Tanken in Luxemburg

17. Dezember 2019 17:02; Akt: 17.12.2019 17:04 Print

Das sind die Reaktionen auf die Preiserhöhung

LUXEMBURG – Die wichtigsten Organisationen haben die Entscheidung der Regierung kommentiert, die Steuern auf Kraftstoffe Anfang 2020 zu erhöhen.

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Romain Hoffmann, Präsident des GPL, ist überzeugt, dass die Maßnahme zu einem Rückgang der Kraftstoffverkäufe in Luxemburg führen wird. (Bild: Editpress/Julien Garroy)

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Die Erhöhung der Steuern auf Benzin und Diesel ist keine populäre Maßnahme. Am Montag wurde bekannt, dass die Regierung den Schritt dennoch für Luxemburg geht. Somit wird der Liter Benzin um ein bis drei Cent und der Liter Diesel um drei bis fünf Cent teurer. Die Details werden zu Beginn des Jahres festgelegt.

Die Gewerkschaft OGBL warnte in einer Mitteilung vor «neuer sozialer Spaltung» und bedauert die Maßnahme, welche «die Interessen der Arbeitnehmer nicht berücksichtige». Diese Art der Besteuerung sei unfair, so der OGBL, «weil sie für alle Haushalte einheitlich gilt, ohne Einkommensunterschiede zu berücksichtigen». So sieht es auch die Luxemburger Verbraucherunion (ULC), die sich Sorgen um die 20 Prozent der Haushalte macht, die unterhalb der Armutsgrenze leben. Sie weist darauf hin, dass diese Haushalte ebenfalls von der für 2021 geplanten Einführung der CO2-Steuer «mit einem erwarteten Anstieg von fünf Cent pro Liter» betroffen sein werden.

« Autofahrer werden woanders tanken »

Der Groupement pétrolier luxembourgeois (GPL) ist offenskundig nicht glücklich mit der Entscheidung: «Wir befürchten einen Mengenrückgang», erklärt Präsident Romain Hoffmann und nennt als Beispiel die letzte Erhöhung im Mai, die zu einem Umsatzrückgang führte. Er glaubt, dass Lkw-Fahrer «nicht mehr in Luxemburg zum Tanken anhalten werden, denn der in Belgien bereits billigere Kraftstoff wird dann auch in Frankreich billiger sein».

Tankstellen dürften doppelt leiden, «weil sie auch weniger Artikel aus dem Laden verkaufen werden». Produkte wie Tabak machen laut Romain Hoffmann etwa die Hälfte des Umsatzes aus. Die Luxemburger Handelskonföderation (clc) bewertet die Pläne als «eine empörende Ankündigung für Transportunternehmen (....) zusätzlich zu den Schwierigkeiten, die durch das neue Steuerabkommen mit Frankreich entstehen». Da sich der Sektor «von der Regierung ignoriert» fühlt, geht die clc sogar so weit, sich zu fragen, ob bald «wie in Frankreich Autobahnen oder Lagerhallen» blockiert werden könnten.

Für Romain Hoffmann zählt auch das Argument des Klimaschutzes nicht. Er glaubt, dass die Preiserhöhung «dem Land zwar helfen kann, seine Klimaziele zu erreichen, indem der Kraftstoffverkauf sinkt, aber am Klima wird sich nichts verändern: Autofahrer werden woanders tanken. Luxemburg wird nur die Einnahmen verlieren».

(Joseph Gaulier/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pablito am 18.12.2019 07:43 Report Diesen Beitrag melden

    Do musse mer wessen dat mer bei den nächsten Wahlen dei do net mei Wiehlen. Ech giff per Gesetz festleen dat Politiker an der Regierung hier Pei gekierzt kreien an elo net mei sou extrem Peien giffe kreien mee just nach 3000€ netto, kuken wei sie dorop reageiren giffen.

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  • Kritiker am 19.12.2019 16:09 Report Diesen Beitrag melden

    Nun, ich weiß, dass dieser Artikel - wegen der Regierungstreue - nicht veröffentlicht wird; denn die Energieverteuerung soll das Loch stopfen, was die Neubürger dem Land kosten!

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  • Linda am 18.12.2019 17:04 Report Diesen Beitrag melden

    Vir se ze forcéieren en Electrosmog Auto ze kaafen!!!! Daat eent wéi daat aanert ass Emweltvaschmotzung!!! Ännert guer naicht! Wann an enger Famill vun 4 Leit allen 4 en Auto hun ..get et deier! Fréier war 1 Auto pro Famill. Alles ännert sech..... ech hun nach haut keen Auto.... finanziel net maachbar!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jchmk am 27.12.2019 20:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Militärhubschrauber kostet auch

  • Kritiker am 19.12.2019 16:09 Report Diesen Beitrag melden

    Nun, ich weiß, dass dieser Artikel - wegen der Regierungstreue - nicht veröffentlicht wird; denn die Energieverteuerung soll das Loch stopfen, was die Neubürger dem Land kosten!

    • Phil am 29.12.2019 05:13 Report Diesen Beitrag melden

      Genau esou ass et!

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  • Linda am 18.12.2019 17:04 Report Diesen Beitrag melden

    Vir se ze forcéieren en Electrosmog Auto ze kaafen!!!! Daat eent wéi daat aanert ass Emweltvaschmotzung!!! Ännert guer naicht! Wann an enger Famill vun 4 Leit allen 4 en Auto hun ..get et deier! Fréier war 1 Auto pro Famill. Alles ännert sech..... ech hun nach haut keen Auto.... finanziel net maachbar!

  • Extreme Auswirkungen am 18.12.2019 11:21 Report Diesen Beitrag melden

    Wie man in den Kommenaren liest, hat die Erhöhung um maximal 5(!) Cent ganz extreme Auswirkungen! Es wird sich kaum noch jemand das Autofahren leisten können! Das ist ja super, dann freue ich mich auf freie Straßen nächstes Jahr!

  • Johannes am 18.12.2019 09:52 Report Diesen Beitrag melden

    Wann se schon mat repressiven Steiren kommen, dann mussen se awer och mat Alternativen bidden. Well fir 5 cent den Liter wärt keen zu Letzebuerg och nemmen 1km manner fueren. Et kann net einfach jiddereen sech elo en E-Auto kaafen. Vun gratis transport public kann ee haalen waat ee well, mais daat netzt näischt bei schlechten Ubindungen, Zich déi ausfaalen, Busser déi am Stau stin asw asf.

    • Alle wohnen in Schimpach am 18.12.2019 11:24 Report Diesen Beitrag melden

      Sind sie immer nur an Orten, wo es schlechte Anbindungen gibt? Wenn Sie nur einmal im Monat irgendwo sind, wo ein Bus oder Zug vorbeikommt, nehmen Sie ihn! Dann haben Sie die Erhöhung schon wieder eingespart.

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