In Luxemburg

13. August 2019 16:35; Akt: 14.08.2019 10:20 Print

Tornado wütete mit bis zu 250 km/h in Petingen

PETINGEN/NIEDERKERSCHEN – Ein Tornado hinterließ am Freitag großen Schaden im Südwesten des Landes. Ein Experte des staatlichen Wetterdienstes MeteoLux blickt zurück.

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Der Tornado vom Freitag, bei dem ganze Dächer abgerissen wurden, erreichte auf der Fujita-Skala Niveau 2 – von insgesamt sechs.

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War der Tornado, der den Süden des Landes traf, ein außergewöhnliches Wetterereignis? Hat er etwas mit der Klimaerwärmung zu tun? Besteht die Gefahr, dass Tornados häufiger auftreten? Eine vorläufige Analyse wurde vom Luxemburger Wetterdienst MeteoLux veröffentlicht und stammt vom European Severe Storms Laboratory (ESSL), einer Organisation, die Unwetter erforscht.

Die Analyse enthält Begriffe wie «superzellulärer Sturm» kombiniert mit «einer Niederschlagsmasse, die sich über Nordfrankreich in einem barometrischen Trog gebildet hat». Mit anderen Worten, «alle Zutaten waren da, um einen Tornado zu erzeugen», erklärt Luca Mathias von MeteoLux: «Diese Vorbedingungen müssen alle aufeinanderprallen – und selbst dann ist es noch ein Zufall, damit ein Tornado daraus entsteht», so der Meteorologe weiter.

Aufgrund der extremen Windgeschwindigkeiten wurde für Tornados eine eigene Skala zur Klassifizierung entwickelt: die Fujita-Skala. Je nach Windgeschwindigkeit wird der Wirbelsturm von F0 bis F5 eingestuft. Die Skala reicht theoretisch bis F12, was einer Windgeschwindigkeit von mehr als 1000 Kilometern pro Stunde entspricht. Doch die maximale, bisher gemessene Geschwindigkeit eines Tornados liegt bei 510 Kilometern pro Stunde (F5).

In Luxemburg wütete Tornado bis zu 250 km/h

Durchschnittlich 30 bis 60 Tornados gebe es in Deutschland pro Jahr, so Experte Mathias. In Luxemburg seien die letzten beiden Tornados in den Jahren 2014 und 2012 im Ösling aufgetreten. Diese seien lange nicht so schlimm gewesen wie der vom Freitag. Sie wurden auf der Fujita-Skala der Stufe 1 zugeordnet, was mit umgestürzten Autos und entwurzelten Bäumen einhergeht. Der Tornado vom Freitag, mit abgerissenen Dächern, wurde der Stufe 2 zugeordnet, was Windgeschwindigkeiten zwischen 180 und 250 Stundenkilometern entspricht. In den 1980er Jahren traf ein Tornado der Stärke 3 Belgien, nahe der luxemburgischen Grenze.

Experten sehen nach heutigem Stand der Erkenntnisse keinen Zusammenhang zwischen Tornados und der globalen Erwärmung. Ihre Häufigkeit sollte daher nicht zunehmen. Andererseits seien «die großen Hitzewellen, die wir gerade erleben, durch den Klimawandel wahrscheinlicher geworden», warnt Luca Mathias.

(Séverine Goffin/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • jimbo am 13.08.2019 21:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mech Nteresseier firwat den „GouvAlert“ neirens ugeschloen huet... A firwat hun sech eis Medien dei Fro nach net gestallt?

  • Maxim am 14.08.2019 11:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dei Fro hun ech ma och schon gestallt. Deen Film wou aus der Gemeng gefilmt gin as gesait een wie Natur mol as. Mae deen setzt awa och op der richteger Platz fier eng Alert rauszegin. Bleiwt dono och nach Fro : Wessen och Bewunner wat dat dann heecht wann se ungeht an wat ze maachen as. Wann ech zu Rodange all Meinden unfank fum Mount noo bei der Gare lauschteten heiren ech se och mol net richteg well dei naechst Anlag ze weit weg as soumaden as et och ze speit dann ze reageiren.

  • Toronada am 13.08.2019 17:42 Report Diesen Beitrag melden

    Géing mech mol interesséieren bis wivill km/h all déi GSM an aner Antennen berechent sinn. Op déi bei 200km/h nach stoen bleiwen oder geet et deenen och wei den Héichspannungsmasten ?

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  • Maxim am 14.08.2019 11:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dei Fro hun ech ma och schon gestallt. Deen Film wou aus der Gemeng gefilmt gin as gesait een wie Natur mol as. Mae deen setzt awa och op der richteger Platz fier eng Alert rauszegin. Bleiwt dono och nach Fro : Wessen och Bewunner wat dat dann heecht wann se ungeht an wat ze maachen as. Wann ech zu Rodange all Meinden unfank fum Mount noo bei der Gare lauschteten heiren ech se och mol net richteg well dei naechst Anlag ze weit weg as soumaden as et och ze speit dann ze reageiren.

  • jimbo am 13.08.2019 21:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mech Nteresseier firwat den „GouvAlert“ neirens ugeschloen huet... A firwat hun sech eis Medien dei Fro nach net gestallt?

  • Toronada am 13.08.2019 17:42 Report Diesen Beitrag melden

    Géing mech mol interesséieren bis wivill km/h all déi GSM an aner Antennen berechent sinn. Op déi bei 200km/h nach stoen bleiwen oder geet et deenen och wei den Héichspannungsmasten ?