In Luxemburg

27. April 2018 11:09; Akt: 27.04.2018 11:47 Print

Singles müssen sechs Mal höhere Steuer zahlen

LUXEMBURG – Alleinstehende Personen ohne Kinder werden im Großherzogtum überdurchschnittlich hoch besteuert, vor allem im Vergleich zu Familien mit Kindern.

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Familien mit Kindern genießen einen großen Steuervorteil vor kinderlosen Singles. (Bild: DPA)

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In Luxemburg verdienen alleinstehende Arbeitnehmer ohne Kinder nach Angaben der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) durchschnittlich 54.400 Euro brutto pro Jahr. Im Jahr 2017 zahlten diese 29,1 Prozent Einkommenssteuer und Sozialbeiträge, laut einer am Donnerstag veröffentlichten Studie.

Das ist etwas mehr als der Durchschnitt der 35 Länder der Organisation (25,5 Prozent), aber weniger als in den Nachbarländern: Französische Singles zahlen 29,2 Prozent ihres Bruttogehalts, Deutsche 39,9 Prozent und Belgier 40,5 Prozent und sind damit die am meisten besteuerten Singles in der OECD.

Luxemburg verteilt an Familien um

In fast allen OECD-Ländern ist der durchschnittliche Netto-Einkommensteuersatz (TMNIPP) – Einkommensteuer und Sozialversicherungsbeiträge der Arbeitnehmer abzüglich aller erhaltenen Familienleistungen – für Haushalte mit Kindern niedriger als für Haushalte ohne Kinder. Der TMNIPP für Familien mit zwei Kindern und nur einem Verdiener lag im Durchschnitt bei 14 Prozent.

In Luxemburg war der Steuersatz für diese Familien mit fünf Prozent deutlich niedriger, gegenüber 18 Prozent in Frankreich, 21 Prozent in Belgien und 22 Prozent in Deutschland. Das Großherzogtum ist eines der Länder, das am wenigsten kassiert und am meisten an Familien verteilt. Allerdings steigt dieser Satz, wenn der zweite Elternteil arbeitet (bis zu 15,5 Prozent bei einem Einkommen von zwei Dritteln des Durchschnittslohns).

(mc/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Aufstand am 27.04.2018 13:26 Report Diesen Beitrag melden

    Domadder gëtt den 1Mil Awunner Staat forcéiert.... eng Sauerei. D'Singel'en missten sech mol zesummendoen an eng Interessegrupp grënnen déi de Staat wéinst der ongläicher Behandlung vun Singel'en verklot!!!

  • Niemand am 27.04.2018 18:09 Report Diesen Beitrag melden

    Es ist mehr als ungerecht, dass singles und unverheiratete Menschen mehr Steuern zahlen müssen.

  • John Patchwork am 27.04.2018 11:44 Report Diesen Beitrag melden

    "wenn der zweite Elternteil arbeitet bis zu 15,5 Prozent" und in eine patchwork familie beide : "Im Jahr 2017 zahlten diese 29,1 Prozent Einkommenssteuer und Sozialbeiträge" Klasse !

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Maxim am 27.04.2018 19:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mat dach eng Steiererklärung do kritt een en gudden Deel dofuner erem an seng Täscht. Zesummen huet een jo och mei ausgaben an Steierklärung fällt och mei kleng aus. Dann kennt een schon op dat selwecht erauser

  • Bibou am 27.04.2018 19:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Steieren sin vill ze vill heich fier Singelen.Dat as iwerdriwen .Eis Politiker machen emmer nemmen fier Familien eng sauerei as dat.

  • Niemand am 27.04.2018 18:09 Report Diesen Beitrag melden

    Es ist mehr als ungerecht, dass singles und unverheiratete Menschen mehr Steuern zahlen müssen.

  • poli am 27.04.2018 15:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ganz genau esou as et..!

  • Aufstand am 27.04.2018 13:26 Report Diesen Beitrag melden

    Domadder gëtt den 1Mil Awunner Staat forcéiert.... eng Sauerei. D'Singel'en missten sech mol zesummendoen an eng Interessegrupp grënnen déi de Staat wéinst der ongläicher Behandlung vun Singel'en verklot!!!