Sprachendebatte

16. November 2017 13:06; Akt: 16.11.2017 13:12 Print

Das steht im neuen «Luxemburgisch-​​Gesetz»

LUXEMBURG - Die Regierung hat am Donnerstag ihren Gesetzesentwurf zur Stärkung der luxemburgischen Sprache vorgelegt. Es werden mehrere Maßnahmen ergriffen.

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Bildungsminister Claude Meisch (links) stellte den Gesetzesentwurf zur Sprache vor. (Bild: Editpress)

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Vor etwas über einem Jahr ist eine Diskussion um die luxemburgische Sprache entbrannt. Auslöser war eine Petition, die einen riesigen Anklang fand. Die Regierung versprach, auf den Wunsch der Bevölkerung zu reagieren. An diesem Donnerstag stellten Bildungsminister Claude Meisch (DP) und Kulturstaatssekretär Guy Arendt (DP) einen entsprechenden Gesetzesentwurf vor. Die Idee ist, «die Sprache zu fördern, um den Bedürfnissen der Menschen gerecht zu werden», sagen sie.

«Luxemburgisch braucht mehr Platz in unserer Gesellschaft», erklärt Meisch. Er glaubt, dass die Sprache durch die geplanten Initiativen einen Schub bekommen kann. Sein Kollege Arendt merkt an, dass vor allem junge Luxemburger die Sprache als Kommunikationsmittel insbesondere auf den sozialen Netzwerken nutzen. Luxemburgisch müsste nach ihm mehr unterstützt werden und weiter in den Fokus rücken, «um die Grammatik zu standardisieren».

Überschaubare Kosten

Um die «Rolle von Luxemburgisch in der Gesellschaft zu stärken», sieht das Gesetz die Schaffung mehrerer Projekte vor. Ein Luxemburger Kommissar für Sprache wird beauftragt, «eine nationale Plattform mit aktuellen und zentralen Informationen zur Sprache einzurichten». Es soll auch sichergestellt werden, dass Luxemburgisch im Land ausreichend gelehrt wird. Er wird sich auf einen Ausschuss und auf ein künftiges «Centre pour le luxembourgeois» stützen können, welches sich auf den kulturellen Aspekt spezialisieren wird. Das Zentrum wird Material zur Sprache bereitstellen und Veranstaltungen wie Ausstellungen oder Konferenzen organisieren. Auf der Webseite werden bestehende Initiativen wie das Online-Wörterbuch LOD eingefügt.

Den ständigen Rat für die luxemburgische Sprache («Conseil permanent de la langue luxembourgeoise»), der seit 1998 besteht, wird es auch weiterhin geben. Ebenso sollen Bürgerforen organisiert werden, die der Landessprache gewidmet sind. Das erste ist zwischen Karneval und Ostern 2018 geplant.

Laut Arendt werden die Maßnahmen der Öffentlichkeit nicht teuer zu stehen kommen. Schließlich gibt es «nur vier neue Positionen, einschließlich der des Kommissars». Genaue Zahlen konnte er jedoch nicht nennen. Der Gesetzesentwurf wird in den kommenden Wochen in der Chamber vorgestellt. Die Projekte könnten demnach frühestens im Herbst 2018 anlaufen.

(Joseph Gaulier/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • HundeSchnëtzel am 16.11.2017 13:31 Report Diesen Beitrag melden

    «Centre pour le luxembourgeois» = LOL

  • Saupreis am 16.11.2017 13:42 Report Diesen Beitrag melden

    Witzig, dass das Zentrum zur Förderung des Luxemburgischen einen französischen Namen bekommt. Genau mein Humor.

  • Luke Vader am 17.11.2017 00:52 Report Diesen Beitrag melden

    «Centre pour le luxembourgeois» «Conseil permanent de la langue luxembourgeoise» ..... as dât e Witz ??? Politiker, Radio an Fernseh brengen et och net ronn 2 Sätz ouni Fransëich ze brëngen, wisou ??? mir hun eng Sprôch, wat as net gudd dorun ? OK, mëi Sprôchen ze kënnen as e Virdeel mee dofir mussen mer eis awer net opgin.

Die neusten Leser-Kommentare

  • El Pais am 07.12.2017 17:21 Report Diesen Beitrag melden

    Et soll och e Gesetz sin wanns de zenter 2 Joer hei am Land ugemellr bas muss de Letzebuergesch leieren. Eng Bekannten vun mir as an en portugiseschen supermarché gangen a well si net Portugisesch konnt schwetzen an dei aner nemmen portugisesch as Fra lenks leie geloos gin an net zerweiert gin an dat kann jo net sin. Een deen hei an engem Buttek schafft muss a mengen Aen zwengend letzebuergesch schwätzen kënnen.

  • Luke Vader am 17.11.2017 00:52 Report Diesen Beitrag melden

    «Centre pour le luxembourgeois» «Conseil permanent de la langue luxembourgeoise» ..... as dât e Witz ??? Politiker, Radio an Fernseh brengen et och net ronn 2 Sätz ouni Fransëich ze brëngen, wisou ??? mir hun eng Sprôch, wat as net gudd dorun ? OK, mëi Sprôchen ze kënnen as e Virdeel mee dofir mussen mer eis awer net opgin.

  • Pia am 16.11.2017 23:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lëtzebuerg well eben ëmmer mei zum “oppenen Latzeland“ ginn an wei et schengt leider bleiwen. Weider esou irgendwann ass dei grouss Quittung do an dann maache mer alleguer iwwerrascht gelt ..

  • John Doe am 16.11.2017 14:22 Report Diesen Beitrag melden

    D'Madamme Aydan Özoguz (SPD, Deutschland, Integrationsbeauftragte) sagte: "Eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar."... Projiziert man diese Aussage auf luxemburgische Verhältnisse, entdeckt der interessierte Mensch, dass die luxemburgische Kultur aktuell komplett demontiert wird. Eine kulturelle Zone, in welcher die Sprache der ursprünglich Ansässigen nicht mehr gesprochen wird, löst sich auf.

    • Luigi l'amoroso am 16.11.2017 15:41 Report Diesen Beitrag melden

      Genau da liegt das Problem : Kultur identifiziert sich über die Sprache - also bedeutet ein Niedergang der Sprache auch Niedergang der Kultur.

    einklappen einklappen
  • Gebees am 16.11.2017 13:51 Report Diesen Beitrag melden

    Der elitäre Meisch bevorzugt sowieso französisch - mit diesem "Conseil..." will er nur Punkte machen vor den Wahlen.