In Luxemburg

26. Februar 2020 14:06; Akt: 26.02.2020 14:34 Print

Arbeitnehmerkammer fordert Obergrenze für Mieten

LUXEMBURG – Seit 15 Jahren steigen die Immobilienpreise im Großherzogtum schneller als die Gehälter. Dieser Zustand bereitet der Arbeitnehmerkammer Sorge.

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Die Arbeitnehmerkammer forderte am Mittwoch einen Mietendeckel. (Bild: L'essentiel)

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Dass Immobilien in Luxemburg immer teurer werden, ist nichts Neues. Die Arbeitnehmerkammer (CSL) wies in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht erneut auf diese Entwicklung hin. Aufgrund des «andauernden Anstiegs der Immobilienpreise» laufen laut CSL viele Einwohner Gefahr, sich hierzulande keine eigene Wohnung mehr leisten zu können.

«18,3 Prozent der Immobilieneigentümer und Mieter sind von Armut bedroht», sagte CSL-Direktor Sylvain Hoffmann. Der größte Teil der Einkommen – etwa ein Viertel – wird nach Angaben der Beobachtungsstelle für Wohnraum für das Wohnen gezahlt. 38,8 Prozent der Haushalte liefen Gefahr, sich aufgrund dieses Postens finanziell zu überlasten.

Von Beginn der 2000er- bis Mitte der 2010er-Jahre sind die Immobilienpreise in Luxemburg viel schneller gestiegen als das Durchschnittsgehalt. Der Durchschnittspreis für eine Wohnung ist in diesem Zeitraum um 65,5 Prozent gestiegen, die Mieten um 47,5 Prozent. Währenddessen sind die Gehälter aber nur um 33,6 Prozent gestiegen. Solange in Luxemburg ein Mangel an bezahlbarem Wohnraum besteht und solange die Nachfrage das Angebot übersteige, werde sich laut der CSL nichts an diesem Missstand ändern.

63 Prozent der verfügbaren Grundstücke gehören 22 Eigentümern

Die Arbeitnehmerkammer fordert deshalb, dass Mieten und Grundstückspreise gedeckelt werden. Außerdem sollten künftig die Vermieter und nicht die Mieter die Maklergebühren tragen und Gewinne aus Immobilen höher besteuert werden. CSL-Präsidentin Nora Back bedauert, dass das Ministerium für Wohnungsbau zu den Ministerien gehört, deren Budget zwischen 2019 und 2020 am wenigsten gestiegen ist (+2,7 Prozent). Ein höheres Budget sei aber gerade dort dringend notwendig, vor allem, um «in den Bau von Sozialwohnungen investieren zu können.» Deshalb schlägt die Arbeitnehmerkammer vor, «einen Teil des Rentenausgleichsfonds in den Bau dieser Wohnungen zu stecken».

Darüberhinaus fordert die Arbeitnehmerkammer die Einführung einer Steuer auf die Zurückhaltung von unbebauten Grundstücken und auf leerstehenden Wohnraum. In der Hauptstadt würden 63 Prozent der verfügbaren Grundstücke im Wert von 3,8 Milliarden Euro im Besitz von nur elf Privateigentümern und elf Unternehmen stehen.

(Nicolas Chauty/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Karoline am 27.02.2020 20:01 Report Diesen Beitrag melden

    Die Mieten im Land machen einen das Leben hier unmöglich . Man muss ins Nachbarland ziehen auch wenn man sich hier wohl fühlt . Oder man ernährt sich schlecht um seine Miete zahlen zu können . Wann macht der Staat was da gegen

  • ee Stater am 27.02.2020 13:22 Report Diesen Beitrag melden

    Warum nennt niemand die elf Grundstückseigentümer beim Namen damit wir wenigstens wissen wem wir diese katastrophale Situation zu verdanken haben ???

  • Wahlresultater am 27.02.2020 08:19 Report Diesen Beitrag melden

    Dofir wollt den Bodry jo schonns d'Privatleit entéegenen oder mat heigen Taxen zwengen fir dat hiren Familienbesetz an dei richteg Hänn kennt. Et muss éen als Politiker eben eppes fir seng Frënn machen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Karoline am 27.02.2020 20:01 Report Diesen Beitrag melden

    Die Mieten im Land machen einen das Leben hier unmöglich . Man muss ins Nachbarland ziehen auch wenn man sich hier wohl fühlt . Oder man ernährt sich schlecht um seine Miete zahlen zu können . Wann macht der Staat was da gegen

  • ee Stater am 27.02.2020 13:22 Report Diesen Beitrag melden

    Warum nennt niemand die elf Grundstückseigentümer beim Namen damit wir wenigstens wissen wem wir diese katastrophale Situation zu verdanken haben ???

  • Azra am 27.02.2020 13:18 Report Diesen Beitrag melden

    Obergrenze für Baulandpreise wäre auch angebracht !

  • Wahlresultater am 27.02.2020 08:19 Report Diesen Beitrag melden

    Dofir wollt den Bodry jo schonns d'Privatleit entéegenen oder mat heigen Taxen zwengen fir dat hiren Familienbesetz an dei richteg Hänn kennt. Et muss éen als Politiker eben eppes fir seng Frënn machen.

  • mr t am 26.02.2020 16:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    11 privateigentümer besitzen 63%... sowas passiert wenn man dem Kapitalismus freien Lauf gewehrt und die Luxemburger müssen inzwischen in den Nachbarländern wohnen weil das Geld fehlt... politische Inkompetenz. mal wieder.