Überwachungskameras

08. Februar 2011 15:19; Akt: 08.02.2011 17:52 Print

«Big Brother» in Luxemburgs Schulen?

LUXEMBURG - Um die Gewalt in den Schulen zu verhindern, möchten einige luxemburgische Lyzeen Überwachungskameras aufhängen. Doch das Vorhaben stößt auf harsche Kritik.

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Das Lycée Technique in Ettelbrück möchte acht Überwachungskameras in der Schule installiren lassen. (Bild: AFP)

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«Jedes Jahr registrieren wir mehrere Fälle von Vandalismus. Eltern sorgen sich um die Sicherheit ihrer Kinder», berichtet Guy Kayser, Sekretär des Elternkomitees des Technischen Lyzeums Ettelbrück (LTE). Um die Täter zu identifizieren, könnten die Kameras nützlich sein, sagt Kayser. In der Unterführung, die nicht weit vom Lyzeum liege und Schüler auf ihrem Weg in die Schule aufnehme, gebe es zwar eine Kamera. Doch sie gehöre dem Straßenbauamt und der Stadt. «Wir haben kein Recht auf diese Bilder», so Kayser weiter.

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Das LTE verfügt zwar über eigene Kameras, doch sie nehmen nur die Umgebung auf. Kayser: «Wir benutzen sie nicht mehr.» Um die Gewalt zu verhindern, möchte das Lyzeum acht Kameras in den Risikozonen aufhängen. «Wir werden sie auf dem Schulgelände installieren lassen, weil die Aufnahmen der öffentlichen Straße verboten sind. Deswegen wird es vielleicht erstmal nicht viel bringen», sagt Kayser. Dabei sei im Komitee noch nicht genauer über das Überwachungssystem diskutiert worden.

Antrag mit Begründung bei der CNPD

Dabei können die Überwachungskameras durchaus legal sein, heißt es in der nationalen Kommission für den Datenschutz (CNPD). Bestimmte Regeln müssten jedoch respektiert werden.

Um die Kameras in den abgeschiedenen Ecken der Schulen aufzuhängen, sollte der Antrag begründet werden, so ein Jurist der CNPD. Aufnahmen vom Schulunterricht sollten demnach verboten werden. «Wir sehen nicht gerne, dass die Schüler ständig überwacht werden.»

Die Unel kritisiert

Die Unel (Union Nationale des Etudiant-e-s du Luxembourg) steht jedoch der «Beschattung» in den Schulen skeptisch gegenüber. «Die Kameras in den Schulen können die Bewegungsfreiheit der Schüler beeinträchtigen. Wenn das so ist, dann muss man einen Dialog mit Lehrern und Elternkomitees führen», sagt Nico Fehlen von der Studentenvereinigung.

Anfang Februar präsentierte die Unel in einer Pressekonferenz offiziell ihren Blog «cctv watch… in schools». Ziel des Blogs ist es, zu dokumentieren, in welchen luxemburgischen Schulen Kameras zum Einsatz kommen und eine Diskussion über die Schulüberwachung zu eröffnen.

Auch das Lycée Technique des Arts et Métiers

Auf der Internetseite zeigt eine Tabelle, in welchen Lyzeen die Überwachungskameras installiert sind und welche die «Beschattung» ablehnen. Außer des Lycée Technique d’Ettelbruck besitzt laut der Webseite auch das Lycée Technique des Arts et Métiers in Luxemburg-Stadt ein Überwachungssystem.

Véronique Schaber, Leiterin des Lyzeums: «Wir haben keins. Das ist nur eine Webkamera, die im Rahmen eines Projektes der elektrotechnischen Schüler-AG entstanden ist. Und ich habe sie schon entfernt.»

L'essentiel Online mit Jonathan Vaucher

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