Flüchtlinge im Schlamm

10. März 2016 12:11; Akt: 10.03.2016 13:28 Print

Asselborn erschüttert über das Grauen von Idomeni

An der mazedonisch-griechischen Grenze versinken Flüchtlinge seit Tagen im Schlamm. Außenminister Jean Asselborn fordert rasche Hilfe für das überlastete Athen.

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Seitdem Slowenien, Kroatien, Serbien und Mazedonien nur noch Menschen mit gültigen Pässen und Visa passieren lassen, ist die Balkanroute von Griechenland in Richtung Westeuropa für Flüchtlinge faktisch geschlossen. Trotzdem harren am griechisch-mazedonischen Grenzübergang noch immer rund 13.000 Menschen aus, die auf eine Weiterreise hoffen. Das Aufnahmelager in Idomeni versinkt nach schweren Regenfällen im Wasser und Schlamm, die Zustände für die Flüchtlinge sind katastrophal. Mittlerweile wurden 250 Menschen, vor allem Familien, mit Bussen nach Athen gebracht.

Der für Migration zuständige Luxemburger Außenminister Jean Asselborn sprach in Brüssel von «scheußlichen Bildern, die uns aus Idomeni erreichen». Der EU-Innenministerrat am Dienstag müsse zeigen, «dass Europa noch funktioniere». Griechenland und die Menschen vor Ort müssten rasch unterstützt werden. Der LSAP-Politiker sprach aber auch von einer Verstärkung der europäischen Grenz- und Küstenwache. Die Einigung beim EU-Türkei-Gipfel, wonach Flüchtlinge, die nicht unter die Genfer Flüchtlingskonvention fallen, in die Türkei zurückgehen sollen, sieht Asselborn positiv. Er habe allerdings Bedenken, wenn «Menschen, die bereits in Europa sind, zurück nach Aleppo geschickt werden».

Ein Ende des Zustroms von Migranten von der Türkei nach Griechenland ist vorerst nicht abzusehen. Die EU-Staaten rechnen nun damit, dass die Flüchtlinge nach der Schließung der Grenze zwischen Mazedonien und Griechenland auf andere Routen ausweichen. Der deutsche Bundesinnenminister Thomas de Maizière wies darauf hin, dass Flüchtlinge auch wieder verstärkt versuchen könnten, von Libyen aus über das Mittelmeer nach Italien zu kommen. «Es gibt die Sorge, dass es andere Routen gibt», sagte der CDU-Politiker. Man sei deswegen mit den Italienern im Gespräch, um frühzeitig eine ähnliche Entwicklung wie auf der Balkanroute zu vermeiden.

Jean Asselborn im Interview mit der ARD-Tagesschau

(L'essentiel/dpa/jt)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ikarus am 10.03.2016 12:59 Report Diesen Beitrag melden

    Di musse jo guer net am Bulli verharren!! E puer honnert meter weider ass en Camp wou se am Drechenen wieren an normal verpflegt gin, mais do well keen hin well se net verpassen wellen vier trotzdem mol durchgeloss ze gin.Si kéinten wéinstens Respekt vun den kanner hun!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ikarus am 10.03.2016 12:59 Report Diesen Beitrag melden

    Di musse jo guer net am Bulli verharren!! E puer honnert meter weider ass en Camp wou se am Drechenen wieren an normal verpflegt gin, mais do well keen hin well se net verpassen wellen vier trotzdem mol durchgeloss ze gin.Si kéinten wéinstens Respekt vun den kanner hun!