Bauprojekt in Luxemburg

22. Oktober 2020 07:01; Akt: 22.10.2020 11:10 Print

Bissen stimmt über Google-​​Rechenzentrum ab

BISSEN – Der Gemeinderat von Bissen wird am Donnerstag über den Bau der Google-Niederlassung in Bissen abstimmen. Ein weiterhin brisantes Thema.

storybild

Bürgermeister David Viaggi verteidigt das Bauprojekt. (Bild: Editpress/Anne Lommel)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Wird sich Google in Bissen niederlassen oder nicht? Eine erste Entscheidung fällt am Donnerstag, wenn die elf Mitglieder des Bissener Gemeinderats über die Erteilung der Baugenehmigung für die beiden Google-Rechenzentren abstimmen. Darin sollen in Zukunft zwischen 100 bis 350 Menschen Arbeit finden. Technische Aspekte, wie die Höhe der Gebäude und die Verkehrsanbindung werden nun untersucht. Bereits im Januar 2019 hatte die Gemeinde dem Projekt grünes Licht gegeben – bevor die Grundstücke im darauf folgenden Juni neu eingestuft wurden und eine neue Abstimmung notwendig geworden war.

Seither «ist das Projekt gut vorangegangen. Wir haben die örtlichen Verbände und ihre Anliegen angehört. Wir nehmen sämtliche Bedenken ernst», sagt Bürgermeister David Viaggi. Der Energieverbrauch ist weiterhin einer der Reibungspunkte, auch wenn die Projektentwickler behaupten, dass «die Rechenzentren der neuen Generation siebenmal energieeffizienter sind, als noch vor fünf Jahren». Die beiden Rechenzentren könnten bis zu zwölf Prozent des Stroms des gesamten Landes verbrauchen. Energieversorger Creos plane deshalb seine Kapazität zu erhöhen.

Abstimmung mit ungewissem Ausgang

«Sollte das Projekt das Licht der Welt nicht erblicken, wäre ich enttäuscht», sagt der Bürgermeister. Die Abstimmung erfolgt knapp einen Monat nachdem die griechische Firma Fage ihre Joghurtfabrik zwischen Bettemburg und Düdelingen aufgegeben hat. Falls der Gemeinderat das Projekt ablehnt, «sollte über einen neuen Bebauungsplan (PAP) abgestimmt werden». Dies würde zwar Google nicht daran hindern, sich hierzulande niederzulassen, aber die Umsetzung des neuen Plans würde Zeit in Anspruch nehmen. Das Unternehmen könnte die Geduld verlieren, da es weiß, dass andere Länder zum Bau der Rechenzentren bereit sind.

Es wird erwartet, dass die gewählten Mitglieder der Är Leit-Mehrheit, einschließlich des Bürgermeisters, dafür stimmen werden, so Viaggi. Auf der anderen Seite wollte die unabhängige Stadträtin Cindy Barros nicht abstimmen, während die vier gewählten Vertreter der CSV keine Stellung bezogen. «Wir haben die Unterlagen erst am vergangenen Donnerstag erhalten. Wir müssen sie zuerst analysieren und besprechen», sagte Carlo Mulbach. Vor der Die Neueinstufung der Grundstücke war mit vier Ja-Stimmen gegen und zwei nein-Stimmen bei fünf Enthaltungen angenommen worden.

(jg/L'essentiel)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Cassandra am 22.10.2020 08:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gibt es immer noch Leute die mit dieser ewiggestrigen Datenkrake ins Internet gehen bei all den guten Alternativen die es gibt? Oder ist etwa Bissen Googles letzte Bastion? Man könnte an der Stelle ein europäisches Zentrum für Datenschutz errichten. Dann wäre Grund und Boden nicht verplempert.

  • Ana Conda am 22.10.2020 12:34 Report Diesen Beitrag melden

    Es ist wichtig Arbeitsplätze zu schaffen. Der Stromverbrauch muss aber gesenkt werden.

    einklappen einklappen
  • alles für unsere Roboterhunde am 22.10.2020 07:47 Report Diesen Beitrag melden

    ja, das brauchen wir ... jemand, der keine Steuern zahlt, jedoch massiv von unsern Steuern profitiert, um sich zu vergrössern u jemand der gerade von den USA zu Sanktionen verklagt wurde! ... genügt es nicht, dass BAYER sich schon mit Monsanto in die Brennesseln gesetzt hat ... denn Wiesen, Felder u Wälder braucht ja keiner! ...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Luxusburg de luxe am 25.10.2020 06:22 Report Diesen Beitrag melden

    wir nehmen es den Armen u geben es den Reichen ...

  • Thadäus am 22.10.2020 19:51 Report Diesen Beitrag melden

    wo kommen die 12% Energie denn her, von Cattenom ?

  • Ana Conda am 22.10.2020 12:34 Report Diesen Beitrag melden

    Es ist wichtig Arbeitsplätze zu schaffen. Der Stromverbrauch muss aber gesenkt werden.

    • Business am 23.10.2020 14:46 Report Diesen Beitrag melden

      50 Geringverdiener und dazu die Fläche von mehrere Fussballfelder zubetonieren ? Da stimmt etwas mit dem Kosten/Notzen Faktor nicht .... Lieber den Mittelständlern diese Flächen anbieten.

    einklappen einklappen
  • Eberhart am 22.10.2020 12:16 Report Diesen Beitrag melden

    Zwölf Prozent des Energieverbrauches des Landes werden einfach in warme Luft verwandelt. Sehr viele Wohnungen könnten damit geheizt werden. Aber natürlich wird die Hitze aus Kostengründen lieber in die Atmosphäre geblasen als sie zur (gratis-) Fernheizung der umliegenden Ortschaften zu nutzen. Auch Luxemburg heizt dem Klima kräftig ein.

  • Jürgen Kockelmann am 22.10.2020 09:01 Report Diesen Beitrag melden

    Für Luxembourg ist es nur ein Prestigeprojekt, aber finanziell oder in Bezug auf Arbeitsplätze ist hier nicht viel zu erwarten. Und dadurch werden auch nicht mehr ausländische Datacenter-Kunden nach Luxembourg kommen. D.h. die lokalen Datacenter bleiben leer.