Wohnen in Luxemburg

30. Juni 2021 08:01; Akt: 30.06.2021 08:03 Print

«Brauchen jetzt Wohnungen, nicht in zehn Jahren»

LUXEMBURG – Die Chamber hat am Dienstagnachmittag über die Wohnungskrise und die Lösungsvorschläge der déi Lénk-Abgeordneten Nathalie Oberweis debattiert.

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Déi Lénk wollen sich für die Mobilisierung leerstehender Wohnräume und Baulücken einsetzen, um der Wohnungskrise entgegenzuwirken. (Bild: Editpress/Fabrizio Pizzolante)

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Die Wohnungskrise im Großherzogtum wird zunehmend zur Belastung - die Preise explodieren und immer weniger Personen können sich Wohnraum leisten. Geschätzt wird, dass aktuell 30.000 Personen bezahlbaren Wohnraum brauchen. Die Abgeordneten sind sich einig, dass die Dunkelziffer wohl noch deutlich höher liegt.

Ein Problem, dem sich déi Lénk und insbesondere die Abgeordnete Nathalie Oberweis mit einem Antrag annehmen möchten. Die aktuellen Bemühungen der Regierung würden nicht weit genug gehen. «Wir brauchen jetzt Wohnungen, nicht erst in zehn Jahren», erklärt Oberweis.

« Viele unserer Mitmenschen leben in einem Notstand »

«Viele unserer Mitmenschen leben in einem Notstand und das nicht erst seit der Pandemie», leitete die déi Lénk-Abgeordnete das Thema ein. Ein politischer Rahmen müsse geschaffen werden und Kriseninstrumente müssten genutzt werden. Konkret ginge es hierbei darum, leerstehende Wohnungen und Baulücken zu nutzen und Besitzern durch eine höhere Besteuerung einen Anreiz zu geben, diese zu verkaufen oder zu vermieten. Ungenutzter Besitz soll also unattraktiver werden. Um dies umsetzen zu können, müsse allerdings erst bestimmt werden wo diese Besitze sich befinden. Wer wohnt wo, und was steht leer? «Dazu ist eine enge Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen ministerialen Ressorts, den Gemeinden sowie den Vereinen gefragt», erklärt Wohnungsbauminister Henri Kox.

Besonders leerstehender Wohnraum im Besitz des Staates wurde von den Abgeordneten angeprangert: «Der Staat muss hier mit gutem Beispiel vorangehen», findet auch CSV-Abgeordneter Marc Lies.

Was den Einsatz der Baulücken betrifft, so verweisen Innenministerin Taina Bofferding (LSAP) und der DP-Abgeordnete Max Hahn auf den geplanten Baulandvertrag, der künftige Baulücken verhindern soll, aber auch das Nutzen bereits bestehender Baulücken durch Fristen vereinfachen soll.

« Wir brauchen eine Lösung auf nationaler, nicht auf kommunaler Ebene »

Und auch die Grundsteuer stand erneut zur Debatte. Während sich die déi-Lénk-Abgeordneten für eine obligatorische Kommunalsteuer auf leerstehenden Wohnraum und Baulücken aussprachen, waren sich die anderen Parteien einig: «Wir brauchen eine Lösung auf nationaler, nicht auf kommunaler Ebene.» Die Grundsteuer werde mit Ungeduld erwartet.

Der Wohnungsbauminister sowie auch die Innenministerin appellieren indes an die Geduld der Abgeordneten. Man würde an einer Reform arbeiten und für diese sei insbesondere die Datenlage sehr wichtig. «Ich weiß, dass es einigen nicht schnell genug geht, aber es ist wichtig, dass wir uns diese Zeit für diese Reform auch nehmen», erklärt Taina Bofferding, während Henri Kox daran erinnert, dass das Wohnungsproblem eine Vielzahl an Akteuren betrifft, die Hand in Hand an Lösungen arbeiten müssen.

(Liz Mikos/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • den Heng am 30.06.2021 09:07 Report Diesen Beitrag melden

    wir sind am Scheidepunkt angelangt. Es werden immer weniger Menschen den Wunsch haben in Luxemburg ein Haus zu kaufen und auch zur Leben. Zu Teuer und von einem kulturellen Blickpunkt inst der Nullpunkt schon lange erreicht. Hier geht es nur noch um Arbeit und Geld, Leben steht hier schon lange nicht mehr im Mittelpunkt

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  • EZB christlich stehlen am 30.06.2021 10:41 Report Diesen Beitrag melden

    Das christliche Gelddrucken der EZB hat die Geldmenge gewaltig erhöht um Reiche reicher zu machen. Das Toilettenpapiergeld Euro ist einfach weniger wert.

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  • Valchen am 30.06.2021 13:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leit and Land, wöllense! Letzebuerg, “d’Millounen Land”! Hurrah! Awwer wei Se hausen, bléiwwt op der Stréck!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Tingeli am 30.06.2021 18:00 Report Diesen Beitrag melden

    Löst das Problem der leerstehenden Wohnungen (Spekulation und Investition) und das vermeintliche Problem der Wohnungsnot ist keins mehr.

  • Wassi am 30.06.2021 16:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bezahlbare Wohnraum wird gesagt.Einen der Mindestlohn bezieht für die ist es schwierig in Luxemburg etwas bezahlbares zu finden .Was ist für die Bauministern bezahlbar?

  • Meinung am 30.06.2021 13:26 Report Diesen Beitrag melden

    Einen Lösung, den Menschen Zuwachs zu stoppen, dass Reiche die nicht in Luxemburg leben, keine Wohnungen besitzen dürfen, ausser sie besitzen welche die auch für angemessene Mieten vermietet werden. Grossebauhaie müssen gestoppt werden, die haben zu viel Geld und überbieten alle Preise. Zuerst soll das Arbeitende Volk zum Zuge kommen, dann erst die Bauunternehmer und zuletzt die grossen Weltunternehmen wie Besix, Hochtief, Thomas und Piron, usw., die letzteren nur dann wenn auch Wohnraum geschaffen wird der Bezahlbar ist. Wohnungen dürfen nicht mehr als Büros vermietet werden.

  • Valchen am 30.06.2021 13:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leit and Land, wöllense! Letzebuerg, “d’Millounen Land”! Hurrah! Awwer wei Se hausen, bléiwwt op der Stréck!

  • jimbo am 30.06.2021 12:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vir eng gesetzlech Fraequote um Bau, dass et virun geet…. An 2 Deeg Regelcongé gestrach!! Dat ass dLeisung!!