Luxemburg im All

16. Februar 2016 14:54; Akt: 17.02.2016 07:43 Print

Das sagen Experten zu den Weltraumplänen

LUXEMBURG – Das Großherzogtum investiert als erstes Land nach den USA in die Erkundung und Nutzung von Weltraumressourcen. Doch kann sich das überhaupt lohnen?

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema

Anfang Februar erklärte Wirtschaftsminister Etienne Schneider (LSAP), Luxemburg wolle als zweites Land nach den USA privaten Firmen den Abbau von Mineralien im Weltraum ermöglichen. Innerhalb des Projekts «spaceresources.lu» sollen dafür die gesetzliche Grundlage geschaffen, Know-how gebündelt und Investoren angelockt werden. Das kleine Großherzogtum will sich so seinen Anteil an den scheinbar unerschöpflichen Ressourcen des Alls sichern – und verblüffte die Weltpresse. Doch wie realistisch ist es, Gold, Platin und Co. auf einem Millionen Kilometer entfernten Asteroiden auszubuddeln und zurück auf die Erde zu bringen? Ist das nicht nur Science-Fiction?

«Das ist alles realistisch. Die einzelnen dafür nötigen Bestandteile existieren und sind erprobt», erklärt Markus Payer. Der Sprecher des Luxemburger Satellitenbetreibers SES spricht gleichzeitig bewusst von «Visionen». «Aber wenn man eine Vision ernst nimmt, dann muss man sie auch angehen», so Payer. Zum Vergleich zieht er das Kerngeschäft von SES heran: «Damals sagte auch jeder: ‚Ihr wollt Satelliten ins All schießen, um Fernsehen zu übertragen? Ihr seid doch verrückt.‘ Luxemburg hat die Chance schlauerweise bei den Hörnern gepackt. Entstanden ist daraus ein Milliardengeschäft.»

«Das ist in 30 bis 40 Jahren möglich»

Ein solches ist auch der Mineralien-Abbau auf Asteroiden. Ein Milliarden-Kosten-Geschäft. Detlef Koschny, bei der Europäischen Weltraumorganisation Esa zuständig für das Gebiet «Erdnahe Projekte», erklärt gegenüber L’essentiel: «Wir wollten mal 100 Gramm – also etwa eine Kaffeetasse voll –von einem Asteroiden holen. Wir hatten dafür ein Budget von einer halben Milliarde Euro. Das hätte nicht gereicht. Stattdessen fliegen wir jetzt zum Jupiter.» Dennoch sei das Vorhaben nicht reine Science-Fiction: «Wenn ich mal ganz optimistisch bin und Geld keine Rolle spielt, dann ist das in 30 bis 40 Jahren möglich.» Wirtschaftlich sei das dann aber noch lange nicht.

Also alles eine Spinnerei? «Ich finde es dennoch gut, dass Luxemburg diesen Schritt geht und man braucht risikobereite Investoren», meint der Wissenschaftler. Öffentliche Einrichtungen wie die Esa würden diesen Schritt nicht gehen: «Wir sind immer Unwillens, etwas zu riskieren.» Doch dass sich das Engagement eines Tages lohnen könnte, liege auf der Hand: «Sonst gebe es ja nicht jetzt schon Privatunternehmen, die darin investieren.» Bis zum Ausbruch der großen Luxemburger Goldgräberstimmung, wird es wohl aber noch dauern.

(Philip Weber/L'essentiel)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 72 Stunden, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Helene am 16.02.2016 17:58 Report Diesen Beitrag melden

    Unsere Politiker werden als Weltraumtouristen wie einst Kolumbus in die Geschichte eingehen. Wer wird als erster mitfliegen und Pionierarbeit leisten?

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Helene am 16.02.2016 17:58 Report Diesen Beitrag melden

    Unsere Politiker werden als Weltraumtouristen wie einst Kolumbus in die Geschichte eingehen. Wer wird als erster mitfliegen und Pionierarbeit leisten?

    • sammy am 17.02.2016 03:49 Report Diesen Beitrag melden

      Ma ech kennen do een dee wollt ech schon ëmmer emol op de Mount schécken! Déi kënnen e gäre gratis matthuelen ;>

    einklappen einklappen