Steuerabkommen

11. Juni 2019 07:43; Akt: 11.06.2019 08:33 Print

Für Grenzgänger könnte es teuer werden

LUXEMBURG - Um das Steuerabkommen zwischen Luxemburg und Frankreich besser zu verstehen, hat «L'essentiel» mit dem Steuerexperten Julien Treffort gesprochen.

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Julien Treffort ist Finanzexperte. (Bild: Editpress)

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L'essentiel: Was wird das Doppelbesteuerungsabkommen für in Frankreich ansässige Grenzbewohner ändern?

Julien Treffort (Partner bei PwC, Steuerspezialist): Das Abkommen sieht zwei Methoden zur Vermeidung der Doppelbesteuerung vor. Die erste ist, dass Frankreich eine Steuergutschrift in Höhe der in Luxemburg auf das gleiche Einkommen gezahlten Steuer gewährt. Die zweite besteht darin, die französische Steuer auf das Gesamteinkommen zu berechnen und dann eine Steuergutschrift in Höhe der französischen Steuer zu gewähren. Was das Arbeitseinkommen betrifft, so scheint es, dass die Doppelbesteuerung durch eine Steuergutschrift in Höhe der französischen Steuer vermieden wird. Dennoch könnte diese Methode in Frankreich zu einer zusätzlichen Belastung führen, verglichen mit der derzeitigen Situation für Steuerzahler, deren Einkommen in Frankreich versteuert wird.

Warum ist es so kompliziert, Abschnitt 22 zu interpretieren?

Artikel 22 sieht zwei Methoden zur Vermeidung der Doppelbesteuerung vor. Die Anwendung beider Methoden hängt von der Art der in Luxemburg erzielten Erträge ab. Der Vertrag ist nicht sehr explizit, was die Art der Vermeidung der Doppelbesteuerung von Arbeitseinkommen angeht. Es wäre begrüßenswert, wenn die französischen Behörden da eine Stellungnahme abgeben würden.

Können Sie uns ein konkretes Beispiel geben, wo der Steuerzahler mehr zahlen wird?

Wir haben die Situation eines in Frankreich ansässigen Singles durchgerechnet, der ein luxemburgisches Gehalt von 50.000 Euro brutto pro Jahr hat. Derzeit zahlt er 80 Prozent Steuern in Luxemburg und 20 Prozent in Frankreich (aufgrund von Auslandsreisen). In diesem Fall könnte sich die Summe, die er in Frankreich an Steuern zahlen muss, von rund 660 auf 1200 Euro erhöhen.

Wenn Luxemburg das Einkommen Ende 2019 ratifiziert, wann wird es dann in Kraft treten?

Das Gesetz würde ab dem 1. Januar 2020 gelten.

(Patrick Théry/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Léon am 11.06.2019 12:06 Report Diesen Beitrag melden

    Ils peuvent peut-être rester dans leurs pays

  • Jimbo am 11.06.2019 12:40 Report Diesen Beitrag melden

    Mee am Endeffekt huet den nach emmer mei ewei wann en a Frankräisch vir 800€ Netto geing schaffen...

  • svendorca am 11.06.2019 13:36 Report Diesen Beitrag melden

    beschissen wird man immer,..egal von wem,..jeden Tag Staus und Stress pur,..und dann noch Strafe zahlen..ma déi hu mer gär..

Die neusten Leser-Kommentare

  • Pia am 11.06.2019 22:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    jimbo jo daat stëmmt och

  • Pia am 11.06.2019 17:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    leon jo richteg et wär vill vill mei einfach a normal ..

  • jonny zinky am 11.06.2019 17:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das gilt schon seit ca 8-10 Jahren für die Deutschen. Nix Neues. Ausländer, die für Luxembourg Firmen international unterwegs sind, werden ab dem 51 Tag im Ausland von Luxembourg viel stärker abgezockt.

  • svendorca am 11.06.2019 13:36 Report Diesen Beitrag melden

    beschissen wird man immer,..egal von wem,..jeden Tag Staus und Stress pur,..und dann noch Strafe zahlen..ma déi hu mer gär..

  • Jimbo am 11.06.2019 12:40 Report Diesen Beitrag melden

    Mee am Endeffekt huet den nach emmer mei ewei wann en a Frankräisch vir 800€ Netto geing schaffen...