Supercomputer

27. April 2016 09:16; Akt: 27.04.2016 09:51 Print

Luxemburg unterstützt EU-​​Großrechner-​​Programm

LUXEMBURG – Die EU-Kommission will einen Supercomputer im Herzen Europas bauen. Kommt der Mega-Rechner ins Großherzogtum?

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Der chinesische Großrechner Tinahe-2 ist der derzeit schnellste Supercomputer der Welt. (Bild: DPA)

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«Welche Organisation kann es sich erlauben, 90 Prozent ihrer Ressourcen zu verschwenden?» Diese rhetorische Frage stellte Thierry Breton, als er am Freitag Chef des europäischen Cloud-Anbieters Atos wurde. Und der ehemalige französische Wirtschaftsminister beantwortete die Frage auch gleich: «Keine Organisation kann das. Und dennoch: Neun von zehn Datensätzen werden heute nicht genutzt. Dabei repräsentieren sie ein wertvolles Mittel zur Wertschöpfung. » Tatsächlich – «Daten» sind überall. Milliarden von Daten schwirren über immer mehr verbundene Geräte und Systeme durch die Cloud Internet. Um sie zu verstehen, braucht es Maschinen, die in der Lage sind, Milliarden und Abermilliarden von Daten zu verarbeiten – Supercomputer.

Und im Bereich der Supercomputer – oder «High Performance Computers (HPC) – liegt Europa im Hintertreffen. Von den Tausenden Hochleistungsrechnern stehen drei Fünftel in China und den USA. Der schnellste chinesische HPC hat eine Rechenleistung von 33,9 Petaflops, das sind 33 Millionen Milliarden Rechenschritte – pro Sekunde. Zum Vergleich: Der schnellste Wohnzimmercomputer, ein Intel Core i7, kommt auf gerade einmal 300 Gigaflop (drei Milliarden Rechenschritte). Die beiden schnellsten Rechner Europas – sie stehen in der Schweiz und in Deutschland – schaffen es gerade so in die Top Ten der Welt – sie erreichen fünf bis sieben Petaflop.

Rechenleistung in Europa soll gefördert werden

Deshalb will die Europäische Kommission den Ausbau der Recheninfrastruktur jetzt im Herzen der Union fördern. Das Projekt soll mehrere Milliarden Euro kosten und wird von Luxemburg, Frankreich, Spanien und Italien unterstützt. Wie viel das Großherzogtum beisteuert, ist noch nicht beziffert, erklärt das Wirtschaftsministerium auf Anfrage von L’essentiel. Bei den Feierlichkeiten zur Eröffnung der Luxexpo am vergangenen Samstag lobte Wirtschaftsminister Étienne Schneider erneut die Pläne für den europäischen HPC, ein «Datenzentrum mit hoher Sicherheit und großer Performance», dass vom exzellenten Anschluss und der Infrastruktur Luxemburgs profitieren könne.

Im September wollen die Akteure dem Europäischen Rat und der Kommission eine Roadmap vorlegen, wie Technologie entwickelt und installiert werden kann, damit die «Big Data» genutzt werden kann. «Ein erstes Rahmenpapier für das Projekt soll von den teilnehmenden Ländern im Juni vorgestellt werden», erklärt Paul Zenners vom Wirtschaftsministerium zu L’essentiel. Als einer der wichtigen Akteure in der digitalen Finanzwelt und durch die Initiative «Digital Lëtzebuerg», hat das Großherzogtum einige Trümpfe für eine Ansiedlung auf seinem Staatsgebiet in der Hand – und könnte Europa in Sachen Wettervorhersagen, Medizin, Modellierung und der digitalen Wirtschaft voranbringen.

(jv/L'essentiel)

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