Nach dem Tornado

09. August 2020 09:00; Akt: 07.08.2020 19:48 Print

«Auch heute noch gerate ich in Panik, wenn es windig ist»

NIEDERKERSCHEN – Am 9. August wurde der Südwesten Luxemburgs von einem Tornado getroffen. Eine Zeugin berichtet von ihren Erlebnissen und ihren Ängsten seitdem.

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Liliane Hengen sitzt auf der Terrasse ihres Hauses und genießt ihren Kaffee in der Sonne. Heute vor einem Jahr, am 9. August 2019, verwüstete ein Tornado die Avenue de Luxembourg in Niederkerschen. «Es war ein Schock, als ob ein Krieg ausgebrochen ist», erinnert sich Liliane.

Der 53-Jährige erinnert sich an jeden Augenblick. An jenem Freitagabend arbeitete sie im Pflegeheim in Steinfort. Gerade sollte den Bewohnern das Essen serviert werden, als sich alles änderte. Ein Tornado in Luxemburg? «Unmöglich», dachte sie sich. Doch mit den ersten Fotos und Videos in den sozialen Netzwerken erkannte sie ihre Nachbarschaft.

« Wir erinnern uns daran, wie viel Glück wir hatten »

«Ich habe meine Straße gesehen, ich hatte Tränen in den Augen», sagt sie ein Jahr später. Innerhalb von Sekunden verwüstete der Tornado Teile von Niederkerschen, Rodingen und Petingen. Die Bewohner, die Feuerwehrleute, alle waren bereits damit beschäftigt, die Straße zu säubern und ihren Nachbarn zu helfen, als Liliane von der Arbeit kam. Sie erinnert sich ebenso sehr an das in ihrem Auto steckende «Solarpaneel», das zerrissene Dach des Pavillons, als auch an die Solidarität, die sofort im ganzen Ort zu spüren war.

Ein Jahr später hält diese Solidarität immer noch an, die Nachbarschaft ist enger zusammengerückt. Liliane ist immer noch «panisch», wenn Wind aufkommt und die Äste des Baumes vor dem Haus ein wenig wackeln. «Aber ich denke, das ist normal», relativiert sie fast entschuldigend. Sie wurde nicht verletzt, der Wiederaufbau wurde reibungslos erledigt, aber sie und ihr Freund Joël haben immer noch «die Katastrophe drei Häuser weiter» vor Augen. «Wir erinnern uns daran, wie viel Glück wir hatten», schließt Liliane mit Tränen in den Augen zwölf Monate später.

(Nicolas Chauty/L'essentiel)

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