In Luxemburg-Stadt

24. Juni 2019 06:54; Akt: 24.06.2019 07:00 Print

Am Bahnhof herrscht eine «unerträgliche Situation»

LUXEMBURG – Viele Anwohner im hauptstädtischen Bahnhofsviertel sind wegen der Drogenkriminalität frustriert. Nun hat die Polizei den Dealern den Kampf angesagt.

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Die Rue de Strasbourg: Einer der Drogen-Hotspots der Hauptstadt. (Bild: Editpress)

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Vor einer Woche rief Jean-François Filot, ein Osteopath im Luxemburger Bahnhofsviertel, den Minister für Heimatschutz, François Bausch, an. In dem Telefonat verurteilte Filot die alarmierende Situation in der Umgebung und bat den Minister um Hilfe.

«24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche treiben hier Dealer ihr Unwesen. Sie werfen ihren Müll auf den Boden, urinieren überall hin und verkaufen ungestraft ihre Drogen. Außerdem machen sie sich immer wieder über Polizisten lustig», sagt Filot. Für die Anwohner und die Ladenbesitzer sei die Situation mittlerweile unerträglich geworden.

In der vergangenen Woche ist die Police Grand-Ducale zu gleich drei großangelegten Drogeneinsätzen im Bahnhofsviertel ausgerückt. Dabei wurden zehn Dealer aus dem Verkehr gezogen.

« Viele sind wieder hier »

Frank Stoltz, Pressesprecher der Polizei erklärt, dass diese Einsätze nichts mit dem Telefonat zwischen Bausch und Filot zu tun hatten. Er widerspricht vehement der Aussage, die Polizei mache zu wenig im Bahnhofsviertel. «In den ersten drei Monaten des Jahres wurden 22 Personen, hauptsächlich aus Westafrika, verhaftet. Einige von ihnen wurden auch auf frischer Tat ertappt. Im Jahr 2018 ist die Zahl der registrierten Drogendelikte gestiegen. Das zeigt sehr wohl, dass unsere Vorgehensweise erfolgreich ist», sagt Stoltz.

Jean-François Filot ist nicht vom Kurs der Polizei überzeugt: «Es ist einfach nicht genug. Die Dealer werden ja nicht weniger. Viele, die bereits verhaftet wurden, sind inzwischen wieder auf der Straße und gehen wieder ihren Geschäften anch.»

(Gaël Padiou/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Veritas am 24.06.2019 08:41 Report Diesen Beitrag melden

    Wann d'Wourecht zum Tabu gëtt, ass och keng Verbesserung méiglech.

  • Garerjong am 24.06.2019 11:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    In der Passage zwischen der Rue Junck und der Place de la Gare sind Junkies am fröhlichen spritzen, rauchen und was auch immer. Fast 24/24. Vor den Einwohner, den Kinder und den Touristen. Ein paar hundert Meter weiter gibt es eine Stelle, wo sie es munter machen könnten, aber nein, man lässt sie vor den Augen allen wüten. Eine Schande für die Stadt und das Land.

  • svendorca am 24.06.2019 08:16 Report Diesen Beitrag melden

    dieses Thema ist doch schon bei E.Schneider gescheitert!..und dann glaubt man an die grünen Außerirdischen,die genau uns diese Giftpillen verabreichen,..ich bin Stol(t)z darauf hinzuweisen dass Razzien wie man in Deutschland oder Frankreich durchführt in Luxemburg nicht möglich sind,denn wer soll dann die Autofahrer bestrafen!..wenn man sieht wie verschiedene Minister umgarnt sind von Bodyguards, dann merkt man schnell wo es stinkt!..Hauptsache man wird von dem dummen Steuerzahler alimentiert...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Gripsunschalten am 25.06.2019 08:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Den Drogenproblem gëtt genau esou ungepackt wei den Problem vun den heichen Immobilienpreisser ....... et gëtt en bessen gepiddelt an gedoktert awer richteg duerchgreifen ass een Tabu. Geifen sech Drogendealer an Junkien an der Uewerstaat ophaalen ( Knuedeler oder rondrem den Palais ) dann wier schon lang eppes geschitt. Genau daat selwecht ass et mat den aus Osteuropa ....... am Garer Raum ass alles erlaabt, esoulang dei besser Leit sech doduerch net gesteiert fillen.

  • dusninja am 25.06.2019 05:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das ist doch nichts neues. Das merkt die Polizei jetzt erst? Aber Hauptsache man kann über jeden Bürger eine Datenbank anlegen, um nachher zu behaupten es gebe keine. Die Polizisten bei mir waren stolz wie Oskar, als sie mir den ganzen Dummfug erzählen konnten, der über mich gespeichert sei.

  • Bibou am 24.06.2019 20:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    War schon immer so in diesem Land. Kriminelle dürfen tun was sie wollen . Normale Bürger werden für jeden Scheiß bestraft

  • Rhys am 24.06.2019 15:19 Report Diesen Beitrag melden

    Do helleft dann wahrscheinlech just konsequent Legaliseierung nd staatlech Ofgab vun propperen drogen. Dnn ass den illegalen Handel doud. An den Problem geleist. Oder et muss een konsequent sinn an och richteg bestrofen an sech net verarschen losen!

  • Paulette am 24.06.2019 13:05 Report Diesen Beitrag melden

    Man muss der Spur des Geldes folgen und den Dealern und ihren mafiösen Bossen den Geldhahn abdrehen d.h. unrechtmässig erworbenen Besitz konfiskieren