Weinbau

11. September 2020 13:09; Akt: 11.09.2020 13:13 Print

Das Dilemma der luxemburgischen Winzer

REMICH/LUXEMBURG – Die Winzer im Großherzogtum sind zufrieden mit dem Jahrgang 2020. Und dennoch haben sie ernste Sorgen.

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Die jungen Reben von Winzer Mathis Bastian haben Probleme mit der Trockenheit. (Bild: L'essentiel/Michael Aubert)

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Die Winzer im Großherzogtum stecken in einem echten Dilemma. Sie erwarten einen Jahrhundert-Jahrgang. Schon wieder. «Wie schon 2018 und 2019 und eigentlich – mit wenigen Ausnahmen – in den vergangenen Jahren», sagt Serge Fischer, Abteilungsleiter Weinbau beim luxemburgischen Weinbauinstitut (Institut Viti-vinicole, IVV). Das bestätigen nach Angaben des 44-Jährigen auch die Reifemessungen. Nur könne man nicht jedes Jahr von einem Jahrhundert-Jahrgang sprechen, selbst wenn es «vor 40 oder 50 Jahren noch einer gewesen wäre».

Möglich machen dies die klimatischen Veränderungen – nicht nur an der Mosel. Heiße sonnige Frühlingswochen, eine frühe Traubenblüte und für beinahe jede Rebsorte genügend Zeit zu reifen. «Ja, die Rebe ist ein Kind der Sonne», sagt Fischer und kommt im selben Atemzug auf das größte Problem zu sprechen, das der Klimawandel mit sich bringt: Die Trockenheit. «Die Wasserversorgung ist die Problematik der Zukunft», ist er sich sicher.

« Das führt von Ernteeinbußen über Langzeitschäden bis hin zum Totalausfall »

Denn die Trockenheit oder die zu unterschiedliche Niederschlagsverteilung in den vergangenen Jahren, macht vor allem den jungen Anlagen zu schaffen, weiß auch Mathis Bastian, ein erfahrener Winzer in Remich, dessen Weingut nur einen Steinwurf vom IVV entfernt liegt. Junganlagen würden unter einem enormen Wasserstress leiden, sagt er und erzählt von seinen Pinot-Blanc-Reben, die in ihrem sechsten Jahr immer noch Schwierigkeiten haben und nicht erst in diesem Jahr. «Das führt von Ernteeinbußen über Langzeitschäden bis hin zum Totalausfall», erklärt Bastian.

Die Lösung scheint einfach: Eine Bewässerung. «Aber Bewässern ist eine schwierige Aufgabe», sagt Bastian, «woher das Wasser nehmen?» Dabei drehen sich die Gedankenspiele des IVV und der Winzer um viele Lösungen: Von der Wasserentnahme aus der Mosel bis hin zu Wasserauffangbecken. Bastian setzt auf zusätzlichen Humusboden, der die Feuchtigkeit besser aber eben auch nur begrenzt speichert. Trotz der Probleme geht Mathis Bastian von« einem herrlichen Jahrgang aus». Auch wenn ihn die Winzer heutzutage nicht mehr als Jahrhundert-Jahrgang bezeichnen würden.

Der sogenannte Huglin-Index beschreibt die Reife der Reben nach Rebsorten und Jahrgängen. Die Jahrgänge 1976 und 1993 wurden im Großherzogtum schon als Jahrhundertweine bezeichnet.

(Michael Aubert/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • lucia am 11.09.2020 17:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nemmen Gejeimers ????

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  • Raifrench am 11.09.2020 17:05 Report Diesen Beitrag melden

    Dann müssen wir ja noch weiter "Chateau Tirlemont" trinken, obwohl unsere Trauben eher für "Castello Balsamico" geeignet sind.

Die neusten Leser-Kommentare

  • lucia am 11.09.2020 17:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nemmen Gejeimers ????

    • Helléje Subsidius am 12.09.2020 23:20 Report Diesen Beitrag melden

      Kennt dann een e Bauer oder Wënzer deen nëtt Jéimert?

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  • Raifrench am 11.09.2020 17:05 Report Diesen Beitrag melden

    Dann müssen wir ja noch weiter "Chateau Tirlemont" trinken, obwohl unsere Trauben eher für "Castello Balsamico" geeignet sind.