Treffen mit der Regierung

15. Mai 2014 13:11; Akt: 15.05.2014 14:29 Print

Streik-​​Komitee übt weiter Druck aus

LUXEMBURG - Die Veranstalter der Schüler- und Studentendemo lassen nicht nach. Am Donnerstag haben sie die Verbesserungsvorschläge der Regierung erneut kritisiert.

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Die Regierung hatte am Mittwoch angekündigt, bei ihren Plänen, das System der Studienbeihilfen zu überarbeiten, nachzubessern. So soll das Stipendium, das die Studenten abhängig von dem Einkommen ihrer Eltern bekommen, von 2‘500 auf 3'000 Euro steigen. Doch den Studentenvertretern geht diese Änderung nicht weit genug.

Am Donnerstag hat das Streik-Komitee 6670 in einer Pressekonferenz gefordert, dass die Regierung ebenfalls die Höhe des Grundstipendiums, das sich zurzeit auf 2'000 Euro beläuft, anzuheben. So verlangen die Veranstalter des Schüler- und Studentenstreiks, die Höhe des Grundstipendiums an die der Familienzuwendungen anzupassen. Die Höhe der Familienleistungen beträgt seit 2010 2‘800 Euro pro Jahr. Auch die angepasste Höhe des nach Sozialkriterien gestaffelten Stipendiums wurde am Donnerstagmorgen kritisiert.

Stipendium für Studienaufenthalte in der Kritik

Das Komitee gab zu, bei der Staffelung im Dunkeln zu tappen und nicht alle Unterkategorien zu kennen. Das Komitee monierte vor allem, dass bei der Vergabe der Stipendien das Einkommen der Eltern als einziges Kriterium für die Auszahlung der Studienbeihilfe fungiere. Bei den geschiedenen Eltern zum Beispiel, so die Verantwortlichen, würden die Ausgaben mit zwei getrennt bezahlten Mieten sofort steigen, ohne dass das Einkommen der beiden Eltern sich ändere. Genauso sehe die Situation bei den Patchwork-Familien aus. Wer früher schon gearbeitet habe und nun das Studium aufnehmen wolle, bekomme kein nach Sozialkriterien gestaffeltes Stipendium, so das Streik-Komitee.

Auch die Höhe des Stipendiums für Studienaufenthalte im Ausland geriet in die Kritik. Das Komitee kreidete der Regierung die Kriterien an, nach denen diese Studienbeihilfe vergeben wird. «Nur 20 Prozent der Einwohner bleiben im Land, um hier zu studieren. 90 Prozent der Grenzgänger studieren in ihren Herkunftsländern. In diesem Fall würde sich die Maßnahme gegen diese letztere Kategorie richten», monierte Pol Reuter, Präsident der Studentenvereinigung Unel. Für ein Studium in Deutschland sind 864 Euro monatlich an Lebenshaltungskosten notwendig, ein Studium in Frankreich verursacht Kosten von zwischen 875 und 1’291Euro pro Monat. Wer in Österreich studiert, muss mit Lebenshaltungskosten von 930 Euro pro Monat rechnen. Studieren an der Uni in Luxemburg ist mit monatlichen Kosten von 1‘000 Euro verbunden.

Das Komitee besteht nun auf ihren Forderungen: Die Verantwortlichen wollen frei wählen können, wo und was sie studieren und dabei ihre Autonomie beibehalten.

(Pa.T./L'essentiel)

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