Erneuerbare Energien

21. September 2020 16:56; Akt: 21.09.2020 17:02 Print

«Alle Dächer Luxemburgs sollen Solarstrom liefern»

ESCH/ALZETTE – Eine Studie will Werkzeuge für die Energiewende bereitstellen. Die Potenziale sollen schneller erkannt und die besten Standorte sichtbar werden.

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Energieminister Claude Turmes hätte gerne Solaranlagen auf allen Dächern des Landes.

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Wie viel Energiepotenzial hat eigentlich eine Stadt? Also wie viel erneuerbaren Strom kann man in einer Stadt maximal produzieren. Mit dieser Fragestellung hat sich eine Studie am Beispiel Esch/Alzette beschäftigt. Auch wenn der Ansatz eher theoretischer Natur ist und die Einwohner der Südgemeinde nicht ab Morgen alle ihre Dächer und Fassaden mit Solaranlagen zupflastern werden, so bleibt es eine spannende Forschungsarbeit. Seit drei Jahren ist Esch deshalb Modellstadt für die «SECuRE»-Studie des Luxemburger Institut für Wissenschaft und Technologie (LIST).

Finanziert wird die Studie von der Enovos-Stiftung unter Schirmherrschaft der Fondation de Luxembourg. Die Forscher sammeln hierzu geografische Daten, simulieren Sonneneinstrahlung und berechnen 3-D-Modelle. Damit wollen die Forscher Werkzeuge schaffen, die für alle Städte weltweit wertvoll sein könnten. Dazu soll es möglich werden, auf einen Blick und in 3-D zu sehen, wo in einer Stadt oder Gemeinde effiziente Solaranlagen installiert werden können und welche Gebäude vorrangig für eine bessere Energieeffizienz saniert werden müssen.

Esch könnte bis zu 40 Gigawatt erzeugen

«Nach unseren Schätzungen für ganz Esch/Alzette könnten wir 20 Gigawatt pro Jahr auf den Dächern und 15 bis 20 an den Fassaden produzieren, also insgesamt 35 bis 40 Gigawatt. Das ist sehr beachtlich. Wir haben nicht den genauen Jahresverbrauch der Stadt, aber wir erreichen wahrscheinlich 60 bis 70 Prozent», sagte Projektleiter Ulrich Leopold.

Nicht alle der dafür nötigen Flächen ließen sich allerdings realisieren. So steht bei einigen Gebäuden der Denkmalschutz einer Solaranlage entgegen. Das Werkzeug kann allerdings dazu genutzt werden, die Standorte zu finden, bei denen die Ausbeute maximal ist. Diese Fähigkeit zur Optimierung soll demnächst in ganz Luxemburg nutzbar sein.

Durch die gesammelten Daten über die Bauweise der Häuser, der verwendeten Materialien und den Stand der Isolierung will man auch der Politik Entscheidungshilfen an die Hand geben. Die Stadtplanung soll durch Empfehlungen bei der energetischen Sanierung von Gebäuden unterstützt werden. Für Claude Turmes, Déi Gréng-Minister für Energie und Raumordnung, ist daher auch klar, dass das Projekt die notwendigen Daten liefern werde, um die Energiewende zu beschleunigen. Denn wenn man mit einem Klick wisse, wie viel Energie ein Dach oder eine Fassade erzeugen kann, helfe dies, die Investitionsentscheidung zu beschleunigen. Der erklärte Wunsch des Ministers ist es deshalb auch, dass so schnell wie möglich jedes Dach in Luxemburg mit einer Solaranlage ausgerüstet sein solle.

(nm/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stop Müslis am 21.09.2020 17:23 Report Diesen Beitrag melden

    WANN stoppen wir endlich diese Müsli-Ayathollas und ihre kranken dogmatischen Wahnvorstellungen, Verbote, Besteuerungen, Verteuerungen... ??? Erst wenn der letzte Parkplatz verschwunden ist, merken wir, das wir zu Fuss, im Tram und mit Fahrräder nicht zur Arbeit, nicht zur Kinderkrippe, und schon gar nicht unsere Einkäufe nach Hause kommen... Die Wähler in der Stadt (wie viele leere Geschäfte) haben es schon vorgemacht und die Müslis in die Wüste geschickt ! Jetzt reicht's DEFINITIV.

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  • Julie am 21.09.2020 17:11 Report Diesen Beitrag melden

    Bitte nicht ! bei Neubauten und modernem Design kann man Solardächer einigermassen ästhetisch einbinden, bei bestehenden Häusern mit klassischen Dachdesign und Dachziegel sieht das nur Scheisse aus !

  • Wunschdenken am 21.09.2020 17:12 Report Diesen Beitrag melden

    Dem steht entgegen, dass die wenigsten ein quellendes grünes Gehalt haben und sich vom Ersparten lieber eine Reise gönnen möchten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Phantomarc am 26.09.2020 21:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Um kapp wir ett och nett schlächt, eng oder dei aner zell....

  • Meenung am 25.09.2020 01:59 Report Diesen Beitrag melden

    Herr Turmes, d'Idee as gut, Emsetzung as eng aner Sach. Ech denken schons Joeren doriwer no, a kommen ëmmer nees ob den entschluss, wann dann as et besser eng Firma géif all Solarzellen besetzen, an den leiden eng Locatioun gin, oder de Stroum méi belleg. Firdeel dobei as, et kéint alles and Netz agespist gin, wéi et schons vill an Deitschland get, fir Verwendung mat Batterien fir Eegenbedarf, kéinnt da verzicht gin. Dat wir Model fir ganz Europa, an eis Wisen bléiwen Wisen an net Solarprken.

  • Michel Schmeler am 23.09.2020 09:24 Report Diesen Beitrag melden

    Natierlech eng gud Idee awer mär verpolferen d'Geld leiwer fir Sateliten asw.

  • Ech@Anne am 22.09.2020 12:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ganz genau.

  • Turris am 22.09.2020 10:23 Report Diesen Beitrag melden

    Nur wenn ich den eigenen Strom auch selbst verbrauchen darf und keinen Papierkram wegen Genehmigung ausfüllen muss !