Ekel-Parasit

17. Mai 2017 16:59; Akt: 17.05.2017 18:20 Print

So schützen Sie sich vor dem «Sushi-​​Wurm»

LUXEMBURG - Ein junger Portugiese geht nach dem Besuch eines japanischen Restaurants durch die Hölle. Wie groß ist die Gefahr, dass in Luxemburg ein Fadenwurm im Sushi landet?

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Der Fall sorgte am Wochenende weltweit für Schlagzeilen: Auch L'essentiel berichtete über jenen armen Mann aus Portugal, der nach einem Besuch in einem Sushi-Restaurant von schlimmen Magenkrämpfen heimgesucht wurde. Eine Woche lang litt der 32-Jährige an Fieber, immer wieder musste er sich übergeben. In einem Krankenhaus in Lissabon entdeckten Ärzte schließlich die Ursache für sein Leiden: In seinem Verdauungstrakt hatten sich Fadenwürmer angesiedelt und eine seltene Krankheit ausgelöst (siehe Infobox). Die ekelerregenden Bilder aus dem Endoskop gingen um die Welt.

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Auch in Luxemburg reagierten viele Sushi-Fans mit Sorge auf den Artikel, den die behandelnden Mediziner zunächst in einer Fachzeitschrift publik gemacht hatten. Bei vielen Konsumenten drängt sich die Frage auf, wie sie sich vor der ungewünschten «Gratisbeilage» schützen können.

Kochen, braten oder einfrieren

So viel vorweg: Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, sollte Lachs, Forelle, Thunfisch & Co. wenn möglich nur in durchgebratenem oder gekochtem Zustand verzehren – die kleinen Würmchen haben dann keine Chance. Auch ein Gefrierschock bei minus 20 Grad für mindestens 24 Stunden macht den Parasiten den Garaus.

Aber was tun, wenn man auf Sushi oder anderen rohen Fisch nicht verzichten will? Dann müssen Konsumenten darauf vertrauen, dass es die Fischhändler und Köche mit der Qualitätskontrolle sehr genau nehmen. Das luxemburgische Amt für Lebensmittelsicherheit betont auf seiner Website, dass frischer Fisch hierzulande «systematisch» auf Fadenwürmer untersucht wird. Befallene Fische werden sofort entsorgt. «Die Parasiten sind meistens mit dem bloßen Auge erkennbar», sagt Félix Wildschutz, Direktor der «Division de l'Inspection vétérinaire».

Fünf Prozent bleiben unentdeckt

In dickerem Fischfleisch sind die Fadenwürmer jedoch nicht immer einfach aufzuspüren – besonders die Larven des weißen Anisakis simplex (auch Heringswurm genannt) sind aufgrund ihrer Farbe gut getarnt. Die luxemburgischen Behörden gehen davon aus, dass etwa fünf Prozent der befallenen Fische unentdeckt bleiben.

Eine ähnliche Erkrankung wie in Portugal ist hierzulande aber noch nicht aufgetreten. In den heimischen Sushi-Restaurants kommt der Fisch meist tiefgefroren an – das verhindert unerwünschte Nebeneffekte. Die Gefahr einer Infektion sei ziemlich klein, sagt auch Experte Wildschutz. Trotzdem gibt es auch in Luxemburg vereinzelt Fälle, wo im Fisch der Wurm drin ist. «Konsumenten sollten den Händler dann unbedingt auf die mangelnde Qualität aufmerksam machen – und ihr Geld zurückverlangen.» Ist ein Fisch von Fadenwürmern befallen, hat das übrigens nichts mit mangelnder Hygiene zu tun: Die Fische infizieren sich bereits in ihrem natürlichen Lebensraum mit den Parasiten.

Einen etwas ungewöhnlichen Ratschlag für Sushi-Fans hat die US-Gesundheitsbehörde CDC: Wer beim Verzehr von Nigiri, Sashimi & Co. ein kribbelndes Gefühl im Mund spürt, sollte schleunigst ein Badezimmer aufsuchen – es könnte sich vielleicht gerade ein Fadenwurm in Ihren Körper einnisten wollen. «Oft kann der Wurm mit der Hand aus dem Mund geholt oder ausgehustet werden», schreibt die Behörde. «Dadurch kann eine Infektion vermieden werden.» Mit dem Appetit auf Sushi dürfte es danach allerdings vorbei sein.

(jt/L'essentiel)

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