In Luxemburg

13. Juni 2018 13:20; Akt: 13.06.2018 13:44 Print

Zahl der Opfer von Mobbing am Arbeitsplatz steigt

LUXEMBURG-STADT – Die Mobbing asbl hat auf einer Pressekonferenz aktuelle Entwicklungen zu Diskriminierung am Arbeitsplatz vorgestellt.

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Monique Breisch (l.), Direktorin von Mobbing asbl und Arbeitsminister Nicolas Schmit wollen Mobbing am Arbeitsplatz effektiv bekämpfen. (Bild: L'essentiel)

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Am heutigen Mittwoch hat die Mobbing asbl in Anwesenheit des Ministers für Arbeit, Beschäftigung sowie Sozial- und Solidarwirtschaft, Nicolas Schmit, die neuesten Erkenntnisse bezüglich Mobbing in Luxemburg vorgestellt. Aus der Pressekonferenz ging hervor, dass sich die Zahl der bei Mobbing asbl angezeigten Fälle im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2016 vervierfacht hat.

Nach wie vor seien zwei Drittel der Opfer von Mobbing am Arbeitsplatz Frauen. Vor allem die Altersgruppe zwischen 30 und 59 Jahre ist betroffen. Laut der Direktorin des Vereins, Monique Breisch, liege der Grund hierfür in der wirtschaftlichen Abhängigkeit dieser Altersgruppe von ihrem Arbeitgeber. Deshalb ertrügen diese Menschen selbst massive Demütigungen. «Vor allem Menschen, die weniger als fünf Jahre im Unternehmen sind werden zu Opfern», so Breisch. «Häufig werden diese Menschen als Störenfriede in einer eingeschworenen Gemeinschaft empfunden, einfach weil sie neu im Betrieb sind.»

Mobbing kann zu Selbstmordgedanken führen

Nicht selten führe das zu langwierigen Krankschreibungen. Etwa 48 Prozent aller Betroffenen hatte aufgrund von Mobbing einen Krankenschein. Die durchschnittliche Dauer des krankheitsbedingten Ausfalls liege bei sieben Wochen, so Breisch weiter. In den meisten Fällen diagnostizieren Mediziner oder Psychologen erhöhte Stresslevel (96 Prozent), Nervosität (91 Prozent), Schlaflosigkeit (81 Prozent) und Depressionen (78 Prozent). Etwa fünf Prozent aller Betroffenen seien sogar selbstmordgefährdet. «Wir müssen die Menschen schützen, die auf der Arbeit psychischer Gewalt ausgesetzt sind», sagt Breisch.

Mobbing sei ein «ernstzunehmendes Problem, bei dem man alles daransetzen muss, den Betroffenen zu helfen», findet auch Minister Schmit. «Es gibt zwar auch Anlaufstellen in Unternehmen, die Mobbing asbl ist aber wesentlich diskreter – und nicht weniger effektiv.» Da der Luxemburger Arbeitsmarkt kontinuierlich wachse, sei für die Zukunft auch mit einem Anstieg der Opfer zu rechnen. Das betreffe Arbeitnehmer und Arbeitgeber – und damit auch den Staat.

Gesetz gegen Mobbing nicht mehr in dieser Legislaturperiode

Es sei «skandalös», dass Mobbingopfer bei Krankschreibungen noch immer als Drückeberger abgestempelt würden, so Schmit. Deshalb müsse ein Gesetz her, das über die bisher geltenden Bestimmungen zur sexuellen Belästigung am Arbeitsplatz und über die in Luxemburg gültige europäische Konvention zu diesem Thema hinausgehe. Das sei auch schon in Arbeit. «Es hat bisher allerdings Abstimmungsprobleme mit den Sozialpartnern gegeben, die ein Gesetz zu Mobbing am Arbeitsplatz verzögert haben», sagt Schmit.

