Mobile Café-Bar

22. Juli 2016 07:25; Akt: 22.07.2016 07:30 Print

Stadt Luxemburg bremst den «Kaffee-​​Radler»

LUXEMBURG - Ein mobiler Kaffee-Verkäufer ist auf Kriegsfuß mit der Stadt Luxemburg. Die Gemeinde verweigert dem Jungunternehmer einen Stellplatz – der will sich jetzt wehren.

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«Kaffismännchen» Claude Nilles fühlt sich von der Stadtverwaltung schikaniert. (Bild: privat)

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Claude Nilles hat große Pläne. Der Luxemburger Jung-Unternehmer strampelt seit zwei Monaten mit einer mobilen Kaffeebar durch das Land. Die Geschäfte laufen gut. Bei Stopps in Ettelbrück, Schifflingen oder auch auf dem Kirchberg standen die Kunden bereits Schlange vor seinem «Coffee-Bike». Sogar ein Minister schlürfte bereits einen Kaffee bei ihm. Wegen der steigenden Nachfrage würde der 31-Jährige gern in der Hauptstadt expandieren – doch die zuständigen Beamten legen sich quer.

«Sie sagen, ich würde den Cafés und Bistros zu viel Konkurrenz machen», zeigt sich der Kaffee-Radler verständnislos. «In anderen Städten funktioniert das Konzept ja auch. Warum nicht bei uns?» Auf dem Kirchberg hätten Gastronomen bereits die Polizei geholt, um Nilles zu verscheuchen. «Doch die konnten nichts machen. Ich habe eine Gewerbegenehmigung und darf dort stehen.» Auch im Büroviertel Cloche d'Or kommt er regelmäßig mit seiner fahrenden Kaffee-Untertasse vorbei – sehr zur Freude der Passanten. Ins Zentrum der Hauptstadt hat er sich aber bislang noch nicht getraut.

Stadt lehnte Antrag ab

Bürgermeisterin Lydie Polfer bestätigt auf Nachfrage von L'essentiel, dass die Stadt eine entsprechende Anfrage von Nilles abgelehnt hat. Der Unternehmer hatte einen Stellplatz auf dem Wochenmarkt vor dem Rathaus beantragt. «Es gibt momentan kein klares Reglement für solche Anbieter», sagt Polfer, die einem Wildwuchs vorbeugen will. Mobile Eisdielen dürfen bereits jetzt durch die Stadt radeln: «Die sind aber auch kleiner als das ‹Coffee-Bike›.» Die Bürgermeisterin stellt jedoch in Aussicht, einen ähnlichen gesetzlichen Rahmen wie für die Food Trucks auszuarbeiten.

Nilles hofft noch auf eine gütliche Lösung mit dem Schöffenrat. Andernfalls werde er sich rechtliche Schritte überlegen, sagt er. «Luxemburg will junge Unternehmer fördern, heißt es immer. Aber das ist offenbar nur ein Reklamespruch.»

(Jörg Tschürtz/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Butz de Killer am 22.07.2016 08:32 Report Diesen Beitrag melden

    Géi emol an Asien, do gëtt op all Eck gefriess, a mega gudd, iwwerall op de Stroossen gët ët do eppes mobiles z'iessen, dat gëtt engem esou ee Fräiheetsgefill, ët ass einfach nët ze toppen, a wann ët nët gutt ass kënnt de client einfach nët ërem, d'Regierungen sollen sëch endlech äus eisen Liewen eräushalen, mer gesi jo zu wat daß dat féiert. Mee wat se méi réguléieren wat se méi hier Peien kënne justifiéieren.

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  • Guy MIchels am 22.07.2016 09:33 Report Diesen Beitrag melden

    Da sind mal junge Leute, die was machen wollen, und den ganzen Tag für ihr Geld strampeln. Ausserdem hab ich den Stand schon mal gesehen. Sehr sauber und gepflegt. Passt absolut in das Stadtbild von Luxembourg. Ich glaub auch nicht, dass er anderen das Geschäft wegnimmt. Sind genug Kunden für alle da. Wenn der Mann mit seinen Genehmigungen in Ordnung ist und brav seine Steuern zahlt, dann lasst ihn arbeiten.

  • Maka am 22.07.2016 10:12 Report Diesen Beitrag melden

    «Sie sagen, ich würde den Cafés und Bistros zu viel Konkurrenz machen»...oh nee, dann missten déi sech och nach drugin, SCHAFFEN (!) an den Leit eppes bidden fir Client'en ze kréien. Waat een onfairen System. Gudd dass Konkurrenz zu Lëtzebuerg net vum Staat ënnerstëtzt gëtt, sou dass den Client och keen Choix huet, an keng Qualitéit an keen Service vun den fierzefannenden Angeboter ze erwaarden brauch. Wéi et an dem aaneren Kommentar schon steet: Gidd mol an Asien oder soss iegentzwouch wou et Stroossenverkeefer gëtt, an dir wärt gesin waat fir een lächerlecht "Angebot" een zu Lëtzebuerg huet.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • armand am 24.07.2016 14:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der hat vielleicht nicht die richtige Parteikarte

  • Deluxbg am 24.07.2016 09:26 Report Diesen Beitrag melden

    Daat ass erem TYPESCH Letzebuerg, waat soll den Här Nilles dann matt senger mobilen Kaffeebar unriechten ausser Leit den Kaffee ze brengen wou et baal net meiglech ass, den Food Truck ass jo och erlaabt gin ! An deen hellt den Gastronomen Clientèle NET ewech ? Lëtzebuerg well jo Jonkunternehmer fudderen an dann gett dem Här hei Stäng an den Wee geluercht ! Souwiesou egal wei eng Terrasse op der Place d'Armes oder wou's se all sin, Sie sin nie zefridden, op der Place d'Armes wann een do lanscht geet, geet een praktesch gezwongen vum Personal bei deenen ze Iessen, mir sin an bleiwen hannen dran

  • Frau am 23.07.2016 22:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ihr gönnt dem Mann es nicht....tolle Idee und sowas gibt es schon in vielen Ländern. Es ist ja nur die Angst dass er mehr Umsatz macht.....

  • Knouterketti am 23.07.2016 21:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ech fannen daat eng Superidee - courage - vlaicht der Madame Polfer een Kaffee spendeeren - zemol Qualitaet total an der Rei ass

  • Stadter am 23.07.2016 10:00 Report Diesen Beitrag melden

    Déi stadter Bistroën faerten jo just seng Konkurrenz, dobei kann een déi zwee guer net vergläichen. Beim Nilles steet een an a engem Café sëtzt een um Stull mat enger Zeitung an kann een ob d'Toilet goen. Also Lydie wou ass do e Problem?