In Luxemburg

13. Juli 2020 07:01; Akt: 13.07.2020 07:07 Print

«Arbeitnehmer arbeiten mehr im Homeoffice»

LUXEMBURG – Mitten in der Homeoffice-Debatte legt ING Luxembourg, einer der Pioniere in diesem Gebiet, eine Auswertung zu der besagten Arbeitsweise vor.

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Die Mehrheit der Arbeitnehmer der ING Luxembourg arbeitet im Homeoffice.

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Während der Corona-Krise und auch nach dem Lockdown hat auch der Finanzsektor verstärkt auf Homeoffice-Arbeit zurückgegriffen. Für Unternehmen, die ihre Arbeitnehmer erstmals von zu Hause aus arbeiten ließen, könnte dies eine Herausforderung dargestellt haben. Nicht aber für ING Luxembourg, die seit 2011 als Vorreiter in diesem Gebiet gelten.

Mit mehr als 85 Prozent der Belegschaft im Homeoffice, waren die letzten drei Monate für die Bank aus niederländischer Herkunft eher eine Konsolidierung als nur ein Probelauf. «Wir haben viele Erfolge verzeichnet, insbesondere auf der technischen Ebene. Zudem konnten die Mitarbeiter ohne die Hin- und Rückfahrten von einer richtigen Work-Life-Balance profitieren. Laut einer internen Umfrage haben drei Viertel der Kollegen eine deutliche Verbesserung in diesem Bereich festgestellt», erklärt Alexandra Guerisse, HR Payroll & Operations Manager.

«Sowohl zu Hause als auch im Büro, müssen Ergebnisse vorgewiesen werden»

Die grundlegendste Erkenntnis sei aber, dass die Produktivität der Beschäftigten nicht unter der Situation gelitten hat. «Das Engagement ist vorbildlich. Die Arbeitnehmer arbeiten tendenziell mehr im Homeoffice», offenbart die Managerin. Daher überwache ING Luxembourg seine Mitarbeiter nicht auf Schritt und Tritt, insbesondere weil dies eher kontraproduktiv sei. «So motiviert man die Leute nicht. Sie wissen, was von ihnen erwartet wird. Ob sie nun zu Hause oder im Büro sind, sie müssen Ergebnisse vorweisen.»

Bereiche, die dringender verbessert werden müssten seien «das Recht auf Abschalten», aber auch «die Möglichkeit der Mitarbeiter, mit Kollegen und den Unternehmen in Verbindung zu bleiben». Deshalb sei es schwierig, ausschließlich auf Telearbeit zurückzugreifen. «Die Lösung ist eine Kombination aus Homeoffice und Büroarbeit», erklärt Guerisse.

«Die Besteuerung ist die größte Herausforderung.»

Wie auch andere große Unternehmen wird ING Luxembourg «umfassende Überlegungen zu diesem Thema anstellen. Die Managerin zeigt sich überzeugt darüber, dass die Ära der reinen Büroarbeit vorbei sei. Das vermehrte Einführen der Telearbeit hängt allerdings nicht nur von internen Entscheidungen ab. Es handelt sich hierbei um eine gesellschaftliches, aber auch um eine politisches Anliegen. «Die Besteuerung ist die größte Herausforderung», erläutert sie.

Zur Erinnerung: Die Telearbeitstage werden für deutsche, französische und belgische Grenzgänger bis zum 31. August eingefroren. So können Arbeitstage, an denen aufgrund der Maßnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie zu Hause gearbeitet wurde, offiziell als in Luxemburg durchgeführt angesehen werden. Es besteht derweil ein Konsens unter luxemburgischen Politikern, mindestens einen Homeoffice-Tag pro Woche zuzulassen.

(Thomas Holzer/L'essentiel)

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