In Luxemburg

13. September 2017 16:11; Akt: 13.09.2017 16:11 Print

Neues Gesetz für Gewaltopfer steht bereit

LUXEMBURG - Das Großherzogtum hat eine forensische Einheit eingerichtet, welche Opfer von Gewalt auch Jahre nach der Tat helfen soll.

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Opfer von häuslicher Gewalt können sich bei dem neuen Service melden. (Bild: DPA)

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Besser spät als nie: Am Mittwochmorgen verabschiedeten die Abgeordneten in Luxemburg einen Gesetzesentwurf zur Schaffung einer neuen Opferambulanz, der «unité de documentation médicolégale des violences». Der Text wird Mitte Oktober in der Chamber angenommen, bestätigte Josée Lorsché von Déi Gréng auf Nachfragen von L'essentiel.

Dort können sich Gewaltopfer melden, um die Spuren der Verbrechen dokumentieren zu lassen. Dabei kann es um häusliche Gewalt, Schlägereien, Vergewaltigungen, etc. gehen. Die Täter kommen oft unbestraft davon, weil die Opfer zu spät Anklage erheben. «Der Zweck der neuen Einrichtung ist es, Beweise zu sichern. Wenn das Opfer später zur Polizei gehen will, können diese eingefordert werden», erklärte Justizminister Félix Braz bereits bei den ersten öffentlichen Gesprächen zu diesem Thema im Jahr 2016.

Kostenloser Service

«Das Opfer muss dafür noch nicht einmal das Haus verlassen», sagt Lorsché. «Ein Arzt aus einem Krankenhaus kann angerufen werden und die Untersuchung durchführen.» Durch die angelegten Akten kann später zum Beispiel bewiesen werden, dass häusliche Gewalt nicht nur einmal, sonder öfters vorgekommen ist, führt Lorsché aus.

Das Budget des kostenlosen Service wird auf 200.000 Euro taxiert. Die Daten können anonym für bis zu zehn Jahre gespeichert werden. «Aber die Opfer werden immer das Recht dazu haben, die Speicherung der Informationen zu verlängern», sagt Lorsché .

(jw/L'essentiel)

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