Debatte in Luxemburg

03. Januar 2018 15:31; Akt: 03.01.2018 15:30 Print

«Tiers Payant wird die Probleme nicht lösen»

LUXEMBURG – Für Ärzte hat die Einführung des «Tiers Payant» in das luxemburgische Gesundheitssystem keine Priorität.

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Luxemburgische Ärzte reagieren nicht begeistert auf die Idee der Verallgemeinerung des «Tiers Payant». Das teilte die l'Association des médecins et médecins-dentistes (AMMD) am Mittwoch gegenüber L' essentiel mit. Laut dem Präsidenten der AMMD, Dr. Alain Schmit, «gibt es bereits einen Sozialversicherer und die Menschen können sehr schnell entschädigt werden». Es gäbe weiterhin «Probleme in unserem Gesundheitssystem, aber der zahlende Dritte wird sie nicht lösen».

Stattdessen sollte der Beitrag der Patienten diskutiert werden, wenn der Zugang zu medizinischer Versorgung ein Thema ist. «Wir haben beschlossen die Versicherten zu entlasten. Wir müssen auch in Betracht ziehen, welche Leistungen nicht verfügbar sind. Ist es normal, dass eine schwangere Frau während der Schwangerschaft nur drei Ultraschalluntersuchungen hat? Auch dass Patienten lieber ins Ausland gehen, um sich dort behandeln zu lassen, sollte beachtet werden. 35 Prozent der Einwohner Luxemburgs sind bereits zur medizinischen Versorgung ins Ausland gegangen. Wir müssen uns darüber Gedanken machen. Das Drittzahler-System wird die Probleme nicht lösen.»

Zahl der Unterschriften nimmt zu

Beim sogenannten «Tiers Payant», der sozialen Drittzahler-Regelung, geht es darum, dass man bei einem Arztbesuch nicht länger in Vorlage treten muss, sondern dass die Gesundheitskasse die Beiträge direkt selbsttätig zahlt. Dies bewahre den Patienten vor unnötiger Bürokratie und verhindere, dass man auf die Rückerstattung der CNS warten müsse, so die Antragsteller in seiner Begründung.

Die Petition, die die Einführung des «Tiers Payant» forderte, konnte zwischen Weihnachten und Silvester einen großen Erfolg erzielen. Bis zum heutigen Mittwoch wurden rund 6500 Unterschriften gesammelt.

(Jérôme Wiss/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • irgendeen am 03.01.2018 15:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Deen DR Schmitt huet op alles geänfert ausser op daat wourem et geet. Dei problemer wou heen uschneid hun nix domat ze din dass en client fierstrecken muss waat en evt guer net huet. Ech hun schon puer mol Suen missen leinen goen well ech wosst dass ech eng Rechnung soss net konnt begleichen well et net schnell geet bis een se zereck kritt. Mir sin keng Firmen dei sech Zeit kennen lossen mais Menschen dei vun Mount zu Mount liewen. Mais daat kann sech soueen reichen DR Fatzke wuel guer net fierstellen

  • Lisa Felds am 03.01.2018 16:01 Report Diesen Beitrag melden

    "und die Menschen können sehr schnell entschädigt werden"...bei mir perséinlech dauert et 3-4 Méint. Ech fannen dat net "schnell"!!

  • Idiot am 03.01.2018 20:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sou eppes kann just en reichen Dokter soen. Den huet bestemmt keng Problemer en puer dausend Euro vir ze strecken wann een schweier krank ass. Daat ass Diskriminierung vun denen Armen Leit. Dann mussen se Suen leinen goen fir Dokter Rechnungen ze bezuelen. Ei dann freht sech Bank och nach eng keier. Den Armen kann jo alles bezuelen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Den Kranke am 03.01.2018 21:05 Report Diesen Beitrag melden

    Es ist ja so, die Aertze wollen ihr Geld sofort! Dass es in anderen Ländern geht, ist den hiesiegen Aertzen egal...

  • loshein am 03.01.2018 20:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ‚Sehr schnell‘ ass vill méi lues wéi guer net eréischt bezuelen.

  • Idiot am 03.01.2018 20:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sou eppes kann just en reichen Dokter soen. Den huet bestemmt keng Problemer en puer dausend Euro vir ze strecken wann een schweier krank ass. Daat ass Diskriminierung vun denen Armen Leit. Dann mussen se Suen leinen goen fir Dokter Rechnungen ze bezuelen. Ei dann freht sech Bank och nach eng keier. Den Armen kann jo alles bezuelen.

  • dusninja am 03.01.2018 18:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    De dräi Ultrschaller sinn a Massnahm em dat Puppelcher ze schëtzen. Et ass ëmmer noch a Strohlung. Nëmmen de Franzous meingen dat ass wëchtig. Domät de Apparater sëch mei seier finanzieren. Ass geing och ouni and mir hunnen dat op dräi Kéier och met den dräi Entersuchung op d'Rei kruegt. Dat tiers payant as fir mëch solid dofir do op se méngen bei de Doktoren ginn missen. Ech hunn e por Keier et iwwerlegt. An séier houf och net remboursiert. Ierscht woren 3 Wouch, elo 2 Mount an so hunnen de Dokteren d'Suen séier en d Posch. Dofir sinn se net pressiert, d'Remboursementer ginn se op warten bëm 3payant.

  • johny CASH am 03.01.2018 17:50 Report Diesen Beitrag melden

    Da wird wohl noch einiges diskutiert werden. Dass die Ärzte lieber cash bezahlt werden versteht sich von selbst. Dass die Damen und Herren Beamten der CNS in der Vergangenheit nicht durch übertriebenen Tatendrang aufgefallen sind ist auch bewiesen. Nun wird es wohl an beiden sein ihrer doch recht stattlichen Entlohnung gerecht zu werden. Sollte der "Tiers Payant" nicht eingeführt werden werde ich auf jeden Fall NIE mehr eine Arztrechnung sofort und in bar bezahlen.