Gratis-Nahverkehr

19. August 2019 06:59; Akt: 19.08.2019 07:01 Print

«In Luxemburg drohen Geisterbahnhöfe»

LUXEMBURG – Ohne Fahrkarten braucht es auch keine Fahrkartenschalter mehr, so der Grundsatz der CFL. Kritiker glauben, dass dadurch die Bahnhöfe veröden.

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Ratlos am «Geisterbahnhof». Das ist die Horrorvorstellung so mancher Kritiker. (Bild: Editpress/Julien Garroy)

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Im Streit um die Schließungen von Ticketschaltern, die im Zuge der Einführung des kostenlosen Nahverkehrs im März 2020 von den CFL geplant werden, haben sich Déi Lenk und die Eisenbahnergewerkschaft FNCTTFEL zu Wort gemeldet. Sie befürchten, in Luxemburg könnten «Geisterbahnhöfe» entstehen. Ihre Horrorvision: Statt Mitarbeitern stehen nur noch Kameras und Notrufsäulen am Bahnsteig.

Hintergrund ist, dass sieben von zehn Fahrkartenschalter geschlossen werden sollen. Damit wird der vor Jahren begonnene Abbau von Schaltern in der Fläche abgeschlossen. Nur die Schalter in Luxemburg-Stadt, Esch und Belval-Universität sollen erhalten bleiben.

Im Ministerium für Mobilität sieht man keinen Anlass für die Sorge, dass die Fahrgäste allein gelassen werden könnten. «Das Gegenteil ist der Fall», sagt Danielle Frank. «Statt der Schalter werden Mitarbeiter mit Tablets am Bahnsteig sein und den Fahrgästen zur Seite stehen.»

In Ettelbrück erteilt Bürgermeister Jean-Paul Schaaf (CSV) diesen Plänen eine Abfuhr. Er weist darauf hin, dass der dortige Bahnhof der «Knotenpunkt für die nördliche Region ist. Studenten, Mitarbeiter und Besucher sind dort tagtäglich unterwegs». Der Stadtrat fordert daher, «dass der Schalter im Bahnhof Ettelbrück in Betrieb bleibt».

Wer ins Ausland reisen will, muss sein Ticket in der Hauptstadt kaufen

Wer Fahrkarten für Reisen ins Ausland kaufen will, kann dies künftig nur noch an den Schaltern in Luxemburg-Stadt und Belval-Universität machen – oder eben online. Déi Lénk und Gewerkschafter befürchten, dass vor allem ältere Kunden darunter leiden, weil sie Probleme mit dem Ticketkauf im Netz haben können. An den Ticketautomaten sind nicht alle Angebote erhältlich.

Bei den CFL sind nach Angabe der Gewerkschaft 16 Mitarbeiter direkt von der Schließung der Schalter betroffen. Sie konnten bei einer internen Befragung angeben, ob sie künftig als Aufsichtsbeamte oder im Empfang der Fahrgäste arbeiten möchten. Sollten sich nicht ausreichend Mitarbeiter für einen Wechsel aussprechen, müssten die CFL weitere Mitarbeiter einstellen. Die Befragung endete am Mittwoch. Das Ergebnis steht noch aus.

(mb/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jengi am 19.08.2019 09:11 Report Diesen Beitrag melden

    In die meisten Bahnhöfe wurde sowieso schon jahrelang nichts investiert. (Fliesen, WC-Anlagen)

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  • knujhel am 19.08.2019 08:03 Report Diesen Beitrag melden

    Et ass oerhéiert, dass et nach ëmmer Leit ginn, déi op verschidden Niveauen, meeschtens um allerniddrechsten, géint de gratis ëffentlechen Transport stänkeren. All d'Parteien ausser der CSV waren dofir an et ass eng beschlosse Saach. Wat soll dat also? Summerlach? Geltungsdrang?

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  • loshein am 19.08.2019 13:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Noertzeng, Kayl, Téiteng, Rëmeleng, Bireng, Diddeleng-Centre si schonn Dekaden „Geisterbahnhöfe“ ouni dass ee reklméiert huet.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jay am 20.08.2019 19:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @jimbo. Et ass dach méi logesch Personal um Quai ze hunn déi engem Ried an Äntfert ginn wéi dass een duech den Souterrain an de Guichet muss goen an sou vläit säin Zuch verpasst, nee?

  • Quetsch am 19.08.2019 15:00 Report Diesen Beitrag melden

    Et keint ee jo Gratis Tickeen do verkaafen. Dann hätten d'Leit eng Beschäftigung.

  • Hey CFL: am 19.08.2019 14:58 Report Diesen Beitrag melden

    Ech maachen eng Döner-Butek dran op ! Dat get emmer.

  • loshein am 19.08.2019 13:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Noertzeng, Kayl, Téiteng, Rëmeleng, Bireng, Diddeleng-Centre si schonn Dekaden „Geisterbahnhöfe“ ouni dass ee reklméiert huet.

  • Jengi am 19.08.2019 09:11 Report Diesen Beitrag melden

    In die meisten Bahnhöfe wurde sowieso schon jahrelang nichts investiert. (Fliesen, WC-Anlagen)

    • Yves am 19.08.2019 17:55 Report Diesen Beitrag melden

      Kann de Kirchefong se net iwerhuelen, an speider dann verlounen?

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