Luxemburg-Stadt

02. Dezember 2021 07:01; Akt: 02.12.2021 07:05 Print

Bürger prangern «Chaos» im Bahnhofsviertel an

Luxemburg-Stadt – Bevölkerung und die Behörden haben am Mittwochabend über die Sicherheit im Bahnhofsviertel diskutiert. Ebenso besorgt wie auch verärgert.

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Etwa 350 Bewohner des Bahnhofsviertels machten am Mittwochabend ihrem Unmut und Ärger Luft. (Bild: Editpress)

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Gewalt, Drogenkriminalität, Prostitution und mangelndes Sicherheitsgefühl: Das Bahnhofsviertel steht schon lange als Brennpunkt im Fokus. Und so ist es kaum verwunderlich, dass rund 350 Personen am Mittwochabend dem Aufruf der Stadt Luxemburg in die Sporthalle in der Rue de Strasbourg gefolgt sind, um sich über die Sicherheitslage im Bahnhofsviertel auszutauschen. Zumal die Stadt Ende November beschlossen hatte, die Verträge mit den privaten Sicherheitsdiensten nicht neu auszuschreiben.

Als Minister für Innere Sicherheit – und an diesem Abend das einzige Regierungsmitglied – musste sich Henri Kox also Hunderten besorgter und verärgerter Bürger stellen. Als er «ein Maßnahmenpaket» und ein «Gesamtkonzept» zur Bekämpfung des allgemeinen Unsicherheitsgefühls ankündigte, meldete sich ein Bürger zu Wort: «Zwei Jahre später, ein neuer Minister, und immer noch nichts!». Die Bewohner des Viertels führen immer wieder konkrete Beispiele an, wie ihr Alltag und der ihrer Kinder im Viertel beeinträchtigt und erschüttert werden.

«Unzivilisiertheit, gewalttätige Übergriffe und Drogenhandel»

Lydie Polfer, Bürgermeisterin der Hauptstadt, versuchte die Wogen zu glätten und betonte, dass «die Polizei die Arbeit nicht allein machen kann». Sie beklagt «Unzivilisiertheit, aber auch gewalttätige Übergriffe und Drogenhandel». Dabei beklagten die betroffenen und sichtlich verärgerten Bürger vor allem den Drogenhandel und die Prostitution in ihrem Viertel – ebenso wie mangelnde Maßnahmen.

Für Henri Kox sei es nötig, ein «Gesamtkonzept zu erarbeiten, bei dem die Innere Sicherheit, aber auch das Gesundheitswesen, das Außenministerium, die Justiz, das Bildungswesen und die Kommunen zusammenarbeiten». Der Minister für Innere Sicherheit erwähnte zwar «die Einstellung von 200 Polizisten» in diesem Jahr, einen Gesetzesentwurf, der den Zugang zum eigenen Gebäude erleichtern soll, wenn dieser durch Personen blockiert werde, oder auch die Wirksamkeit der Videoüberwachung. Die anwesenden Bürger, die von einer «chaotische Situation» am Bahnhof sprachen, vermochte er aber nicht zu überzeugen.

Auch Patrick Ewen, Generaldirektor der Polizei in der Hauptstadt, war nicht begeistert. Er sprach von einer erhöhten Polizeipräsenz vor Ort, von repressiven und präventiven Maßnahmen, um das Gefühl der Sicherheit im Viertel zu erhöhen, und untermauerte dies auch mit Zahlen. Bei der Versammlung stieß er aber nicht auf Zustimmung. Und der Grund liegt auf der Hand, die Bewohner des Viertels haben vor allem eines: Das Bedürfnis nach Sicherheit.

(Jean-François Colin/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Knouterketti am 02.12.2021 10:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fort mam Kox a Co

  • halop am 02.12.2021 07:18 Report Diesen Beitrag melden

    Sorry, hun eppes vergiess!.musse mer auslennesch Police sichen goen déi fir Uerdnung suegen! ( Polen Demo zu Letzebuerg )

  • @ArmHannes am 02.12.2021 09:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    De Kox huet et net zu Remech bruecht, an elo ass hien Trapen eropgefall an Polizeiminister gin

Die neusten Leser-Kommentare

  • stohlhelm am 03.12.2021 13:06 Report Diesen Beitrag melden

    Dat do ass ganz kloar d‘Arbecht vun der Police! An do kommen sie och net eraus. Et geet nemmen iwwer Präsenz weisen an Problemer ofstallen! Och wann et net esou schéin ass wie am Café bäi enger gudden Tart!

  • loshein am 02.12.2021 16:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Da muss die Gefühlspolizei ran.

  • packtiech am 02.12.2021 12:16 Report Diesen Beitrag melden

    ech rennen oft iwwert Gare, gouf nach nie ugegraff, waat sidd dir all Bisounours'en, reesst mool an aaner Länner da gesidd der mool datt daat hei alles Peanuts ass! Ech schwätzen aus Erfahrung!

  • Knouterketti am 02.12.2021 10:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fort mam Kox a Co

  • @ArmHannes am 02.12.2021 09:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    De Kox huet et net zu Remech bruecht, an elo ass hien Trapen eropgefall an Polizeiminister gin