Wie ist die Lage in Luxemburg?

21. Dezember 2018 11:13; Akt: 06.02.2020 09:58 Print

Chaoten schaden ehrlichen Drohnen-​​Piloten

LUXEMBURG/LONDON – Das Chaos am Gatwick Airport in London spricht Bände. Die Fluggeräte sind nicht nur beliebte Technik-Gadgets, sondern auch ein Sicherheitsrisiko.

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Solche beeindruckenden Fotos sind mit heutigen Drohnen möglich, aber man braucht die nötigen Genehmigungen, um Flüge über Luxemburg ausführen zu dürfen. (Bild: Alvaro Garrido, Drohnenclub Luxemburg)

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London Gatwick, der siebtgrößte Flughafen Europas, hat am Mittwochabend alle Starts und Landungen bis auf Weiteres ausgesetzt, nachdem eine Drohne über dem Flugfeld gesichtet worden war. Viele Passagiere saßen stundenlang in ihren startklaren Maschinen fest, während ankommende Flugzeuge zu – teils hunderte Kilometer entfernten – Flughäfen umgeleitet wurden. In den frühen Morgenstunden war der Betrieb kurzzeitig wieder aufgenommen, dann aber erneut gestoppt worden. Auch den ganzen Donnerstag über blieb der Airport bis auf wenige Ausnahmen geschlossen.

Nicht nur in England, sondern weltweit wird über das Regelwerk für die Nutzung der beliebten Technik-Spielzeuge mit immer besseren Kameras diskutiert. Die Quadrokopter teilen sich den Luftraum mit der Luftfahrt, die in den ferngesteuerten Geräten eine potenzielle Gefahr sieht. Das geht – wie man jetzt sieht – sogar soweit, dass ein ganzer Airport stillgelegt wird. Auch die Deutsche Flugsicherung meldete erst kürzlich, dass bis einschließlich November bereits 152 Fälle gemeldet wurden, bei denen Drohnen gefährlich nah an Verkehrsfliegern oder Flughäfen auftauchten. Im Jahr 2017 waren es lediglich 88 Fälle. Je nachdem, wo eine Drohne bei einer Kollision einschlägt, könnte sie auch einen Passagier-Jet in Schwierigkeiten bringen.

In Luxemburg stellt sich die Lage laut der Zivilluftfahrtbehörde (DAC) entspannter dar – trotz stark zunehmender Zulassungen (498 im Jahr 2016 gegenüber 81 im Jahr 2014) und Fluganträgen (886 im Jahr 2016). Das liegt auch an deutlich strengeren Regeln, die von der DAC aufgestellt werden. Die Behörde betont ausdrücklich, dass «Drohnenflüge in einem Umkreis von fünf Kilometern zum Internationalen Flughafen Luxemburg untersagt sind» und dieses Verbot nur durch eine «missionsspezifische Ausnahmegenehmigung seitens der DAC aufgehoben werden» kann. Die Zwischenfälle in Luxemburg beziffert man mit «wenig». Sie werden «von den Spezialisten der zuständigen Abteilungen der DAC untersucht, um gegen die Betreiber der Drohnen vorgehen zu können und sie so auf die Gefahren ihres Handelns hinzuweisen». Aber auch mit Geldstrafen von bis zu 5000 Euro muss bei Verstößen gerechnet werden.

«Verlogener Akt gegen die Drohnen-Community»

Aber nicht jeder Drohnen-Besitzer im Land ist ein verantwortungsloser Eindringling in den luxemburgischen Luftraum. Alvario Garrido vom Drone Club Luxemburg hat beispielsweise ein Unternehmen um die filmenden Quadrokopter aufgebaut, bei welchem er die spektakulären Luftaufnahmen als Dienstleistung für Kunden anbietet. «Jeder Flug muss in Luxemburg von der DAC genehmigt werden. Dazu muss man auf ihrer Website den Flug zwei Wochen vorher anmelden, inklusive Autorisierung der Besitzer jener Grundstücke, über die man fliegen wird.»

