Festnahme in Luxemburg

12. April 2018 16:52; Akt: 13.04.2018 15:30 Print

Er soll eine Prinzessin in Dubai entführt haben

LUXEMBURG – Was sich liest wie ein Krimi ist die Geschichte eines jungen Franzosen. Er wird der Entführung einer Prinzessin beschuldigt. Nun wurde er in Luxemburg verhaftet.

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Laut luxemburgischer Staatsanwaltschaft ist am vergangenen Freitag ein französischer Staatsangehöriger verhaftet worden. Die Vereinigten Arabischen Emirate suchten den Mann per Interpol-Haftbefehl. Die Emirate werfen ihm vor, an der Entführung von Prinzessin Latifa Al Maktum beteiligt gewesen zu sein. Sie ist eine von dreißig Töchtern von Premierminister Scheich Muhammad bin Raschid Al Maktum.

Laut eines Berichts der englischen Daily Mail und der Nichtregierungsorganisation «Detained in Dubai» habe die Prinzessin selbst ihre Flucht organisiert, weil sie von ihrem Vater gefangen gehalten worden sei.

Der junge Mann soll die junge Frau an der Grenze zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten und Oman lediglich abgeholt haben. An der Küste habe Hervé Jaubert – ein ehemaliger französischer Spion, der auf Exfiltrationen aus Dubai spezialisiert war – auf ihn gewartet und ihm geholfen nach Indien und schließlich in die Vereinigten Staaten zu gelangen. Der Franzose wurde Anfang Februar im Oman verhaftet und schließlich am 5. April von den Gerichten freigesprochen worden. Wie er nach Luxemburg gelangt war, ist bislang ungeklärt.

Prinzessin verschwunden, Ex-Spion angegriffen

Von Prinzessin Latifa Al Maktum hat man nichts mehr gehört seit der Veröffentlichung eines Videos auf YouTube (siehe oben) und einiger Nachrichten auf WhatsApp Anfang März, in denen sie sagte, sie sei aus ihrem Land geflohen, aber immer noch in Gefahr. Am Mittwoch sagte Jaubert aus, dass seine Yacht von einer Spezialeinheit angegriffen worden sei und dass er von Männern, die er als Handlanger von Scheich Muhammad bin Raschid Al Maktum bezeichnete, stundenlang geschlagen und verhört worden sei.

Die Staatsanwaltschaft in Luxemburg teilte mit, dass die Vereinigten Arabischen Emirate maximal 45 Tage Zeit hätten, um ein Auslieferungsersuchen auf diplomatischem Wege zu stellen. Dafür bedürfe es jedoch verschiedener Dokumente, einschließlich einer genauen Darstellung des Sachverhalts. Die Anwaltskammer des Berufungsgerichtshofs gibt dann eine mit Gründen versehene Stellungnahme an den Justizminister ab, der über die Auslieferung des Gefangenen entscheidet.

(mc/L'essentiel)

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