30 Jahre Air Rescue

29. Mai 2018 07:51; Akt: 04.06.2018 10:01 Print

Lebensretter gegen alle Widerstände

LUXEMBURG – Von einem Wohnwagen und einem Zelt zu einer der modernsten Flugrettungen der Welt. Die Air Rescue feiert am Donnerstag ihren 30. Geburtstag.

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Wie viel ist ein Menschenleben wert? Sollte man nicht die besten Bedingungen schaffen, um ein effektives Rettungssystem zu schaffen? René Closter und ein paar Kollegen der Luxemburger Berufsfeuerwehr sowie eine Handvoll Ärzte hatten 1988 einige Ideen, den hinterherhinkenden Ist-Zustand im Großherzogtum zu verbessern. Unter anderem wollten sie eine eigene Luftrettung einführen, um im Ernstfall wichtige Minuten zu gewinnen.

Anstatt Wohlwollen schlug ihnen jedoch heftiger Widerstand von vielen Seiten entgegen. «Das ist leider typisch für Luxemburg. Kommt man mit etwas Neuem, wird man anfangs belächelt, dann bekämpft und wenn es doch erfolgreich ist, waren alle mitverantwortlich», sagt Closter. Er sieht es mittlerweile entspannter. Denn die damals aufgrund der negativen Reaktionen in Eigeninitiative gegründete Air Rescue A.s.b.l. (LAR) mit ihm an der Spitze wird nun 30 Jahre alt – und kann eine beeindruckende Visitenkarte vorweisen.

Weltweite Einsätze

Am Anfang stand ein Wohnwagen. Kein Witz. Die erste Zentrale der Air Rescue war ein Wohnwagen. Daneben befand sich ein Panzerzelt, unter dem ein geliehener Hubschrauber seinen Unterschlupf hatte. Für diesen nahm Closter eine Hypothek auf sein Haus auf. Zunächst durfte die LAR nur Krankentransporte fliegen. Doch spätestens mit der Integration in den Rettungsdienst SAMU nahm die Entwicklung des gemeinnützigen Vereins 1991 Fahrt auf. «Dass wir aber einmal so groß werden würden, damit haben wir nicht gerechnet», gibt der CEO zu.

Heute ist aus dem einst kleinen Verein ein Global Player geworden, der 180 Mitarbeiter beschäftigt. Der Jahresumsatz liegt bei 35 Millionen Euro. Mit ihren sechs Hubschraubern und fünf Learjets ist die LAR täglich in Luxemburg, Europa und der ganze Welt unterwegs. 3000 Einsätze absolvieren sie pro Jahr. Sie fliegen Unfallopfer ins Krankenhaus, transportieren Organe zu Patienten oder helfen nach einem verheerenden Erdbeben. Ihr ständiger Auftrag: Leben retten. «Wir bekommen oft Briefe, Nachrichten oder Anrufe von Menschen, denen wir geholfen haben. Diese Dankbarkeit ist sehr viel Wert», sagt Closter, der selbst eine Fluglizenz besitzt. «Ich fliege aber nicht mehr und war auch früher nicht bei vielen Einsätzen dabei. Ich habe die Lizenz vor allem deshalb gemacht, um mit meinen Leuten mitreden zu können», sagt der 65-Jährige mit einem Augenzwinkern.

185.000 Mitglieder hat die Air Rescue im Jahr 2018. Die Akzeptanz in der Bevölkerung ist riesengroß. «Diese Zahl kommt ja nicht von ungefähr», sagt Closter stolz. Aber auch die Widerstände der anfänglichen Bekämpfer sind mit der Zeit geringer geworden. Die Verbesserung des Rettungssystems in Luxemburg durch die Air Rescue ist unbestritten. Die Luftrettung im Großherzogtum gehört mittlerweile zu den modernsten auf der ganzen Welt. Und schließlich steht etwas im Mittelpunkt, dessen Wert nicht messbar ist: Menschenleben.

Die Jubiläumsfeier zum 30. Geburtstag steigt am Donnerstag ab 17 Uhr für geladene Gäste auf dem Findel. Neben Premier Xavier Bettel wird auch Großherzog Henri dem Fest beiwohnen, der seit 1995 Schirmherr des Vereins ist.

(Henning Jochum/L'essentiel)

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