Für die Drohnenbesitzer, die ihre Flugmaschinen illegal in der Nähe von Flughäfen aufsteigen lassen, hat Garrido wenig Verständnis: «Es ist beschämend, gerade weil heutzutage jeder Drohnenpilot Flugverbotszonen im Internet und in Apps einsehen kann.» So kann beim Drone Club Luxemburg nichts passieren. Die meisten Drohnen, die man heute käuflich erwerben kann, besitzen solche GPS-gestützten Features, so dass illegale Aktionen fast immer vorsätzlich passieren. «Es ist ein verlogener Akt gegen die Drohnen-Community, da das Ansehen unseres Hobbys nachhaltig geschädigt wird und ehrliche Piloten darunter leiden.»

Die aktuelle Situation in London ist da sicher nicht förderlich, auch wenn ein Großteil der Drohnenbesitzer nichts Böses im Schilde führt und versuche, sich an die Regeln zu halten: «Die meisten Drohnenpiloten wollen einfach nur schöne Fotos oder Videos machen, genau wie viele Menschen mit ihrem Smartphone oder ihrer Kamera. Es geht nicht darum, in die Privatsphäre einzudringen oder jemanden zu attackieren. Wir sind überzeugt davon, dass sich mit der passenden Gesetzgebung und dem technischen Fortschritt auch niemand mehr Sorgen machen muss.»

(Dustin Mertes/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Unbekannt am 21.12.2018 16:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zënter Joeren gin et Ofwirsystemer a Form vun Vullen, oder elektronesch Jammeren. Ech sin beonrouegt, dass esou e groussen Flughafen keen Ofwirsystem benotzt.

  • Juxair am 21.12.2018 14:19 Report Diesen Beitrag melden

    Dass die Regeln streng sind ist ja in Ordnung aber dass man 2 Wochen im voraus eine Erlaubnis verlangen muss ist nicht gut geregelt. Denn Heute weiss ich noch nicht ob die Wetterbedingungen in 2 Wochen gut sind damit ich meine Drone abheben lassen kann und wieso brauch ich eine Autorisierung der Besitzer jener Grundstücke, über die ich fliegen werde wenn ich nur drüber fliege ohne zu filmen oder Fotos zu schießen. Regeln sind gut aber sie dürfen keine fast unüberwindbare Hürde sein.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Unbekannt am 21.12.2018 16:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zënter Joeren gin et Ofwirsystemer a Form vun Vullen, oder elektronesch Jammeren. Ech sin beonrouegt, dass esou e groussen Flughafen keen Ofwirsystem benotzt.

  • Juxair am 21.12.2018 14:19 Report Diesen Beitrag melden

    Dass die Regeln streng sind ist ja in Ordnung aber dass man 2 Wochen im voraus eine Erlaubnis verlangen muss ist nicht gut geregelt. Denn Heute weiss ich noch nicht ob die Wetterbedingungen in 2 Wochen gut sind damit ich meine Drone abheben lassen kann und wieso brauch ich eine Autorisierung der Besitzer jener Grundstücke, über die ich fliegen werde wenn ich nur drüber fliege ohne zu filmen oder Fotos zu schießen. Regeln sind gut aber sie dürfen keine fast unüberwindbare Hürde sein.

    • Guy Gibéren, Drohnenpilot am 21.12.2018 17:31 Report Diesen Beitrag melden

      Die Erlaubnis kann man für 2 Monate bei der Dac beantragen,wenn dann mal das Wetter schlecht ist kann man auch dann an einem besseren Tag fliegen,es ist wichtig nur mit Erlaubnis zu fliegen und eine gültige Versicherung zu haben,die Dac in Luxemburg ist sehr freundlich und hilfsbereit für jeden seriösen Drohnenpiloten.

    • Frau Holle am 22.12.2018 10:51 Report Diesen Beitrag melden

      @Juxair Bei eis as och emol een den ganzen Daag iwert eis Terrass geflunn,hien koum ömmer erem kucken,bis et fir hien geknuppt haat.Hien huet all d'Leit am Duerf genervt,ma deen Spaas wor seier eriwer.

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