In Luxemburg

29. Januar 2018 10:35; Akt: 29.01.2018 10:33 Print

Joghurt spaltet Schneider und Dieschbourg

DÜDELINGEN/BETTEMBURG – Eine geplante Joghurtfabrik bringt den Wirtschaftsminister und die Umweltministerin gegeneinander auf. Das Problem: der Wasserverbrauch.

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Die Anlage der Fage Group würde 900.000 Kubikmeter Wasser pro Jahr verbrauchen.

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Wirtschaftsminister Étienne Schneider hatte im Juli 2016 allen Grund zur Freude, als er verkündete, dass im Industriegebiet Wolser eine neue Fabrik für griechischen Joghurt entstehen soll. Durch das 100-Millionen-Euro-Projekt sollten 100 Arbeitsplätze entstehen. Sein Ministerium hatte es im Rahmen des Ausführungsplans (PAP) in der Folge eingeleitet. Abgesegnet wurde das Projekt von der Gemeinde Düdelingen, aus Bettemburg gibt es aber noch kein grünes Licht. «Es sind noch zu viele Fragen offen. Uum Beispiel zur Verkehrsanbindung für Lkw oder zum Wasserverbrauch», erklärt der Bettemburger Bürgermeister Laurent Zeimet (CSV).

Aber auch die Düdelinger haben dem Wirtschaftsministerium keinen Blankoscheck ausgestellt. «Wir wollen noch eine Stellungnahme zu den ökologischen Fragen. Wir unterstützen dieses Projekt, aber nicht um jeden Preis», so der Düdelinger Bürgermeister Dan Biancalana (LSAP). Die Anlage benötigt pro Jahr etwa 900.000 Kubikmeter Wasser. Also 900 Millionen Liter. Die gleiche Menge verbraucht eine Stadt mit 20.000 Einwohnern. Diese Zahlen bringt nun die Umweltministerin Carole Dieschbourg gegen das Projekt auf. Sie hält sie für «exorbitant» und lehnt daher das Projekt ab.

«Das Unternehmen wird sich genau wie alle anderen auch an die geltenden Umweltauflagen halten müssen», entgegnet der Wirtschaftsminister. Für ihn ist der Wasserbrauch kein Grund, das Projekt aufzugeben: «Entscheidend ist, was mit dem Abwasser geschieht. Wir dürfen nicht vergessen, dass der Bau der Fabrik auch für die luxemburgischen Milcherzeuger eine gute Sache ist.»

(Gaël Padiou/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Muhwehndo am 29.01.2018 16:18 Report Diesen Beitrag melden

    An der Mosel gibt es Wasser in Hülle und Fülle,es muss nur aufbereitet werden.Auch der Norden wäre froh für neue Arbeitplätze.Die Wiltz muss nur durch einen Filter laufen.Die Leute die am meisten Joghurt essen sind eben die Günen,die Nachfrage ist gross.

  • Guy Michels am 29.01.2018 14:59 Report Diesen Beitrag melden

    und wenn die Produkte durch die Gegend gefahren werden müssen, weil nicht regional produziert werden darf, gibt es auch Verkehrsaufkommen, Abgase und die Arbeitsplätze werden woanders geschaffen. Sollte man sich nicht für das kleinere Übel entscheiden

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Muhwehndo am 29.01.2018 16:18 Report Diesen Beitrag melden

    An der Mosel gibt es Wasser in Hülle und Fülle,es muss nur aufbereitet werden.Auch der Norden wäre froh für neue Arbeitplätze.Die Wiltz muss nur durch einen Filter laufen.Die Leute die am meisten Joghurt essen sind eben die Günen,die Nachfrage ist gross.

  • Guy Michels am 29.01.2018 14:59 Report Diesen Beitrag melden

    und wenn die Produkte durch die Gegend gefahren werden müssen, weil nicht regional produziert werden darf, gibt es auch Verkehrsaufkommen, Abgase und die Arbeitsplätze werden woanders geschaffen. Sollte man sich nicht für das kleinere Übel entscheiden

    • Säit11 am 29.01.2018 16:08 Report Diesen Beitrag melden

      All aanert Land géing sëch freeën iwwert 100.000.000€ Invest an 100 neien Aarbechtsplaatzen. Zanter der ARBED misst een awer wëssen wéi wichteg d'Industrie fir eise nationale Wuelstand ass.

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