Finanzplatz Luxemburg

08. Mai 2018 09:39; Akt: 08.05.2018 09:40 Print

Jobwunder am Bankenplatz? Das steckt dahinter

LUXEMBURG – Im ersten Quartal 2018 waren mehr als 26.300 Mitarbeiter in heimischen Bankinstituten beschäftigt – so viele wie seit fast fünf Jahren nicht mehr.

storybild

Die Banken in Luxemburg brauchen immer mehr IT- und Rechtsexperten, um im Dschungel der Vorschriften nicht den Überblick zu verlieren. (Bild: Pexels)

Zum Thema

Laut Angaben der luxemburgischen Zentralbank waren Ende März 26.320 Menschen auf dem heimischen Bankenplatz beschäftigt. Das sind 209 mehr als im vorigen Quartal und 176 mehr als im ersten Quartal 2017. Die Zahl der Beschäftigten in der Branche hat den höchsten Stand seit Juni 2013 erreicht. Haben die luxemburgischen Geldhäuser etwa ihr eigenes kleines Jobwunder kreiert?

Auf den ersten Blick wirkt dieser Beschäftigungszuwachs paradox, da viele Banken in den vergangenen Jahren eher Arbeitsplätze abgebaut als geschaffen haben. «Der Anstieg ist im Wesentlichen auf das Inkrafttreten aufeinanderfolgender Vorschriften zurückzuführen, die die Freisetzung von zusätzlichen Personalressourcen, inbesondere von Rechtsanwälten, erforderlich gemacht haben. Ich denke hier an das Geldwäschereigesetz AML5 und die Anlegerschutzrichtlinie MiFID II», sagt Philipp von Restorff, Pressesprecher der Luxemburger Bankenvereinigung ABBL. «Die technologische Entwicklung hat ebenfalls zur Schaffung von spezifischen Arbeitsplätzen für hochqualifizierte Beschäftigte geführt.»

Die Bankengewerkschaft (Aleba) stimmt diesen Argumenten zu: «Es ist richtig, dass die Entwicklung bei der Beschäftigung mit dem regulatorischen Umfeld zusammenhängt. Aber es handelt sich dabei nicht um Banker-Jobs im klassischen Sinne. Es handelt sich um Support-Mitarbeiter, die jetzt auch aufgrund der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO, frz. RGPD) wieder gefragt sein werden», sagt Laurent Mertz, Generalsekretär der Aleba.

(Gaël Padiou/L'essentiel)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • SpaceCowboy am 08.05.2018 15:05 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn mich meine Rechenkünste nicht verlassen haben, dann sind 176 zusätzliche Arbeitsplätze bei über 26.000 Beschäftigten ein Zuwachs von nicht einmal 0,7%. Die Zahl der Beschäftigten insgesamt (emploi intérieur) ist 2017 jedoch um weit über 3% angestiegen. Demnach hat der Finanzplatz mitnichten ein Jobwunder vollbracht, sondern hinkt der allgemeinen Entwicklung deutlich hinterher und hat seine Funktion als Jobmotor für die lux. Wirtschaft längst an andere Sektoren abgetreten. Damn statistics!

Die neusten Leser-Kommentare

  • SpaceCowboy am 08.05.2018 15:05 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn mich meine Rechenkünste nicht verlassen haben, dann sind 176 zusätzliche Arbeitsplätze bei über 26.000 Beschäftigten ein Zuwachs von nicht einmal 0,7%. Die Zahl der Beschäftigten insgesamt (emploi intérieur) ist 2017 jedoch um weit über 3% angestiegen. Demnach hat der Finanzplatz mitnichten ein Jobwunder vollbracht, sondern hinkt der allgemeinen Entwicklung deutlich hinterher und hat seine Funktion als Jobmotor für die lux. Wirtschaft längst an andere Sektoren abgetreten. Damn statistics!