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07. Dezember 2018 14:13; Akt: 07.12.2018 16:57 Print

«Bekifft im Gratis-​​Bus»: Welt beneidet Luxemburg

LUXEMBURG – Das Großherzogtum ist in aller Munde. Dafür gibt es zwei Gründe: die angedachte Cannabis-Legalisierung und den Plan für kostenlose öffentliche Verkehrsmittel.

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Die neue Regierung ist gerade mal zwei Tage offiziell im Amt, da sorgt sie international schon für Schlagzeilen. Denn nicht nur luxemburgische Medien berichten über die neuesten Ideen der Chamber-Mitglieder. Sondern auch die deutschen und französischen Nachbarn und sogar englischsprachige Medien stürzen sich auf zwei Meldungen aus dem Großherzogtum: die angedachte Legalisierung von Cannabis und die baldige kostenlose Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln.

So titelt die Online-Ausgabe des Magazins Vice Luxemburg schon als «neues Ziel für Kiffer-Touristen». Es sei das erste europäische Land, was Cannabis vollständig freigebe – anders als in den Niederlanden, wo Konsum und Besitz nur in kleinen Mengen erlaubt sei, in größeren Mengen aber nur toleriert. Luxemburg könne dann mit Uruguay und Kanada gleichziehen, was bisher die beiden einzigen Länder seien, in denen Cannabis für Erwachsene frei verkäuflich ist.

«Läuft in Luxemburg»

Hanway Associates – London's Global Cannabis Consultancy spricht gar von einem «Meilenstein für die Cannabis-Industrie in Europa». Zudem sieht Hanway Associates in dem Bestreben potenziell große politische und ökonomische Konsequenzen. Während die luxemburgische Bevölkerung gerade mal etwas mehr als 500.000 Einwohner umfasse, stoße das Land an die Grenzen von Frankreich, Belgien und Deutschland. Spannend sei nun, wie die Nachbarn auf den Vorstoß reagieren.

Kaum zu glauben, aber wahr: In anderen englischsprachigen Medien sorgt das Thema das öffentlichen Verkehrs für den lauteren Aufschrei. So berichten Independent, Lad Bible und The Guardian gleichermaßen über das «kleine Land» (dessen Größe mit der englischen Grafschaft Oxfordshire gleichgesetzt wird. Anm. d. Red.: Oxfordshire ist sogar ein bisschen größer). Der Grund kann in den hohen Kosten für Bus und Bahn in England liegen, die nun sogar noch erhöht werden sollen. Kein Wunder, dass das Großherzogtum, das den Preis für Bus und Bahn von zwei Euro für zwei Stunden Reisestrecke (womit wohl jede mögliche Strecke in Luxemburg abgedeckt sein dürfte, wie Medien spekulieren), auf null herabsetzen will, mehr Aufmerksamkeit bekommt als sonst.

Auch der US-Senator Bernie Sanders lobte Luxemburg für die geplante Einführung des kostenlosen Nahverkehrs.

Das Fazit des deutschen Online-Magazins Bento: «Cannabis und öffentlicher Nahverkehr. Läuft in Luxemburg.»

Die Reaktionen von Facebook-Usern auf den Lad Bible-Artikel siehst du in unserer Bilderstrecke.

(sb/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ken Y. am 07.12.2018 14:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    entlech ännert sech mol eppes am Land, an Platz emmer nemmen warm Loft vum Kräutmaart..

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  • Dimitrij am 07.12.2018 15:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ëffentlechen Transport gratis,alles schéin an gutt.Mä fir dovunn kënnen Gebrauch, respektiv dovun kënnen ze profitéieren muss nach ganz vill geschéien an Saachen Pünktlechkeet an Zouverlässegkeet.Zich Ausfäll um laafenden Band (Nidderkäerjeng - Lëtzebuerg ass eng eenzeg Katastroph) an Verspéidungen ouni Ënn. An och an deene klengen Dierfer,wou op ganz villen Plaatzen nëmmen all Stonn en Bus fiert, misst eppes geschéien fir dass een den Auto kann stoen loossen.

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  • Kops Jean am 10.12.2018 12:35 Report Diesen Beitrag melden

    Daat do huet jo erem een extrem batteren nogeschmaach! Wei därf een daat wuert "Legaliseieren" dann elo defineieren? Nach eng besser fro,wei gesäit et dann aus fir dei Menschen dei wéinst enger onheelbarer Krankheet just nach den Cannabis als eenzegt "Medikament"an fro kent. Wei an mengem fall Tourette-Syndrom. (Nee,et gett absolut keng alternative!) Kreien ech hei d'meigelechkeet auszewielen waat ech dann leiwer bezuelen well,daat waat mir helleft meng Krankheet besser am Greff ze hun oder gratis mam Bus/Zuch ze fueren.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Kops Jean am 10.12.2018 12:35 Report Diesen Beitrag melden

    Daat do huet jo erem een extrem batteren nogeschmaach! Wei därf een daat wuert "Legaliseieren" dann elo defineieren? Nach eng besser fro,wei gesäit et dann aus fir dei Menschen dei wéinst enger onheelbarer Krankheet just nach den Cannabis als eenzegt "Medikament"an fro kent. Wei an mengem fall Tourette-Syndrom. (Nee,et gett absolut keng alternative!) Kreien ech hei d'meigelechkeet auszewielen waat ech dann leiwer bezuelen well,daat waat mir helleft meng Krankheet besser am Greff ze hun oder gratis mam Bus/Zuch ze fueren.

  • Kalimero am 10.12.2018 10:30 Report Diesen Beitrag melden

    Wat legaliseiren vun Cannabis ugeet do soen ech jo et as eng gudd Saach. Ech muss dat net hun dei Effets vun THC mir geet CBD duer vir ze relaxen no engem extrem stressegen Dag.

  • Den Nodenker am 10.12.2018 10:27 Report Diesen Beitrag melden

    Den ÖPNV gratis ze maachen fannen ech net gudd well dei onkäschten dei do entstinn iergendwei erem an de Staatssäckel mussen zereck kommen, Wei ma an deems eis Steiren an Luut gesaat gin. An op den ÖPNV gratis as oder net dofir fueren ech net mei mat Zuch Bus an Tram.

  • roki am 09.12.2018 06:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    2 richteg Entschedungen!!!

  • unbekannt am 08.12.2018 12:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    dat heescht Kiffer kreien en Café gestallt wou se dirfen femmen an Fumeuren gin se verdreiwen an dat bescht sie wellen se vun den Terassen kreien wou as do Logik?

    • Kops Jean am 10.12.2018 12:40 Report Diesen Beitrag melden

      Dovun ofgesin schéint et wei wann eng gudd partie Léit et nach emmer net verstaanen hätten. Den Cannabis gett hei net Global fir jiddwereen legaliseiert,mee fir Menschen dei et medizinesch brauchen wou et keng alternativen gin. Virdrun gin d'Dokteren awer emol als allereischt vun enger Professorin vun Hannover "ageschoult". Mir sin nach gaaaaaaanz wäit eweg vun allem!

    • Greenthumb am 10.12.2018 16:31 Report Diesen Beitrag melden

      @Kops Jean: Mengen mer liewen net am selwechten Land: Wort vum 17.08.2018: "seit Anfang August hierzulande Realität: Ärzte dürfen bestimmten Patienten Cannabis-Produkte verschreiben." Dofir fannt der och hei am Land CBD... Also: Dach, Jean, et geet em den "Rékréativen" Cannabis... ^.^

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