Xavier Bettel in Wellenstein

20. Dezember 2017 14:30; Akt: 20.12.2017 14:36 Print

Und plötzlich steht der Premier im Weinladen

WELLENSTEIN – Regierungschef Xavier Bettel ließ sich am Mittwoch durch die Caves coopératives führen. Dabei blieb auch Zeit, mit einem Klischee über den Moselwein aufzuräumen.

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Es kommt nicht alle Tage vor, dass ein Staatsminister vormittags in den Caves coopératives in Wellenstein an der Kasse steht. «Bonjour, was haben Sie denn Schönes gekauft?», fragt Premier Xavier Bettel ein älteres Paar und blickt auf dessen gut gefüllten Einkaufswagen. Nach einem kurzen Gespräch blickt sich Bettel, selbst Sohn eines Weinhändlers, neugierig in der Vinothek um. «Ich kaufe meinen Wein auch immer selbst», gesteht er beim anschließenden Rundgang.

Mehr als ein Jahrzehnt ist es schon her, dass ein amtierender Premierminister die Winzergenossenschaft Domaines Vinsmoselle – übrigens die größte des Landes – besucht hat. Dementsprechend groß war die Empfangsdelegation am Mittwoch. Bettel ließ sich in Begleitung von Agrarminister Fernand Etgen (beide DP) die Lager- und Produktionsvorgänge zeigen, schnupperte an einem Pinot-Noir-Fass und informierte sich über die aktuelle Lage in der Kellerei.

Kleine Ernte, große Qualität

Für die Winzer an der luxemburgischen Mosel waren die vergangenen drei Jahren nicht einfach, sagt Josy Gloden: «Wir haben jetzt drei Jahre hintereinander relativ kleine Ernten eingefahren, jedes Jahr verloren wir 20 bis 30 Prozent der Trauben. Somit fehlt es uns ganz einfach an Volumen.»

Für 2017 zieht der seit Juli amtierende neue Präsident der Domaines Vinsmoselle eine gemischte Bilanz. «Unter dem Strich fällt die Bilanz nicht negativ aus, wir haben die Verkaufszahlen vom Vorjahr gehalten. In Sachen Qualität sind wir bei der Weinlese dank der vielen Selektionen am Weingarten bei einem ganz guten Ergebnis gelandet.» Aktuell herrscht in den Vinotheken der Genossenschaft Hochbetrieb. «Das Weihnachtsgeschäft ist unser ‹Heemount›, wir machen im Dezember viel Umsatz», sagt Gloden.

Warum nicht mal «weiße Weihnachten»?

Dennoch sind die feinen Tröpfchen von der Mosel nicht immer erste Wahl bei den Konsumenten – die ausländische Konkurrenz im Supermarkt und in den Weinkellern der Restaurants ist enorm. Gloden wünscht sich, dass auch beim Wein lokale Produkte mehr bevorzugt würden – und er will zu diesem Anlass mit einem Klischee aufräumen. Wer sagt etwa, dass ein Weißwein aus Luxemburg nicht mindestens genau so gut zum Festessen passt wie ein Rotwein aus Frankreich oder Spanien? «Ein Pinot Gris funktioniert zum Beispiel hervorragend mit einem Stück Fleisch, bei Fischspeisen kann man etwa auf einen Riesling oder einen Pinot Blanc zurückgreifen», empfiehlt der Winzer.

Und wie sieht ein typisches Weihnachtsfestessen im Hause Gloden aus? «Bei uns ist es Tradition, dass wir mit einem guten Gläschen Crémant Poll-Fabaire beginnen. Zum Truthahn nehme ich einen Pinot Blanc Enschberg. Dieser Grand Premier Cru wird in einem großen Holzfass gereift und hat einen süßen Charakter. Beim Dessert wird zum Gâteau au chocolat ein Moelleux Gewürztraminer gereicht. Danach kann man den Abend gemütlich ausklingen lassen.»

(Jörg Tschürtz/L'essentiel)

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