In Luxemburg

19. Februar 2021 08:21; Akt: 19.02.2021 11:44 Print

Corona sorgt für mehr Ärger unter Nachbarn

LUXEMBURG – Seit Beginn der Pandemie ist die Anzahl der gemeldeten Nachbarschaftskonflikte gestiegen. Das haben mehrere Mediationsstellen festgestellt.

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Viele fühlen sich im Homeoffice durch Lärmbelästigung gestört. (Bild: Pexels)

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Lockdown, Homeschooling, Homeoffice: Seit Beginn der Pandemie haben die Luxemburger Einwohner so viel Zeit wie nie zuvor in den eigenen vier Wänden verbracht. Hierbei stehen sie in engerem Kontakt zu ihren Familien aber auch zu ihrer Nachbarschaft. Das kann gelegentlich zu Konfliktsituationen führen. So erging es auch einer L'essentiel-Leserin, die erzählt, dass sie derzeit mit ihren Nachbarn in Konflikt stehe. «Ich befinde mich momentan in einer äußert schwierigen Situation. Seit der Corona-Pandemie wurde es nur noch schlimmer. Es ist unerträglich geworden», sagt sie.

Und sie ist kein Einzelfall. Mediatorin Astrid Glod, vom Centre de médiation, erklärt: «Die Anzahl der Anrufe ist in den 21 Gemeinden*, für die ich verantwortlich bin, um etwa 40 Prozent gestiegen». Das Gleiche stellte auch Aurélia Pattou, Projektleiterin bei der Bewegung für Chancengleichheit MEC (Mouvement pour l'Égalité des Chances) fest. Sie schlichtet und reflektiert mit ihren Klienten in acht Gemeinden im Müllerthal und sieben weiteren in der Moselregion**. Nach ihren Angaben habe die Anzahl der Anrufe «schwer zugenommen».

Hundegebell und das Geräusch von Wärmepumpen

Doch was ist die Ursache für diese Nachbarschaftskonflikte? Laut Glod sei Lärmbelästigung der Hauptauslöser. «In Mehrfamilienhäusern sind die Menschen, insbesondere diejenigen, die im Homeoffice arbeiten müssen, lärmempfindlicher geworden», sagt die Mediatorin. Einige leben in sehr beengten Verhältnissen – in gewissen Fällen bis zu fünf Personen in einer 90-110 Quadratmeter-großen Wohnung. Dies führe zu einer Stresssituation. Vor allem in Reihenhäusern oder Doppelhaushälften kann es aufgrund mangelnder Isolierung zu solchen Situationen kommen. Unter Lärmbelästigung könne Verschiedenes fallen, wie zum Beispiel nächtliche Ruhestörung, Hundegebell oder das Geräusch von Wärmepumpen.

Für Pattou hingegen liege die Hauptursache für Nachbarschaftskonflikte häufig darin, dass die Mitmenschen die Größe von Hecken, Bäumen und Sträuchern nicht beachten. «Ganz allgemein ist mehr Spannung spürbar. Die Einwohner kommen meistens mit einem konkreten Problem zur Mediation. Doch die Situation gerät schnell außer Kontrolle», sagt Pattou. Glod ist der Meinung, dass es sinnvoller ist, zu versuchen, Konflikte mithilfe eines Vermittlers zu lösen, als den Fall vor Gericht zu bringen. «Damit kann viel geändert werden. Wenn sich Nachbarn einigen und Frieden schließen, können sie endlich ihre Lebensqualität zurückgewinnen», sagt sie.

*Bertringen, Bettemburg, Bissen, Burscheid, Dippach, Ettelbrück, Garnich, Hesperingen, Hoscheid, Junglinster, Lintgen, Mamer, Mersch, Niederanwen, Reckingen, Roeser, Sandweiler, Schüttringen, Steinsel, Ulflingen und Wiltz.

**Bech, Befort, Consdorf, Echternach, Fischbach, Heffingen, Fels, Rosport-Mompach, Betzdorf, Lenningen, Bad-Mondorf, Mertert, Remich, Stadtbredimus, Waldbredimus.

(Olivier Loyens/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gerd am 19.02.2021 11:32 Report Diesen Beitrag melden

    virwaat as déi Offstemmung op francophone ?

  • Silence is golden am 19.02.2021 11:01 Report Diesen Beitrag melden

    Tagsüber Baulärm - Nachts Nachbarmusik. In Luxemburg gibt es nie Ruhe.

  • Erni am 19.02.2021 09:44 Report Diesen Beitrag melden

    Also mir gesin eis Noperen elo vill méi oft, iessen an drénken zesummen, soss dierf ee jo näischt méi.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Gerd am 19.02.2021 11:32 Report Diesen Beitrag melden

    virwaat as déi Offstemmung op francophone ?

  • Silence is golden am 19.02.2021 11:01 Report Diesen Beitrag melden

    Tagsüber Baulärm - Nachts Nachbarmusik. In Luxemburg gibt es nie Ruhe.

  • Erni am 19.02.2021 09:44 Report Diesen Beitrag melden

    Also mir gesin eis Noperen elo vill méi oft, iessen an drénken zesummen, soss dierf ee jo näischt méi.