Handelsstreit EU-USA

25. Juli 2018 20:09; Akt: 25.07.2018 22:49 Print

Juncker nach Treffen mit Trump: «We have a deal»

Die Erwartungen an das Spitzentreffen waren äußerst gering. Doch dann gibt es auf ein Mal einen Durchbruch. Ist der Handelskonflikt zwischen der EU und den USA vorbei?

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Jean-Claude Juncker und Donald Trump bei der Pressekonferenz im Rosengarten des Weißen Hauses. (Bild: AFP/Saul Loeb)

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Die EU und die USA haben im Handelsstreit überraschend Einigungen in mehreren Bereichen erzielt. Das sagten US-Präsident Donald Trump und EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker am Mittwoch nach einem Krisentreffen im Weißen Haus. «Meine Absicht war es, heute einen Deal zu erzielen. Und wir haben heute einen Deal erzielt», erklärte Juncker bei einer Pressekonferenz.

Trump und Juncker vereinbarten, Gespräche über die Abschaffung von Zöllen auf Industriegüter beginnen zu wollen. Zudem wolle man über die Angleichung von Standards reden und gemeinsam an einer Reform der Welthandelsorganisation (WTO) arbeiten, erklärte Juncker. Er bestätige zudem, dass die EU künftig mehr Sojabohnen und Flüssiggas aus den USA importieren wolle.

Trump sagte: «Wir haben uns genau hier im Weißen Haus getroffen, um eine neue Phase in den Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union zu starten. Eine Phase enger Freundschaft, starker Handelsbeziehungen, in denen wir beide gewinnen werden.»

Trump über Juncker: «Kluger und zäher Mann»

Juncker war nach Washington gereist, um eine weitere Eskalation des Handelsstreits abzuwenden. Trump hatte bereits Sonderzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte verhängt. Die EU reagierte mit Vergeltungszöllen auf US-Produkte wie Whiskey, Jeans und Motorräder. Trump ließ aber auch Sonderzölle auf den Import europäischer Autos prüfen, was vor allem deutsche Autobauer hart treffen würde. Die EU bereitete für diesen Fall weitere Vergeltungsmaßnahmen vor.

Trump bezeichnete Juncker zu Beginn des Spitzentreffens als einen «klugen» und «zähen» Mann. Der US-Präsident sagte: «Wir wollen nur, dass es faire Wettbewerbsbedingungen für unsere Landwirte, für unsere Produzenten, für alle gibt.» Die USA wären sehr zufrieden, wenn es keine Zölle, keine Handelshindernisse und keine Subventionen gäbe. Zuvor hatte Trump auf Twitter mit zusätzlichen Importzöllen gedroht.

Positive Stimmung

Kurz vor ihrem Gespräch hatten beide Politiker klargemacht, dass sie sich im Recht sehen und von der jeweils anderen Seite ein Einlenken erwarten. «Wir sitzen hier nicht auf der Anklagebank. Insofern brauchen wir uns auch nicht zu verteidigen», sagte Juncker im ZDF.

Zum Auftakt ihres Krisentreffens im Handelsstreit hatten sich beide öffentlich um Entspannung bemüht. Trump zeigte sich am Mittwoch vor Journalisten im Weißen Haus optimistisch, bestand aber zugleich auf seiner Forderung nach fairen Handelsbedingungen. Er erwarte, dass etwas «sehr Positives» passieren werde. Was er genau damit meinte, erklärte er jedoch nicht. Juncker sagte: «Wir sind enge Partner, Verbündete, keine Feinde. Wir müssen zusammenarbeiten.» Die EU und die USA müssten miteinander sprechen, nicht übereinander.

Juncker war nach Washington gereist, um eine weitere Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und der EU abzuwenden. Trump hatte bereits Sonderzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte verhängt. Die EU reagierte mit Vergeltungszöllen auf US-Produkte wie Whiskey, Jeans und Motorräder. Nun lässt Trump aber auch Sonderzölle auf den Import europäischer Autos prüfen, was vor allem deutsche Autobauer hart treffen würde. Die EU bereitet für diesen Fall weitere Vergeltungsmaßnahmen vor.

(L'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Guy Michels am 26.07.2018 08:36 Report Diesen Beitrag melden

    man kann von Herrn Juncker halten was man will. Auf jeden Fall mal Einer der dahin fliegt, und die Sache mit dem Streithahn beruhigt.

  • GUGU am 26.07.2018 05:44 Report Diesen Beitrag melden

    Dest Treffen brengt op mannst emol eng Berouegung um Wirtschaftsmarkt, awer warden mer emol of wat den Trump eis um Enn nach Twittert. Endlech preiswerten Soja fir Veganer an US Gas fir Krim.

  • nordsprotte am 26.07.2018 10:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    In Amerika gehen durch Trumps Politik Arbeitsplätze verloren. Trump braucht Erfolge. Aber ich schau mal , wie ich Soja vermeiden kann.

Die neusten Leser-Kommentare

  • christiane am 26.07.2018 16:35 Report Diesen Beitrag melden

    Waat zielt sin d'Resultater vun eisem Här Juncker...tiptop gemaach.

  • Stop déih ondeklaréiert Verseuchung! am 26.07.2018 10:56 Report Diesen Beitrag melden

    ... elo kréien ons aarem Schwéin et oof a kréien zukünftëg nach méih ondeklaréierten genmanipuléierten pestizidverseuchten Soja aus den USA an den Friësstrach gemixt, well sie sech jo agespart net wiëren kënnen a mir iëssen duërno d'Fleesch vun dese Schwein am Gehacktesmix aus den Supermarchéeregaler ouni iergendeng Deklaratioun an sou hun sie ons rem eng Kéiër kritt mat hierer Frickprofitmanie, déih just gudd ass fir d'Wirtschaftsprofitören awer net fir d'Natur, net fir d'Emwelt, net fir d'Déieren, net fir d'Planzen an schlecht ass fir ons Mënschen an ons all krank mëcht!

  • nordsprotte am 26.07.2018 10:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    In Amerika gehen durch Trumps Politik Arbeitsplätze verloren. Trump braucht Erfolge. Aber ich schau mal , wie ich Soja vermeiden kann.

  • Top gelaff JCJ am 26.07.2018 10:35 Report Diesen Beitrag melden

    Den JCJ ass en aalen Politikfuus an ass kéen déen et mat der Anscht kritt wann en Trump ofängt ze jeitzen.

  • svendorca am 26.07.2018 09:09 Report Diesen Beitrag melden

    TTIP---an e néien Mantel betten..