«Eine Katastrophe»

11. Oktober 2016 14:23; Akt: 11.10.2016 17:42 Print

Luxemburg: Nur drei Organspenden 2015

LUXEMBURG – Das Großherzogtum braucht dringend mehr Organspender. Der Verein Protransplant.lu schlägt Alarm und erklärt, was verbessert werden muss.

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Der Ausweis des Lebens zeigt, dass man Organspender ist.

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In Luxemburg kam es letztes Jahr zu drei Organspenden. Nur drei. Innerhalb eines ganzen Jahres.

Das Großherzogtum ist damit im internationalen Vergleich auf dem letzten Platz der Organspender, weit hinter Kroatien (37.6) und Belgien (28). Die Luxemburger Zahl ist «eine Katastrophe», findet auch Jos Bourg, Vorsitzender des Vereins Protransplant. Schuld daran ist für ihn die Tatsache, dass «das Gesetz einfach nicht vollstreckt wird».

Das 1982 in Kraft getretene Gesetz bestimmt, dass Organe «aus therapeutischen Gründen oder zu Forschungszwecken von einer Leiche entnommen werden können, wenn diese Person zu Lebzeiten nicht schriftlich ihre Verweigerung hinterlegt hat». «Jeder Mensch ist somit automatische Organspender», betont Jos Bourg. Aber in der Realität wenden sich die Ärzte an die Hinterbliebenen, welche «unter diesen Umständen unfähig sind, eine solche Entscheidung zu treffen».

«Luxemburg kann sich bei Belgien bedanken»

Die Organisation Eurostransplant, die die Organspenden in sieben Ländern koordiniert, lässt Gerechtigkeit walten: Je mehr Spender ein Land hat, desto mehr Organe bekommt es auch. Logischerweise müsste Luxemburg damit an allerletzter Stelle der Empfangsliste stehen. Doch dem ist nicht so – dank Belgien. Die beiden Länder werden zusammengerechnet, Luxemburg profitiert so von den guten Zahlen seines Nachbarn.

Laut Protransplant müsse noch sehr viel getan werden, um die Anzahl der Organspender zu erhöhen: Einführung einer Statistik zu Organspenden, einen für Organspenden verantwortlichen Arzt in jedem Krankenhaus sowie die Wiederaufnahme der Nierentransplantationen in Luxemburg. Bis vor ungefähr zehn Jahren fanden diese noch im Großherzogtum statt, fanden aber ein Ende, als der letzte spezialisierte Chirurg in Rente ging. Seitdem werden alle Erkrankten im Ausland behandelt.

(MC/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pascal am 11.10.2016 18:43 Report Diesen Beitrag melden

    Ech verstin ech net. 28 an der Belge, 3 zu Letzebuerg. Belge huet jo awer 20x méi Awunner.

  • ich am 11.10.2016 17:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es ist ebenfalls eine Schande, das sich solche Organisationen immer erst dann zu Wort melden und Alarm schlagen, wenn irgendwelche Statistiken veröffentlicht werden... Das ist der letztendliche Skandal... Prävention sieht praktisch anders aus ..... Geht in die Kliniken und sensibilisiert.... und verteilt nicht nur Flyer.

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  • Laura am 12.10.2016 09:55 Report Diesen Beitrag melden

    Was ebenfalls nie erwähnt wird, ist dass nicht jeder der Spenden will auch Spenden kann. Es gibt Bedingungen damit die Organe überhaupt entnommen werden können. Je nach Todesart können sie keine Organe Spenden das selbe gilt wenn sie Medikamente nehmen, oder bestimmte Krankheiten haben etc. Anstatt also immer zu sagen dass es so wenige Spenden gibt, sollte man mal die Zahlen veröffentlichen die belegen wieviele überhaupt hätten Spenden können.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Laura am 12.10.2016 09:55 Report Diesen Beitrag melden

    Was ebenfalls nie erwähnt wird, ist dass nicht jeder der Spenden will auch Spenden kann. Es gibt Bedingungen damit die Organe überhaupt entnommen werden können. Je nach Todesart können sie keine Organe Spenden das selbe gilt wenn sie Medikamente nehmen, oder bestimmte Krankheiten haben etc. Anstatt also immer zu sagen dass es so wenige Spenden gibt, sollte man mal die Zahlen veröffentlichen die belegen wieviele überhaupt hätten Spenden können.

    • Passeport am 16.10.2016 09:13 Report Diesen Beitrag melden

      Dies ist leider sehr schwierig da keine Statistiken von den banalsten Dingen existieren. Darum wird auch Transparenz und Statistiken gefordert

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  • Pascal am 11.10.2016 18:43 Report Diesen Beitrag melden

    Ech verstin ech net. 28 an der Belge, 3 zu Letzebuerg. Belge huet jo awer 20x méi Awunner.

  • ich am 11.10.2016 17:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es ist ebenfalls eine Schande, das sich solche Organisationen immer erst dann zu Wort melden und Alarm schlagen, wenn irgendwelche Statistiken veröffentlicht werden... Das ist der letztendliche Skandal... Prävention sieht praktisch anders aus ..... Geht in die Kliniken und sensibilisiert.... und verteilt nicht nur Flyer.

    • Passeport am 16.10.2016 09:11 Report Diesen Beitrag melden

      Mangel an Information ist eine Schande sehr geehrter Verfasser. Diese Statistiken sind nicht der Auslöser dass diese Aktion gestartet wurde. Die Statistiken sind seit Jahren unverändert sodass bereits über Jahre dagegen gekämpft wird. Desweiteren werden nicht " nur" Flyer verteilt sondern auf politischer wie auch anderen Ebenen agiert. Bevor man mit Steinen schmeisst sollte man sich richtig informieren.

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