Fridays for Future

19. September 2019 10:06; Akt: 19.09.2019 18:04 Print

«Das Ministerium will uns einschüchtern»

LUXEMBURG – Aktivisten werten eine Mail des Ministeriums als Einschüchterungsversuch. Das Ministerium signalisiert dagegen Gesprächsbereitschaft.

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Update: Am Nachmittag wurde eine Lösung im «Entschuldigungs-Streit» wurde gefunden – den Artikel lesen sie hier

Am Donnerstagmorgen sorgt ein Facebook-Post für Aufsehen. Youth For Climate Luxemburg schreibt von einem Einschüchterungsversuch des Bildungsministeriums. Dieses habe den Schülern in einer Mail angekündigt, wer am Freitag nicht zur Schule komme, fehle «unentschuldigt». Das sei als Versuch zu werten, die Schüler vom Demonstrieren abzuhalten.

Youth For Climate kontert in seiner Stellungnahme, es habe keine ernsthaften Konsequenzen, wenn ein Schüler «unentschuldigt» fehle – vor allem nicht verglichen mit den Konsequenzen, die es habe, wenn nicht jetzt gehandelt würde. «Dann verschwinden wir. Ist das keine gültige Entschuldigung», schreibt die Initiative.

«Die Türen des Ministeriums stehen offen. Auch heute Nachmittag noch.»

Das Ministerium weist den Vorwurf, die Mail sei ein Einschüchterungsversuch, weit von sich. Sprecherin Myriam Bamberg erklärt, das Ministerium habe die Schüler schließlich schon im Frühling beim ersten Klimamarsch unterstützt. Der Grund ist einfach: Das Ministerium unterstützt die Klimaziele. Beim zweiten Klimamarsch hatten die Schüler dann aber keinen Kontakt mehr aufgenommen, «obwohl auch hier die Türen des Ministeriums noch weit offen standen», betont Bamberg. Die Schüler hätten ihre Aktion aber als «Akt des zivilen Ungehorsams» deklarieren wollen.

Jetzt, im September, nahmen die Schüler erneut keinen Kontakt auf. Dagegen kamen Anfragen von Schulen, wie sie mit den Streikenden umgehen sollen. «Wir nehmen das Engagement der Schüler sehr ernst, aber wir als Ministerium sind auch für einen geregelten Ablauf zuständig», erklärt Bamberg. Also sah man sich gezwungen, zu reagieren. Als eine Absage an die Demonstranten sei die Anordnung, das Fehlen als «unentschuldigt» zu werten, aber nicht zu verstehen und auch nicht als Versuch, die Schüler vom Demonstrieren abzuhalten. Eine gemeinsame Lösung zu finden, sei weiterhin im politischen Interesse. «Die Türen des Ministeriums stehen offen. Auch heute Nachmittag noch», sagt Bamberg.

Freitag beginnt die Aktionswoche

Am Freitag beginnt die Aktionswoche eines Luxemburger Klimabündnisses mit einer Demonstration, die um 10 Uhr vom Hauptbahnhof zur Kinnekswiss zieht. Die Demo findet im Rahmen von Fridays For Future statt, einer Bewegung, die auf Greta Thunberg zurückgeht.

(mb/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • 1 Staatsbeamte am 19.09.2019 10:40 Report Diesen Beitrag melden

    Ich werde die Jugend unterstützen und auch zur Demo gehen.

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  • Julie am 19.09.2019 13:02 Report Diesen Beitrag melden

    Die Schulminister wollten alle ihren Posten rechtfertigen in dem sie sogenannte Schulreformen durchgesetzt haben. Tatsache ist das das Niveau der Schulabgänger stetig fällt, Minister kommen und gehen die Probleme bleiben, Freitags schwänzen ist da wohl das kleinste Übel . Ausserdem haben die Minister wohl ein Problem wenn Schüler erfolgreicher sind als sie selbst

  • sylvie am 19.09.2019 11:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    aber das Ministerium hat Recht ????

Die neusten Leser-Kommentare

  • u.krebs am 19.09.2019 17:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und nun fällt das Ministerium doch um? Wie armselig ist das denn? Haben denn unsere sogenannten Volksvertreter gar kein Rückgrat mehr? Wie kann man sich vor solchen ihren Namen tanzenden Telletappis so blamieren?

  • Feigo am 19.09.2019 17:51 Report Diesen Beitrag melden

    Vakanz war jo och eng art Aschüchterung, well de Minister ganz genau weess, dass do keen demonstréiere geet. Wat si dir feig lidderech säck.

  • kaa am 19.09.2019 16:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Firwat net, anstatt d’Stad ze blockéieren, Fesch an der Uelzecht opsammelen?. Wier dach eng konkret Hellef fir d’Natur..

  • u.krebs am 19.09.2019 16:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hurra die Telletappis sind wieder da. Herzlichen Dank an das Ministerium. Wenn es nach mir ginge gleich noch in jedem versäumten Unterrichtsfach eine fette 6 hinterher schieben und einen Verweis. Und nach Abschluss der nicht genehmigten Aktion genug Polizeikräfte bereitstellen um die Aufräumtätigkeiten der ihren Namen tanzenden Telletappis zu beaufsichtigen. Bei Nichtbefolgung Personalien feststellen und Bußgeld Fertig.

    • A.S. am 20.09.2019 08:56 Report Diesen Beitrag melden

      Aus der Politik würde es halt niemanden interessieren, wenn die Demos Samstags wären. Das ganze muss ja maximal unbequem gestaltet werden, damit es von der öffentlichkeit wahrgenommen wird. Offenbar verfehlt es seine Wirkung ja nicht, von daher Respekt an alle, die dort mitmachen, weiter so!

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  • Knouterketti am 19.09.2019 14:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sie haaten elo esou laang Vakanz Sie kennen jo gaeren Samsdes manifesteieren goen mais daat ass jo dann net an der Schoulzait Respekt un den Claude Meisch fir seng Decisioun