Impfskepsis in Luxemburg

05. Dezember 2021 09:00; Akt: 03.12.2021 21:43 Print

«Bin bereit für meine Freiheit, alles zu verlieren»

LUXEMBURG – Während einige in den letzten Stunden in das Impfzentrum strömten, lehnen andere die Impfung weiterhin strikt ab.

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Viele Menschen lehnen die Impfung immer noch kategorisch ab. (Bild: Editpress/didier Sylvestre)

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Für Geimpfte und Genesene ist der Alltag auch in absehbarer Zeit nicht mit zusätzlichem Aufwand verbunden. Wer sich nicht impfen lassen will, wird von vielen Freizeitaktivitäten ausgeschlossen und gezwungen, teure Tests durchzuführen, um arbeiten zu können.

Die jüngsten Verschärfungen der Coronamaßnahmen wirken sich bereits auf die Impfzentren Luxemburgs aus. Dort ist der Andrang seither deutlich gestiegen. Durchgeführt werden zurzeit vor allem Auffrischungsimpfungen. Aber auch die Zahl der Erstimpfungen geht wieder nach oben. Schon am Montag, dem Tag der Bekanntgabe der Maßnahmen, erhielten 242 Personen ihre erste Dosis. Am Dienstag waren es bereits 483 und am Mittwoch 754. Auch die neuen Impfzentren im Belle Étoile und im City Concorde stellen eine wachsende Nachfrage fest. Am Donnerstag waren die Warteschlangen vor den Impfstationen im Cora Foetz und an der Cloche d'Or lang. Mit der Entscheidung vom Freitag, dass ab dem 15. Januar die 3G-Regel auch am Arbeitsplatz eingeführt wird, dürfte die Nachfrage weiter steigen.

Dennoch lehnen noch immer viele Menschen die Impfung kategorisch ab. «Ich habe nicht vor, irgendetwas zu tun, außer mich dagegen zu wehren. Ich bin sogar bereit, alles zu verlieren, um meine Freiheit zu bewahren. Wenn es nach mir ginge, würde mein Kind derzeit nicht einmal zur Schule gehen», sagt Marco, ein in Luxemburg lebender Mann. Er habe «von Anfang an keinen einzigen Test gemacht». Die Pandemie bezeichnet er als «einen großen Schwindel». Als selbstständiger Immobilienmakler glaubt er, weiterhin ohne Impfstoff arbeiten zu können. «Ich habe keinen Chef, der mich zu irgendetwas zwingt. Und ich bin schwer kontrollierbar».

Lieber Tests als Impfung

Mathieu, ein Grenzgänger aus Frankreich, erklärt, dass er sich testen lassen wird, um zur Arbeit zu gehen. Egal wie oft das notwendig sein wird: «Das ist eben der Preis dafür, dass ich mich nicht impfen lasse», sagt der Bürokaufmann. Ein Impfgegner sei er nicht. «Die Impfungen, die in Frankreich vorgeschrieben sind, habe ich», sagt er. Ein Corona-Vakzin wolle er sich aber nicht spritzen lassen – «aus Angst vor den noch immer unbekannten Langzeitfolgen».

Wie etwa das deutsche Paul-Ehrlich-Institut (PEI) auf seiner Website schreibt, gibt es bei Impfungen keine Langzeitfolgen. Nebenwirkungen würden in der Regel innerhalb weniger Stunden oder Tage nach der Impfung auftreten. Das habe die jahrelange Erfahrung mit Impfstoffen gezeigt. In seltenen Fällen könne es vorkommen das Nebenwirkungen einer Impfung erst nach Wochen oder Monaten als solche erkannt werden, schreibt das PEI weiter.

Kritik an der Gewerkschaft

Wütend ist der Grenzgänger aus Frankreich auch auf die Gewerkschaften. Ihnen wirft Mathieu vor, vor der Regierung eingeknickt zu sein. «Sie waren im Oktober gegen die Einführung des CovidChecks nach Ermessen des Arbeitgebers. Heute haben sie vor den Arbeitgebern und der Regierung gekuscht. Ich habe heute Morgen meine Mitgliedschaft beim OGBL gekündigt», sagt der Pendler, der nach eigenen Angaben noch immer unter Long Covid leidet.

«Ich kann wegen der schärferen Maßnahmen kein Sport mehr machen. Vorher habe zwei bis drei Stunden pro Tag im Fitnessstudio verbracht», sagt er. Das mache ihm aber nichts aus. Es gebe immer Alternativen zu allem: «Sport im Freien zum Beispiel. Und wenn es ganz schlimm kommt, mache ich eben zu Hause Sport. Man darf sich nicht demotivieren lassen», sagt er.

(nm/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alain am 05.12.2021 11:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn nach no 5 Milliarden Impfungen Angscht firun Niewewierkungen oder Laanzeitniewenwiekungen huet dem ass net méi ze hëllefen.

  • Marc am 05.12.2021 20:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @Wird wohl zensiert. Eng gudd Fro.

  • Rob am 05.12.2021 19:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    stemmt dach net och vill leit die proimpfung soen hein hier menung

Die neusten Leser-Kommentare

  • Marc am 05.12.2021 20:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @Wird wohl zensiert. Eng gudd Fro.

  • Rob am 05.12.2021 19:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    stemmt dach net och vill leit die proimpfung soen hein hier menung

  • Wird wohl zensiert… am 05.12.2021 15:18 Report Diesen Beitrag melden

    Warum bring l‘Essentiel nur Beiträge von Impfgegnern?

    • Chang am 07.12.2021 17:10 Report Diesen Beitrag melden

      Ist & bleibt ein Dreckblatt!

    einklappen einklappen
  • 123 am 05.12.2021 12:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mir hun Meenungsfräiheet, mee waat soll daat dann elo mat der Testpflicht ob der Aarbecht. Ech muss schaffe goen fir kennen Iesen, Gaz, Strom a Wasser ze bezuelen. Ech kann mech net an de Chômage setze loosen oder keng Paie kreien. An daat fannen ech net richteg. Wann ech well an de Resto, Kino, Fitness asw well goen an muss mech testen haalen ech daat fir gudd awer net fir mussen/kennen schaffen ze goen.

  • Alain am 05.12.2021 11:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn nach no 5 Milliarden Impfungen Angscht firun Niewewierkungen oder Laanzeitniewenwiekungen huet dem ass net méi ze hëllefen.