Bilanz 2016

10. März 2017 18:56; Akt: 10.03.2017 19:16 Print

Cattenom-​​Chef: «Luxemburg hat berechtigte Fragen»

CATTENOM - Der Direktor des Atomkraftwerks hat den Bericht für 2016 vorgestellt – und versichert, dass er weiterhin Fragen von Nachbarn bezüglich der Sicherheit beantworten werde.

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Thierry Rosso, Direktor des AKW Cattenom, wirbt um Vertrauen und verspricht Transparenz. (Bild: Nicolas Chauty)

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«Cattenom macht uns Sorgen», hat der Luxemburger Premier Xavier Bettel noch im April 2016 gesagt – und gefordert, das Atomkraftwerk stillzulegen. Bei der Vor-Ort-Präsentation der Bilanz für 2016 wollte Thierry Rosso, Direktor des französischen Kraftwerks, nicht zu politischen Positionen Stellung nehmen. «Luxemburg beobachtet sehr aufmerksam, was wir tun», bemerkte er dennoch. «Es ist legitim, dass Fragen auftauchen und wir müssen sie beantworten.»

Rosso erklärte, dass 2016 Cattenom 30 Besuche durch die Sicherheitsbehörden erhalten habe – einige unangemeldet. Es habe annähernd 20.000 Untersuchungen gegeben — «bis zur Analyse der Milch von den Kühe in der Region». Außerdem habe es 68 Feueralarmübungen gegeben.

«Unsere Arbeit wird manchmal falsch verstanden, aber unsere Aufgabe ist es, sicher Strom zu produzieren.» Der Direktor betont, dass die Überwachung der Kernkraftwerke in den letzten Jahren verstärkt worden sei.

«Eine kleine Stadt»

Im vergangenen Jahr wurden in Cattenom, das sein 30-jähriges Bestehen gefeiert hat, für 172 Millionen Euro Wartungsarbeiten durchgeführt. Block 1 wurde planmäßig abgeschaltet, um durch eine viermonatige Revision zu klären, ob er weitere zehn Jahre im Betrieb bleiben kann. Ziel des staatlichen Energieerzeugers Électricité de France (EDF) sei, den Betrieb über 60 Jahre zu bringen. «Jede Operation bringt darum das Werk auf den neuesten Stand», sagte Rosso.

Zwischen 3.000 und 4.000 Personen arbeiten zeitweilig im beziehungsweise für das Atomkraftwerk, gab der Direktor bei der Pressekonferenz an. Das habe große Auswirkungen auch auf die Luxemburger Grenzregion. Zudem habe die EDF im Jahr 2016 51 Mitarbeiter neu beschäftigt.

31,2 Milliarden Kilowattstunden (75 Prozent des Bedarfs der Großregion) werden in Cattenom produziert sowie 104 Millionen Euro an lokalen und nationalen Steuern gezahlt. «Das Cattenom-Kraftwerk ist wie eine kleine Stadt», sagt Rosso.

(Nicolas Chauty/L’essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • dusninja am 10.03.2017 20:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn sie sicher Strom produzieren sollte Herr Rosso sich fragen, wieso Frankreich bei Engpässen seinen Strom importieren muss. Und zwar von Deutschland, wo die Akw nach und nach abgeschaltet werden, wie zB in diesem Winter. Und er sollte sich fragen, was passiert, wenn die Edf durch die geschätzten 37 Milliarden Pleite geht, wo sie schon jetzt rote Zahlen schreiben. Unter "sicher" verstehe ich etwas Anderes.

  • Fermez la centrale de Cattenom! am 11.03.2017 07:47 Report Diesen Beitrag melden

    In Sachen Sicherheit sind die EU-Staaten nach wie vor souverän. Demnach müsste jeder Staat ein Vetorecht besitzen, wenn ein Anrainerstaat ihm ein Atomkraftwerk vor die Nase setzt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Fermez la centrale de Cattenom! am 11.03.2017 07:47 Report Diesen Beitrag melden

    In Sachen Sicherheit sind die EU-Staaten nach wie vor souverän. Demnach müsste jeder Staat ein Vetorecht besitzen, wenn ein Anrainerstaat ihm ein Atomkraftwerk vor die Nase setzt.

  • dusninja am 10.03.2017 20:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn sie sicher Strom produzieren sollte Herr Rosso sich fragen, wieso Frankreich bei Engpässen seinen Strom importieren muss. Und zwar von Deutschland, wo die Akw nach und nach abgeschaltet werden, wie zB in diesem Winter. Und er sollte sich fragen, was passiert, wenn die Edf durch die geschätzten 37 Milliarden Pleite geht, wo sie schon jetzt rote Zahlen schreiben. Unter "sicher" verstehe ich etwas Anderes.