Grenzüberschreitendes Kollektiv

12. Januar 2022 07:32; Akt: 12.01.2022 12:52 Print

Anwälte wollen CovidCheck-​​Debatte mit Bettel

LUXEMBURG – Ein grenzüberschreitendes Kollektiv von Anwälten will gerichtlich auf den ab Samstag in Kraft tretenden CovidCheck am Arbeitsplatz reagieren.

storybild

Das grenzüberschreitende Anwalts-Kollektiv sieht sich nicht als Impfgegner. (Bild: Vincent Lescaut)

Zum Thema
Fehler gesehen?

«Wir sind zu einer offenen Debatte mit Premierminister Xavier Bettel bereit». Unter dem Namen ASTREE (avocats en soutien devant les tribunaux pour le respect et l'égalité du droit) bereitet sich ein grenzüberschreitendes Kollektiv von Anwälten aus dem Grand Est und aus Luxemburg auf eine gerichtliche Auseinandersetzung gegen die neue CovidCheck-Regel der Regierung vor.

Nach eigenen Angaben haben sie bereits Hunderte von Anträgen im Hinblick auf das Inkrafttreten der Regelung in den Unternehmen an diesem Samstag im Großherzogtum erhalten. «In einigen Unternehmen ist ein Drittel der Belegschaft bereit, sich krankschreiben zu lassen», erklärt Anthony Winkel. «Wir sind keine Impfgegner», fährt er fort, «unsere Botschaft ist es, daran zu erinnern, dass sowohl die Ungeimpften als auch die Geimpften Rechte haben. Nicht diskriminiert zu werden, einen Arbeitsplatz zu haben, Zugang dazu zu haben».

Die Anwälte distanzieren sich von Verschwörungstheorien und plädieren für «eine Diskussion zwischen vernünftigen Menschen». Sie wollen «Diskriminierungen aufgrund des Gesundheitszustands oder auch eine Erpressung der Zustimmung» zu Impfungen anprangern. «Erste Instanz, Berufung, vielleicht Kassation oder sogar Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte», das Anwalts-Team rechnet mit langwierigen Verfahren. Das Kollektiv beruft sich auf internationale und europäische Konventionen, die «Vorrang vor dem nationalen Recht haben müssen. Es gibt eine Hierarchie der Normen», fährt Anwalt Winkel fort.

«Die Prämisse hat sich geändert»

Sein Kollege Sebastien Lanoue zitiert «die offizielle Dokumentation über die Nebenwirkungen von Impfungen», die «rechtfertigt, dass sich die Menschen Fragen stellen». Der Anwalt bestreitet zwar nicht den «Willen der Regierung, das Richtige zu tun», ist aber der Meinung, dass sie das Gleichgewicht aus den Augen verliert und die «Alternativen zur Impfung absichtlich erschwert» werden.

Schließlich müsse die «ansteckendere, aber weniger gefährliche» Omikron-Variante nach Ansicht von Rechtsanwalt Lanoue dazu führen, dass der CovidCheck in Unternehmen in Frage gestellt wird. «Die Prämisse hat sich geändert», urteilt er. In der Praxis fordern sie ihre Mandanten zu einem Gespräch mit dem Arbeitgeber auf, «um zu versuchen, Lösungen wie Telearbeit, eine teilweise oder vollständige Übernahme der Testkosten oder sogar eine konventionelle Beendigung des Arbeitsverhältnisses zu finden».

(nm/L'essentiel)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion manuell geschlossen
Aufgrund zu vieler unflätiger, ehrverletzender und beleidigender Kommentare zu dieser Story hat die Redaktion beschlossen, die Kommentarfunktion hier abzuschalten. Wir konzentrieren unsere Kapazitäten lieber auf Meinungsbeiträge, die sachbezogen und regelkonform sind. Dies ist im Sinne aller Leser und Kommentarschreiber, die fair spielen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • frinni am 12.01.2022 08:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    1/3 der Belegschaft ist "bereit sich Krank schreiben zulassen", heisst das dass eine Krankschreibung eine Trotzreaktion oder gar eine Gefühlsreaktion sein kann und nicht umbedingt etwas mit Krankheit zu tun haben muss

  • Thomas Bosch am 12.01.2022 09:36 Report Diesen Beitrag melden

    Anwalt "Winkel"... noch Fragen? :D

  • Dona am 12.01.2022 10:18 Report Diesen Beitrag melden

    Endlech, huet laang gedauert. Sou soll et sin. Stop deem willkürlechen Handeln an Aschränkungen vun der Regierung ouni wëssenschaftlech Beweiser vun enger positiver Wierkung ob 't Entwécklung vun enger Epidemie . Oppen Diskurs mat Fakten vun béid Säiten an en geriichtlech Uerteel wéinst net anhaalen vun internationalen Gesetzer.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Haari am 13.01.2022 05:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oh Herr schmeiss Hirn vom Himmel!

  • Alain am 12.01.2022 21:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @ Mir Kommen : Nee do haalen se den Mond.

  • Paul am 12.01.2022 21:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dir huet keng Ahnung. Wien hei matmescht kuckt net op Suen

  • Aalen am 12.01.2022 12:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Endlech!

  • MoneyRulesTheWorld am 12.01.2022 12:36 Report Diesen Beitrag melden

    lol, die Legende zum Bild: "Das grenzüberschreitende Anwalts-Kollektiv sieht sich nicht als Impfgegner" Aber natürlich nicht! Sie haben nur das schöne, liebe Geld gerochen...mehr nicht! Keiner kann mir erzählen, die würden das aus reiner Menschenliebe tun, wetten?