Cannabis-Freigabe

26. Juli 2018 10:33; Akt: 26.07.2018 11:43 Print

Chamber liebäugelt mit kanadischem Modell

LUXEMBURG – Am heutigen Donnerstag hat in der Chamber eine öffentliche Debatte über eine Petition stattgefunden, die eine staatliche Reglementierung von Cannabis fordert.

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In einer öffentlichen Debatte hat sich die Chamber heute mit der Freigabe von Cannabis beschäftigt.

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Die Chamber hat am heutigen Donnerstag in einer öffentlichen Debatte anlässlich einer Petition über einen neuen gesetzliche Umgang mit Cannabis diskutiert. Konkret geht es um die Freigabe der Droge und deren Ausgabe, beispielsweise in Coffeshops. Petent Joe Schmit verfolgt mit seiner Eingabe verschiedene Ziele. Zwar sei er selbst kein Konsument, trotzdem habe er festgestellt, dass «Cannabis bereits heute immer und überall verfügbar» sei. Eine staatliche Reglementierung sei deshalb sinnvoll, um die Jugend, alle Konsumenten aber auch den Rechtsstaat zu schützen.

An seiner Seite argumentiere Guy Munhowen leidenschaftlich für ebendiese Sache. «Es geht nicht um eine komplette Freigabe von Cannabis, sondern um eine sinnvolle Reglementierung», sagt Munhowen. Diese wirft allerdings eine Vielzahl von Problemen auf, angefangen bei der Akzeptanz in der Bevölkerung. Laut Justizminister Félix Braz (déi Gréng) sei «die Drogenpolitik der letzten Jahrzehnte nicht erfolgreich zu nennen». Es müssten neue und einheitliche Regelungen her, denn: «Das was unter Strafe gestellt ist, muss bei Menschen auf Akzeptanz stoßen», so Braz.

Kanadisches Modell als Vorbild

Auch Gesundheitsministerin Lydia Mutsch (LSAP) erkennt an, dass sich am derzeit geltenden Recht etwas ändern muss. Derzeit gebe es eine «Widersprüchlichkeit» in der Gesellschaft im Umgang mit verschiedenen Drogen, namentlich mit Alkohol, den man zu verschiedenen Anlässen konsumiere. Es sei für Kinder und Jugendliche nicht nachvollziehbar, warum Cannabis anders behandelt werden solle, als die allseits akzeptierte Kulturdroge Alkohol. Dennoch müsse man die gesundheitlichen Risiken, die mit dem Konsum von Cannabis einhergingen im Auge behalten, wenn man über eine wie auch immer geartete Freigabe diskutieren wolle.

Zur Sprache kam immer wieder das kanadische Model. Das nordamerikanische Land hat im Jahr 2016 eine Freigabe von Cannabis beschlossen und wird allenthalben gelobt. «Um es mal auf gut Luxemburgisch zu sagen: die Kanadier haben sich jahrelang den Arsch aufgerissen, um ein vernünftiges und in sich schlüssiges System auf die Beine zu stellen», sagt Munhowen. Laut Mutsch könne Kanada aber nur bedingt als Modell für Luxemburg dienen, da wegen der erst kürzlich vorgenommenen Einführung noch keine langfristigen Auswirkungen auf die Gesellschaft abgeleitet werden könnten.

Aufklärung, Kontrolle, Prävention

Der Tenor aus der heutigen Sitzung könnte etwa lauten: Wir sind aufgeschlossen, aber wir wollen «kein Hau-Ruck-Verfahren», wie Alex Bodry (LSAP) sagt. Dem schließen sich auch déi Lenk und déi Greng an. Die CSV zeigt sich «offen für einen weiteren Austausch» über das Thema, so Marine Mergen. Allerdings müsse über verschieden Aspekte wie den befürchteten Drogentourismus, Präventionsmaßnahmen und eine Weitergabe von Cannabisprodukten an Minderjährige noch diskutiert werden.

«Probleme sind nur zu lösen, wenn man sie offen anspricht», findet Munhowen. «Es wäre doch mal erfrischend, wenn ein Jugendlicher in der Schule offen sagen könnte, dass er ein Drogenproblem hat. Diese Jugendlichen gibt es nämlich bereits jetzt schon.»

(dix/L’essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Eric am 26.07.2018 11:39 Report Diesen Beitrag melden

    Drogentourismus gëtt et keen wann een z.B den schwäizer Modell hellt.

  • legalize Cannabis - Alkohol ass eng Drog am 27.07.2018 07:32 Report Diesen Beitrag melden

    Firwat sou wéit siche goen an net legaliséieren wéih den Alkohol hei am Land?! Den Drogentourismus hu mir souwisou fir Alkohol, Zigaretten, bëllegen Benzin an Diesel a keen regt sech doriwer op! Präventiounmoossnahmen fir Jugendlecher géint den Alkohol - wou sin se? Weitergabe an Minderjährige -wien kontrolléiert dat beim Alkohol an Tubak?! Tourismus, awer keen Cannabistourismus!? wéih klengkaréiert ass erlabt???!!! - et gëtt een awer iwerall dozou opgemontert fir Alkohol ze drenken an onserer krankmachender Alkoholkultur, déih keng aner Drogekultur niëft sech wëll dulden! ...

