Parteitag in Luxemburg

12. Juli 2018 22:39; Akt: 12.07.2018 22:47 Print

LSAP fordert 38-​​Stunden-​​Woche und 30 Tage Urlaub

LUXEMBURG – Die Sozialdemokratische LSAP hat am Donnerstag ihr Wahlprogramm für die Parlamentswahlen vorgestellt. Einige Forderungen: mehr Urlaub, höherer Mindestlohn.

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Es war ein langer Abend für die Parteimitglieder der LSAP. Die Sozialdemokraten haben sich im Tramsschapp versammelt, um das Wahlprogramm vorzustellen, mit dem sie in die Parlamentswahlen im Oktober einziehen wollen. Und das enthält einige Überraschungen. Die Sozialistische Jugend konnte trotz einiges Widerstands durchsetzen, dass eine Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre ins Programm aufgenommen wurde.

Auch die Forderung, öffentliche Verkehrsmittel dauerhaft kostenlos zu machen, war vorher nicht absehbar. Allerdings ist dies auch an die Bedingung geknüpft, « dass sich das Verkehrsangebot qualitativ und quantitativ zufriedenstellend entwickelt», sagt der Abgeordnete Alex Bodry.

Auch Parteichef Etienne Schneider, seines Zeichens Wirtschaftsminister, hatte noch eine Überraschung auf Lager. So fordert er im Wahlprogramm, die Wochenarbeitszeit von 40 auf 38 Stunden abzusenken, ohne dass dadurch das Einkommen geschmälert werden solle. Ziel dieser Maßnahme sei es «die in den letzten Jahren beobachteten Produktivitätsgewinne auszugleichen», heißt es im Programm. Zusätzlich zur Reduzierung der Arbeitszeit fordert die LSAP einen längeren bezahlten Urlaub im privaten Sektor. Dieser solle jährlich sechs Wochen betragen.

Mehr Urlaub, mehr Mindestlohn und Vollbeschäftigung

Die Einführung soll schrittweise über die nächsten fünf Jahre erfolgen, heißt konkret: ein Tag Urlaub mehr pro Jahr. Zu einem bedingungslosen Grundeinkommen konnte sich die Partei allerdings nicht durchringen. Arbeitsminister Nicolas Schmit sagte hierzu: «Trotz der fortschreitenden Digitalisierung gibt es genug Platz für alle auf dem Arbeitsmarkt. Wir sollten nicht vergessen, dass das ‹A› in LSAP für Aarbecht steht.» Die LSAP hält also an dem Konzept der Vollbeschäftigung fest.

Außerdem kündigte Wirtschaftsminister Schneider an, seine Partei werde für eine Anhebung des Mindestlohns um «wenigstens 100 Euro netto pro Monat» eintreten. Mit der LSAP solle es weiterhin keine Änderung an dem System der Lohnindexierung und keine Erhöhung des Renteneintrittsalters geben.

(Patrick Théry/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Niemand am 12.07.2018 23:19 Report Diesen Beitrag melden

    Wir alle wollen blabla, aber warum nicht gleich blablablaaaa? Wenn ihr da draussen uns wählen würdet, hätten wir alle viel mehr blabla à la fromage fondue avec du beure . . . darum solltet ihr nur uns wählen. ''Blabla, the power of Blabla.''

  • manni am 13.07.2018 08:31 Report Diesen Beitrag melden

    versprochene wahlgeschenke , selbe geld für weniger arbeit, mehr urlaub,... Realität sieht aber anders aus, die Arbeitgeber werden das nicht hinnehmen , ich glaube die LSAP möchte nur ihre Haut retten

  • och eng Wourecht am 13.07.2018 08:25 Report Diesen Beitrag melden

    Und ich dachte die Sendung 'Wünsch dir was' wäre 1972 beim ZDF eingestellt worden. Anscheinend hat die LsaP die Rechte übernommen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Lisa am 22.08.2018 18:27 Report Diesen Beitrag melden

    Finde ich ausgezeichnet im privaten Sektor Urlaub um eine Woche ( von 25 Tagen auf 30 zu erhöhen) und 38 Stunden pro Woche sind absolut korrekt - für meine Familie wäre dieses endlich nützlich.

  • Wat soll dat? am 16.07.2018 09:48 Report Diesen Beitrag melden

    Ech fanne jo schéin fir den Mindestloun weider ze heigen. Just wat méi komesch ass dat ech als Aarbechter feststellen dat den Mindestloun emmer méi no un mei Gehalt erun kennt ouni dat dat awer och geheicht géif ginn.

  • Henriette am 13.07.2018 13:13 Report Diesen Beitrag melden

    Könn dir ärem Jang mol soen,heen soll keng Interviewen an Talkshowen méi bis de September ofhaalen,daat kast all kéiers dausenden vun Stemmen fir är Partei.Heinsdo aset besser naischt ze soen.

  • Twix am 13.07.2018 10:52 Report Diesen Beitrag melden

    un een deen et wees : Verschidden Leit hun keng 34 Congé, huel deng 34Deeg Congé an bleif mat denger Aroganz doheem !!!!

  • manni am 13.07.2018 08:31 Report Diesen Beitrag melden

    versprochene wahlgeschenke , selbe geld für weniger arbeit, mehr urlaub,... Realität sieht aber anders aus, die Arbeitgeber werden das nicht hinnehmen , ich glaube die LSAP möchte nur ihre Haut retten