UK-Wahl

13. Dezember 2019 09:57; Akt: 13.12.2019 10:28 Print

Asselborn: Briten meinen den Brexit sehr ernst

LUXEMBURG/LONDON – Der Außenminister des Großherzogtums schätzt die Wahl in Großbritannien ein und spricht über die Folgen für Luxemburg.

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Was die Folgen für Luxemburg angeht, zeigt sich Jean Asselborn optimistisch. (Bild: DPA/Bernd von Jutrczenka)

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Außenminister Jean Asselborn versteht das Wahlergebnis in Großbritannien als Aufforderung, jetzt Ernst zu machen mit dem Brexit. «Ich denke, dass die Briten es mit dem Slogan der Tories 'let's get Brexit done' ernst meinen. Das Wahlergebnis ist zweifellos als Bekenntnis zum Brexit zu verstehen», sagte Asselborn am Freitagmorgen im Interview mit dem Radiosender RTL. Ihn überrasche diese Wahl «wenig», ergänzte er.

Die Frage, die sich viele in Europa aber stellen: Geht das denn so einfach, wie Boris Johnson behauptet? Jean Asselborn ist skeptisch, ob der EU-Austritt Großbritanniens wirklich so schnell und reibungslos durchzuführen ist, wie Johnson es vor der Wahl versprochen hat.

«Das Einzige, was jetzt klar ist, ist, dass am 31. Januar der Artikel 50 in Kraft tritt», sagte Asselborn. Es ist der Artikel, der den Austritt eines Mitgliedsstaates aus der Europäischen Union regelt. «Bis zum 1. Juli dürften also die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen mit der EU beginnen. Sollten diese erfolgreich sein, kann ein Abkommen zum 1. Januar 2021 in Kraft treten. Wir stehen also vor einer sehr kurzen Verhandlungsperiode», erklärte Asselborn.

Die EU-Kommission werde auch die Interessen Luxemburgs verteidigen

Doch die Briten entscheiden nicht alleine über den Brexit. Alle EU-Mitgliedsstaaten müssen dem Abkommen im Parlament zustimmen. «Auch das ist nicht einfach, wie wir während der Verhandlungen über das Ceta-Abkommen (Anm. d. Red.: Freihandelsabkommen) mit Kanada gesehen haben», sagte Asselborn. Als Positiv bewertet der Außenminister, dass Europa nach der eindeutigen Wahl mehr Planungssicherheit habe.

Für Luxemburg sieht Asselborn aufgrund des Brexit eine Gefahr für den Finanzplatz. «Wir müssen jetzt aufpassen, dass keine Marktverzerrungen entstehen und London sich an die Spielregeln hält», sagte er. Gleichzeitig zeigte er sich aber zuversichtlich, dass die Kommission in diesem Zusammenhang auch die Interessen Luxemburgs verteidigen werde.

(mb/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • John Doe am 13.12.2019 11:41 Report Diesen Beitrag melden

    Soviel Zitat: "Wir müssen jetzt aufpassen, dass keine Marktverzerrungen entstehen ...". Jetzt wachen wohl einige auf, denn jetzt gibt es wieder freien Wettbewerb demnächst...

  • jolo am 13.12.2019 11:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sollen se nëmmen goen,wat engt gedeesems,äddy a gudd fort

  • Cam am 13.12.2019 13:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Si sollen endlech virumaachen. Ech kann dat Wuert Brexit net méi héieren. Wat ass dat ee Gedeessems.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Nömmen de Jang ... am 15.12.2019 23:05 Report Diesen Beitrag melden

    Ach nee, diese Klarstellung und Darstellung von unserem National-Quassler hat der dümmliche Plebs aber auch gebraucht. Merci, Schang !

  • Phil am 14.12.2019 19:04 Report Diesen Beitrag melden

    Huet de Jhang dat wierklech elo réischt gemierkt.... Do gesäit een awer wéi weltfriem, iwwerhiewlech an arrogant ons Politiker sin!

  • Superjemp am 13.12.2019 19:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Clever gewählt; da gibt's 2021 bestimmt keine CO2 Abzocke

  • Cam am 13.12.2019 13:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Si sollen endlech virumaachen. Ech kann dat Wuert Brexit net méi héieren. Wat ass dat ee Gedeessems.

    • Brexitallergie am 13.12.2019 17:40 Report Diesen Beitrag melden

      Cam ech wollt genau dat sellecht schreiwen an dat Wuerd Brexit klengt no permanenten Durchfall :)

    • to flex the Brechreiz am 19.12.2019 07:56 Report Diesen Beitrag melden

      sie werden wohl darauf warten, dass wir noch den Abschleppdienst bezahlen ...

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  • Mimi Wohnungsnot am 13.12.2019 13:13 Report Diesen Beitrag melden

    Luxemburg ist voll. Sie sollen ja nicht daran denken alle Bänker hierhin zu locken.