Russland-Connection

30. März 2017 15:05; Akt: 30.03.2017 15:13 Print

Luxemburger Botschafter gerät ins Zwielicht

LUXEMBURG - Die Ernennung von Jean-Claude Knebeler zum luxemburgischen Botschafter in Russland warf laut Medienberichten Sicherheitsbedenken auf.

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Jean-Claude Knebeler war bis 2013 Luxemburger Generalkonsul in New York. Davor arbeitete er in leitenden Funktionen im Wirtschaftsministerium. (Bild: Jean-Claude Ernst (Archivbild))

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Die Ernennung von Jean-Claude Knebeler zum luxemburgischen Botschafter in Russland ging offenbar nicht ohne Misstöne über die Bühne, wie jetzt bekannt wurde. Wie Tageblatt und Wort unter Berufung auf Geheimdienst- und Regierungskreise berichten, soll es bei der Überprüfung des Diplomaten Sicherheitsbedenken gegeben haben.

Knebeler ist seit September 2016 Luxemburgs Botschafter in Moskau. Der frühere Direktor im Außenhandelsministerium und Vertrauter von Ex-Wirtschaftsminister Jeannot Krecké ist mit einer Russin verheiratet, die laut Tageblatt früher als Sekretärin für den Milliardär Witali Malkin gearbeitet hat. Der Oligarch soll über exzellente wirtschaftliche Kontakte ins Großherzogtum verfügen. 2013 stolperte das Mitglied des russischen Föderationsrats über einen Skandal, als bekannt wurde, dass er neben der russischen auch die israelische Staatsbürgerschaft besitzt. In Kanada liefen Ermittlungen gegen den 64-Jährigen wegen angeblicher Verwicklungen in Geldwäsche und internationale Waffengeschäfte.

Staatsministerium dementiert

Aufgrund dieser Verbindungen habe die «Autorité Nationale de Sécurité», die dem Geheimdienst untersteht, bei einer Sicherheitsprüfung das Problem einer mögliche Erpressbarkeit Knebelers geäußert. Regierungschef Xavier Bettel habe jedoch trotz dieser Bedenken an der Ernennung des Botschafters festgehalten, berichtete wort.lu.

Das Staatsministerium dementiert jedoch am Donnerstag in einem Communiqué, dass sich die Regierung über vermeintliche Sicherheitsbedenken des Geheimdienstes «hinweg gesetzt» habe. Der Staatsminister habe keine aktive Rolle im Fall Knebeler eingenommen. Ein Gremium von drei hohen Beamten des Staatsministeriums, des Außenministeriums und des Justizministeriums sei in einem Bericht zu dem Schluss gekommen, dass dem Diplomat die angefragte Sicherheitsgenehmigung («habilitation de sécurité») zu erteilen sei. «Der Premierminister ist dieser Einschätzung gefolgt und hat dementsprechend die Sicherheitsgenehmigung erteilt», heißt es aus dem Staatsministerium.

(red/L'essentiel)

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