Landwirtschaft in Luxemburg

28. August 2018 06:55; Akt: 28.08.2018 07:03 Print

Biobauern kommen der Nachfrage nicht hinterher

LUXEMBURG – Bio-Lebensmittel werden im Großherzogtum immer beliebter. Die meisten Produkte in Bio-Qualität importieren wir aus dem Ausland.

storybild

Weniger als ein Prozent des in Luxemburg verkauften Biogemüses wird auch im Land produziert. (Bild: AFP)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Bei den Luxemburger Verbrauchern erfreuen sich Lebensmittel aus ökologischem Anbau immer größerer Beliebtheit. Bei den Landwirten hält sich diese Popularität allerdings in Grenzen: Ende 2017 wurden im Großherzogtum auf 5386 Hektar Bio-Lebensmittel angebaut. Nach Angaben des Statistikinstitutes Statec entspricht das gerade einmal vier Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche. Zwar ist die Bio-Fläche im Vergleich zum Jahr 2000 – damals betrug der Anteil noch 0,7 Prozent – gewachsen, «trotzdem ist die Produktion nach wie vor weit davon entfernt, mit der schnell wachsenden Nachfrage Schritt zu halten», erklärt Gerber Van Vliet von der Verwaltung für technische Dienste der Landwirtschaft.

Ein durchschnittlicher Lebensmittelkorb besteht in Luxemburg nach Angaben von Eurostat aus fast acht Prozent Bio-Produkten – die vierthöchste Quote in der EU. Im Gegensatz dazu liegt das Großherzogtum jedoch nur auf Platz 23 was den Anteil der ökologisch bewirtschafteten Flächen angeht. «Deshalb muss ein großer Teil der Bio-Produkte importiert werden. Sie kommen vor allem aus den Nachbarländern», sagt Van Vliet. So werden beispielsweise weniger als ein Prozent des im Großherzogtum verkauften Biogemüses im Land produziert.

99 Bio-Produzenten

Mehrere Faktoren hindern laut Van Vliet viele Landwirte daran, ihre Produktion umzustellen. «Bio steht im Wettbewerb mit regionalen Produkten, die sich sehr gut verkaufen und darum von vielen Bauern bevorzugt angebaut werden», so Van Vliet. Das Land verfüge auch nicht genügend Strukturen, um Lebensmittel zu verarbeiten. Obwohl es einen zertifizierten Molkerei- und Schlachthof zur Herstellung von Bioprodukten gibt, «ist das Angebot deutlich geringer als bei Produkten konventioneller Herkunft».

Das Landwirtschaftsministerium zählte Ende 2017 99 Bio-Produzenten, während das Land über 2000 konventionelle Betriebe. Die dominierenden Bio-Produkte sind Milch und Fleisch, wie in der konventionellen Landwirtschaft auch. Außerdem sind in Luxemburg 14 Bio-Imker ansässig.

(Joseph Gaulier/L'essentiel)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Daweb am 28.08.2018 14:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @Ketti du muss jo keng Tomaten aus China kafen et ginn och Bio Tomaten an der EU ugebaut!

  • Ulrike Martin am 19.10.2019 12:05 Report Diesen Beitrag melden

    Vielen Verbrauchern ist leider nicht klar dass Regional nicht gleich Bio ist. Ideal ist Regional und Bio! Warum vergiften die Bauern lieber die Umwelt und auch sich selber? Man versteht es nicht!

  • Bauern, im Gift gefangen! am 28.08.2018 08:58 Report Diesen Beitrag melden

    die Konsumenten wollen sich nicht weiterhin von den Bauern, den Wirtschaftsverseuchern und der EU mit ihren rücksichtslos globalisierenden Handelsmachenschaften konventionell vergiften lassen (durch krebserregende Gentech u Glyphosat u andere massivversprühten Gifte), aber viele Bauern wollen nichts davon wissen und einfach konventionell verseuchend weitermachen, weils mit den Giften sooo einfach geht und mannnn sonst bewusst überlegen muss, wie mannnn es anders machen soll ohne Gifte! Die Menschen, die an den Giften krebskrank werden, sind ihnen sowieso scheissegal! ... ... ...

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ulrike Martin am 19.10.2019 12:05 Report Diesen Beitrag melden

    Vielen Verbrauchern ist leider nicht klar dass Regional nicht gleich Bio ist. Ideal ist Regional und Bio! Warum vergiften die Bauern lieber die Umwelt und auch sich selber? Man versteht es nicht!

  • Daweb am 28.08.2018 14:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @Ketti du muss jo keng Tomaten aus China kafen et ginn och Bio Tomaten an der EU ugebaut!

  • Ketti Schap am 28.08.2018 11:19 Report Diesen Beitrag melden

    Wer garantiert mir dass z.B. Biotomaten aus China auch wirklich bio sind ?

  • Bauern, im Gift gefangen! am 28.08.2018 08:58 Report Diesen Beitrag melden

    die Konsumenten wollen sich nicht weiterhin von den Bauern, den Wirtschaftsverseuchern und der EU mit ihren rücksichtslos globalisierenden Handelsmachenschaften konventionell vergiften lassen (durch krebserregende Gentech u Glyphosat u andere massivversprühten Gifte), aber viele Bauern wollen nichts davon wissen und einfach konventionell verseuchend weitermachen, weils mit den Giften sooo einfach geht und mannnn sonst bewusst überlegen muss, wie mannnn es anders machen soll ohne Gifte! Die Menschen, die an den Giften krebskrank werden, sind ihnen sowieso scheissegal! ... ... ...

    • Ulrike Martin am 19.10.2019 12:06 Report Diesen Beitrag melden

      Ja schade ! Aber hier müssten die Bauern neues lernen, das ist mit mehr Arbeit und Kosten verbunden. Umstellung müsste richtig belohnt werden.

    einklappen einklappen