  • Maxim am 26.07.2018 18:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Als Medizinesch zwecker woe zb als Pellen as et jo an da rei mae net fier jidereen. Wann dat geschitt dann kennt da och E-Zigarette aus dem Tabakgesetz eraushuelen well dat vill manner Schiedlech wie Zigaretten, Kanabis oder Alkohol as.

Die neusten Leser-Kommentare

  • legalize Cannabis - Alkohol ass eng Drog am 27.07.2018 07:32 Report Diesen Beitrag melden

    Firwat sou wéit siche goen an net legaliséieren wéih den Alkohol hei am Land?! Den Drogentourismus hu mir souwisou fir Alkohol, Zigaretten, bëllegen Benzin an Diesel a keen regt sech doriwer op! Präventiounmoossnahmen fir Jugendlecher géint den Alkohol - wou sin se? Weitergabe an Minderjährige -wien kontrolléiert dat beim Alkohol an Tubak?! Tourismus, awer keen Cannabistourismus!? wéih klengkaréiert ass erlabt???!!! - et gëtt een awer iwerall dozou opgemontert fir Alkohol ze drenken an onserer krankmachender Alkoholkultur, déih keng aner Drogekultur niëft sech wëll dulden! ...

  • Maxim am 26.07.2018 18:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Als Medizinesch zwecker woe zb als Pellen as et jo an da rei mae net fier jidereen. Wann dat geschitt dann kennt da och E-Zigarette aus dem Tabakgesetz eraushuelen well dat vill manner Schiedlech wie Zigaretten, Kanabis oder Alkohol as.

  • Kommentar am 26.07.2018 15:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @Wouerecht Haut ginn souwuel dei iwer 18 wei och dei ënner 18 illegal hiert Cannabis bei den Dealer kaafen. Ass dat dann besser? Dh well mir keng perfekt Leisung hubb, sollen mir et einfach lossen wei et ass, souguer wann et mei schlecht ass wei dei nei Propose ? Op mannst wann dei - 18 et bei den +18 kaafen ginn, kënnt et vun enger kontrolléierter Source an et finanzéiert de Staat aplaatz vun der Mafia! Den Hollännesche Model huet jo och op villen Niveauen versoot, dorunner soll een sech op kee Fall inspiréieren. 1) Auslänner dierfen kaafen = Drogentourismus 2) Baséiert op eng zone grise am Recht, e.g. et dierf een et verkaafen awer net ubauen d.h. et gett sech weiderhin iwwer illegalen sourcen approvisionéiert. Do ginn et ganz kloer besser Modeller, deen Hollänneschen am beschten direkt ganz vergiessen!

  • Wouerescht deet wei am 26.07.2018 13:33 Report Diesen Beitrag melden

    Kappressel , eener 18 Joer kee Verkaaf ! Petitionären wessen ganz genau dass dat net wärt gohen , da ginn 18 Jähreger et kaafen a verkaafen et dan weider un Minderjähreger !! Wat kreien mir problemer wann et soll Legaliseiert ginn , a Holland war et och Legaliseiert ginn mat Coffeshopen a wou sinn se Haut ma eriwer domader firwat ma well Problemer dono nach mei grouss ginn sinn wei virdrun !!! Dat därfen mir net zou lossen an onsem scheine Ländchen !!!! Legaliseiert fir Medizin jo a net mei weit !!!!!

    • Luxusbuerger am 26.07.2018 15:18 Report Diesen Beitrag melden

      Also vir d'allereicht Gehier aschalten ee en eppes hei verzapt wat net stemmt. An Holland get et nach emmer Coffeshops ouni Problem. Sie haten just en Verbued vir Drogen Touristen kurzzeiteg agefouert. An mir kreien keng Problemer wann et legaliseiert gëtt, mei mir hun dann e puer Problemer manner. Kee Verkaaf enner 18 Joer dat gëet muss eben kosequent kontrolleiert gin, a wann een erwecht gëtt deen dat un mannerjähreg verkaaf huet da muss en mat empfindlech Stroofen rechnen.

    • Stemmen Zou am 26.07.2018 17:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Genau!! An enplus get et keen accident mei op der stross alles waat een riskeiert ass vllt een klengen stau wel een dann mei lues fiert seuguer ... ganz annechr wie mam alkohol weu een zigzag fiert an 100kmh an leit iwerennt an nexten dach sech mol nt mei erennert vun weu die schreibs am auto ass ... just fir ze soen Informeirt iech richteg beguer dir schwetzt ech verstin nt fw alkohol legal ass an do kommen mannerjahreger locker drun wel et eben seu frai verkaaf get an cannabis soll illegal beliwen opwohl all weekend den spidol voller leit sin dei hieren Mo mussen ausgepomelt kreien wel se eben keng grenzen beim sauffen kennen ... an beim kiffen, dofun haat nach nie een eng overdose! Natierlech ass cannabis och eng drogue an huet och seng konsequanzen awer menger menung no ass et blodsin dass et illegal ass wel sws baal jideren kifft 'dass an memgen aan bei weitem nt seu schiedlech wie alkohol ' an sech dobei emmer muss strofbar machen an riskeiert gestrecktenes oder soss welch mischung ze kaffen nmn wel een owes bessi chillen wel ... awer beier kriet een iwerall ze kaffen ... bref informeiren befier een mond opmecht !

    • bibi am 27.07.2018 08:51 Report Diesen Beitrag melden

      richteg!

    einklappen einklappen
  • Binette am 26.07.2018 12:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @Veritas Mat engem Weedpass keint een och eseu eppes vohënneren !