Dennoch sei das Gesetz notwendig. In dieser Legislaturperiode, also vor den Wahlen, kann allerdings nicht mehr mit einer Verabschiedung gerechnet werden. Es sei jedoch unabdingbar, dass sich «der zukünftige Arbeitsminister mit dieser Thematik auseinandersetzt», schließt Schmit.

In Luxemburg arbeiten derzeit etwa 413.000 Menschen. Neun Prozent davon (etwa 37.000) sind bereits mit Mobbing am Arbeitsplatz in Kontakt gekommen. Die Kosten für krankheitsbedingte Ausfälle belaufen sich auf etwa 95 Millionen Euro im Jahr 2017, wie aus Berechnungen der Mobbing asbl hervorgeht.

(Dominik Dix/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mobbingsopfer am 13.06.2018 14:40 Report Diesen Beitrag melden

    Ech sinn een Mobbings Opfer a war ball 5 Meint Krank gemellt den 1.Kontroller vun der CNS huet dat esou schlemm fonnt a mech weider am Krankenschein geloss ,dat huet dem Patron net gefall a huet mech bei eng Mad Kontrollesch vun der CNS gescheckt dei och bekannt ass dass se jiddfereen Schaffen scheckt a och esou bei mir , uni emol ze frohen wei et mir geet uni emol eng Kontroll uni den Dossier ze Kontrolleieren huet se mech erem schaffen gescheckt zeguer den Ziedel war schons färdeg gedreckt , den Patron wousst et schons well hat direkt ungerufft !!! Mat klengen Niewenverdengschter geet alles

  • Roxy@Mobbinopfer am 13.06.2018 18:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Do kann een nëmmen eppes maachen och wann et schwéier ass:kënnegen.Hunn et och esou gemeet no bal 30 Joër.Hunn et nët méi ausgehal.Iergentwann ass d'Mooss nämlech voll soss gitt Dir krank.

  • Menni am 13.06.2018 20:47 Report Diesen Beitrag melden

    Den Här N. Schmit mecht selwer mobbing andeem en d’Retraite de Solidarité brutal vun engem Moment op deen aaneren kennegt! Vun Progressivitéit nach nie eppes héieren huet. Wees hien iwwerhaapt, wat dat vir een Psychoterror ass ...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Timon am 13.06.2018 21:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hei am Land kennen Patroen mat de Matarbechter maachen wei et hinnen gefällt. Dèn nexten steht jo schon‘s virun der Dîr. Haut mescht et einfach keen Spass mei schaffen ze goen, well den Arbechter get einfach net mei respekteiert, dat ass leider Realität an eisem Ländchen.

  • Menni am 13.06.2018 20:47 Report Diesen Beitrag melden

    Den Här N. Schmit mecht selwer mobbing andeem en d’Retraite de Solidarité brutal vun engem Moment op deen aaneren kennegt! Vun Progressivitéit nach nie eppes héieren huet. Wees hien iwwerhaapt, wat dat vir een Psychoterror ass ...

  • Roxy@Mobbinopfer am 13.06.2018 18:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Do kann een nëmmen eppes maachen och wann et schwéier ass:kënnegen.Hunn et och esou gemeet no bal 30 Joër.Hunn et nët méi ausgehal.Iergentwann ass d'Mooss nämlech voll soss gitt Dir krank.

  • Mobbingsopfer am 13.06.2018 14:40 Report Diesen Beitrag melden

    Ech sinn een Mobbings Opfer a war ball 5 Meint Krank gemellt den 1.Kontroller vun der CNS huet dat esou schlemm fonnt a mech weider am Krankenschein geloss ,dat huet dem Patron net gefall a huet mech bei eng Mad Kontrollesch vun der CNS gescheckt dei och bekannt ass dass se jiddfereen Schaffen scheckt a och esou bei mir , uni emol ze frohen wei et mir geet uni emol eng Kontroll uni den Dossier ze Kontrolleieren huet se mech erem schaffen gescheckt zeguer den Ziedel war schons färdeg gedreckt , den Patron wousst et schons well hat direkt ungerufft !!! Mat klengen Niewenverdengschter geet alles