Verein Asti

18. September 2018 16:58; Akt: 18.09.2018 17:00 Print

«Ausländer sind die Luxemburger von morgen»

LUXEMBURG – Im Vorfeld der Nationalwahlen verlangt die «Association de soutien aux travailleurs immigrés» (Asti) von den Parteien mehr Einsatz für Integration.

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Laura Zuccoli und Sergio Ferreira stellten die Forderungen der Ausländerorganisation vor. (Bild: Editpress/Alain Rischard)

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Die Ausländerorganisation Asti warnt im Vorfeld der Parlamentswahlen vor einem «Wettlauf der Patrioten». Identitätsfragen, die bislang das Geschäft der extremen Rechten waren, seien in Luxemburg mittlerweile zum Mainstream avanciert. Zwar sei das Land aufgrund der guten wirtschaftlichen Lage bislang von größeren rassistischen und fremdenfeindlichen Vorfällen verschont geblieben. «Doch wer sagt, dass das so bleiben wird?», so die «Association de soutien aux travailleurs immigrés»

Der Verein erinnert daran, dass «die Ausländer von heute die Luxemburger von morgen sein werden». Die 48 Prozent Ausländer in diesem Land müssten mehr in das politische Leben einbezogen werden, um ein besseres Zusammenleben zu ermöglichen. Nach dem Vorbild Belgiens soll für EU-Bürger und Drittstaatsangehörige die fünfjährige Aufenthaltsdauer als Bedingung für die Teilnahme an Kommunalwahlen «mittelfristig» wegfallen. Die Asti fordert zudem ein «echtes universelles Wahlrecht», das sich am Wohnsitz und nicht an der Nationalität des Wahlberechtigten orientiert.

Der Verein wünscht sich auch, dass die politischen Parteien in allen Landessprachen kommunizieren und die Türen ihrer Organisation auch für Ausländer öffnen. «Es ist für den sozialen Zusammenhalt wichtig, dass sich so viele Menschen wie möglich am politischen Prozess beteiligen. Aber das allein reicht nicht aus», so der Verein. Daher will die Asti ein Programm für eine «Willkommenskultur» auf nationaler und kommunaler Ebene entwickeln und auch den Aufnahme- und Eingliederungsvertrag (CAI) reformieren. Der Verband setzt sich zudem für die Ausweitung des Sprachurlaubs ein, der bislang nur für Luxemburgisch-Kurse gewährt wird. Auch wer Deutsch und/oder Französisch lernen wolle, solle diesen Sprachurlaub in Anspruch nehmen können.

(mc/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Maus Ketti am 18.09.2018 19:21 Report Diesen Beitrag melden

    Die überheblichen und integrationsresistenten Ausländer sollten zuerst Luxemburgisch lernen. Das Ausländerwahlrecht wurde im Referendum haushoch abgelehnt! Die Quelle der Legitimation der Regierung ist der Luxemburger Wähler und sonst niemand. Aus "droit du sang" wurde "droit du sol", die doppelte Staatsbürgerschaft wurde eingeführt, der luxemburgische Sprachtest wurde so stark vereinfacht dass es Luxemburger gibt die unsere Sprache nicht beherrschen. Schämt ihr euch nicht wegen euren Forderungen?

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  • Pia am 18.09.2018 19:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    alt ërem ee vun dene sellechen themen .. dei meescht vun denen hunn dach kee bock sech unzepassen .. ma weivill prozent (80%) brauchen se nach fir ze verstoen .. a wann se wëllen hei dobäi sinn dann schwätz dei (onnëtz) Sprooch vum Land well mei schweier ass et net .. MERCI alt nach eemol

  • jimbo am 19.09.2018 04:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mir wëlle bleiwe wat mir sinn!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Dimitrij am 19.09.2018 17:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @Saupreis ,du schéngs mir dann och een ze sinn ,deen vun Integratioun net vill hält.Kuck mol bei Google wat hei zu Lëtzebuerg déi offiziell Amtssproochen sinn. с наилучшими пожеланиями

  • Saupreis am 19.09.2018 11:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @jimbo: wat sidd dir denn? Nur mal zur Info: Wenn von heute auf morgen alle Ausländer, auf dir ihr immer (meistens sogar schon in rassistischer Art und Weise) schimpft, das Land verlassen, und ihr Geld mitnehmen würden, wäre Luxbg. PLEITE, und ihr hättet ein GROOOOSSSES Problem. Und das fängt schon damit an, das ihr dann endlich mal ARBEITEN müsstet, anstatt in Banken, Behörden Gemeinden oder Ämtern rumzugammeln. Denkt mal darüber nach

    • Timon.lu am 29.09.2018 12:58 Report Diesen Beitrag melden

      Dies ist eine skandalöse Diskriminierung und Verunglimpfung von allen Staatsbediensteten! Ich arbeite nämlich selbst für eine Diensstelle bei einem Ministerium und wir schuften rund um die Uhr im Dienst des Bürgers. Vor allem die vielen Grenzgänger und Migranten profitieren massiv davon, dass sie überhaupt im Großherzogtum arbeiten dürfen; das ist ein großes Privileg zu dem auch die Pflicht der Intergration gehört. Wer dies tut, indem er u.a. unsere aller gemeinsame Nationalsprache Luxemburgisch erlernt, dem stehen alle Türen offen, sogar die der Nationalität und der nationalen Wahlpflicht.

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  • Saupreis am 19.09.2018 11:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @Maus Ketti: (A) Warum sollen Ausländer "luxemburgisch" lernen, wenn das noch nicht einmal eine anerkannte Amtssprache ist? (B) Das Ausländer, die schon über 5 Jahre in Luxbg leben, hier arbeiten, sich integriert haben, ihr soz. Umfeld hier haben und Steuern zahlen, aber nicht wählen dürfen, ist ein vom Staat organisierter RASSISMUS, und müsste eigentlich international angeklagt werden

    • Timon.lu am 29.09.2018 12:51 Report Diesen Beitrag melden

      Ich bin in der Stadt Luxemburg geboren, aber habe von Geburt an die bundesdeutsche Nationalität und wurde 2009 zusätzlich stolz zum Luxemburger naturalisiert. Meine Familie kommt ursprünglich aus Müllheim im Markgräflerland in Baden, aber sie ist geschichtlich auch in Preußen beheimatet und deswegen schäme ich mich zutiefst für ihre Aussage, sie "Saupreis"! Jeder darf in dem Staat das nationale Parlament mitwählen, der in seinem Pass steht; das ist recht so und hat überhaupt nichts mit Rassismus oder Diskriminierung zu tun!

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  • marco am 19.09.2018 06:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Luxemburger sind die Ausländer von Morgen !!!

    • och eng Wourecht am 19.09.2018 08:08 Report Diesen Beitrag melden

      Dat sinn mer schonns haut an bal sämtlechen Geschäfter am Land an och wann eis Kanner eng aarbecht sichen.

    • Itsa am 19.09.2018 11:15 Report Diesen Beitrag melden

      @marco: touché! +100! Fühlt sich heute schon so an... :-(

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  • sputnik am 19.09.2018 06:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn wir auf Jahrzehnte so weitermachen wie bisher ,dann muss ich leider schwarz sehen für unser Land und Europa.

    • fakten am 19.09.2018 08:55 Report Diesen Beitrag melden

      Jahrzente? Dann sind Sie aber ein Optimist. Ist es jetzt nicht schon zu späth?

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