diese Art der Entbindung. Doch Lemmer empfiehlt sie nachdrücklich: «Der Kaiserschnitt aus purer Bequemlichkeit ist immer noch äußerst selten», erklärt der Experte. Nur ein Viertel der Kaiserschnitte ist geplant und etwa die Hälfte ist iterativ. Das bedeutet, dass die Frau sich schon einmal einem Kaiserschnitt unterzogen hat. Dann ist eine natürliche Geburt nicht empfehlenswert. Die andere Hälfte sind präventive Kaiserschnitte, da die Geburt nicht reibungslos verläuft.

Auch dass ein Drittel aller Geburten heute künstlich eingeleitet wird, kann Lemmer nachvollziehen. «Früher haben wir das gemacht, damit es schneller geht, aber heute ist es anders, meist aus medizinischen Gründen.» Und die orientieren sich am Stand der Forschung. «Wir haben heute mehr Instrumente und Wissen, um die Risiken für Mutter und Kind zu antizipieren und damit die richtige Entscheidung zu treffen», sagt Lemmer.

(mc/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • De Grand-sack am 03.05.2018 12:48 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist bei der Begattung nach langem Stau auch nicht anders, der Körper entzieht sich immer mehr dem von im geforderten Schmerz sowie der Lust, alles was man tut trägt in sich die Spur vom Frust!!!!!!!! Es wird vergessen dass der bei der Geburt empfundene Schmerz, Mutter und Kind durch ihn ihre Bindung finden, doch Heute ist es als würde man durch die Anwendung eines Abrührmittels sich eines grösseren Haufens entledigen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • De Grand-sack am 03.05.2018 12:48 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist bei der Begattung nach langem Stau auch nicht anders, der Körper entzieht sich immer mehr dem von im geforderten Schmerz sowie der Lust, alles was man tut trägt in sich die Spur vom Frust!!!!!!!! Es wird vergessen dass der bei der Geburt empfundene Schmerz, Mutter und Kind durch ihn ihre Bindung finden, doch Heute ist es als würde man durch die Anwendung eines Abrührmittels sich eines grösseren Haufens entledigen.